Factoring: ein Plus beim Mittelstand

Dass das Factoring in den letzten Jahren den Wandel zum akzeptierten Finanzierungsinstrument  durchgemacht hat und mittlerweile weit verbreitet hat, ist weitestgehend bekannt. Neue Statistiken beweisen, dass in den letzten Jahren vor allem mittelständische Unternehmen auf Factoring setzten. Noch vor 7 Jahren ergab eine Studie, dass Unternehmer zu 90 Prozent auf Bankkredite setzten, Factoring als komplementäres Finanzierungsinstrument war noch nicht sehr populär. Nur wenige griffen damals auf das Finanzierungsmittel Factoring zurück, bei dem Forderungen gegen Geld abgetreten werden.

Schon damals wurden aber von den wenigen die Vorteile des Factorings erkannt: die Firmen  profitieren davon, dass sie im Gegensatz zum Bankdarlehen den Verschuldungsgrad nicht erhöhen und die Kapitalstrukturen erhalten bleiben. Seitdem hat sich viel getan.

Immer mehr Factoring-Gesellschaften werden gegründet und richten sich in den letzten Jahren in ihren Leistungen immer mehr auf ihren neuen Hoffnungsträger den Mittelstand aus. Mittelständische Unternehmen wurden im Zuge von Basel III die Bankkreditaufnahme- und -verlängerung erschwert, weswegen sie Alternativen suchen und beim Factoring eine gute Lösung gefunden haben. In den vergangenen Jahren ist der Anteil von kleinen und mittelständischen Unternehmen am Factoringsmarkt von 34 auf 43 Prozent angestiegen. Kleine Unternehmen bevorzugen vor allem das Full-Service-Factoring mit der vollen Abtretung der Forderungen an den Factor. Bei mittelständischen Unternehmen hat sich das Inhouse-Factoring in letzter Zeit als beliebt erwiesen. Dabei bleiben das Mahnwesen und das Debitorenmanagement innerhalb des eigenen Unternehmens und die Factoring-Gesellschaft wird nur für die Finanzierungsfunktion herangezogen. 78 Prozent aller Factoring-Verträge sind für das Inhouse-Factoring abgeschlossen worden.

Das Online-Factoring

Das Online-Factoring ist eine Sonderform des Standard-Factorings, die in allen Eigenschaften mit diesem übereinstimmt und lediglich die moderneren Kommunikationswege des Internets nutzt.

Bei der Finanzierungsart des Factorings, also dem laufenden Abkauf von Forderungen durch einen Factor, steht der Liquiditätseffekt im Vordergrund aller Maßnahmen. Neben der reinen Finanzierungsfunktion des Forderungsabkaufs wird im Full-Service-Factoring-Vertrag auch die Auslagerung des kompletten Debitoren-Managements an ein Factoring-Unternehmen festgelegt. Das heißt, dass von nun an die Rechnungsstellung, das Mahnwesen, die Debitorenbuchhaltung, die Forderungseintreibung und das Inkassowesen in der professionellen Obhut der Factoring-Gesellschaft liegen. Dies sichert dem Auftraggeber des Factorings eine Einsparung von Personal und Verwaltungsaufwand zu und führt dazu, dass sich durch die Expertise des Unternehmens das Risiko des Zahlungsausfalls minimiert.

Zudem wird auch noch die Versicherungsfunktion im Factoring-Vertrag übernommen. Das geschieht durch die Übernahme des Delkredere-Risikos. Diese bedeutet, dass im Falle eines Forderungsausfalls ein Auftraggeber trotzdem die Zahlungen vom Factor erhält. Der Factor sichert sich natürlich seinerseits gegen den Forderungsausfall ab, daher erklären sich auch die Gebühren für den Delkredere-Schutz.

Trotzdem ist diese Funktion für Unternehmen eine sehr wichtige, denn nur sie macht das Factoring zu einer sicheren Finanzierungsart.

Beim Online-Factoring, der aktuellen Sonderform des Factorings, das sich die moderne Internettechnologie zunutze macht, hat ein Factoring-Auftraggeber durch einen Online-Zugang jederzeit Zugang zum neuesten Stand der Forderungszahlung seiner Kunden. So wird die Kommunikation vereinfacht und das Unternehmen hat jederzeit Kontrollmöglichkeiten über den aktuellen Stand der Zahlungsforderungen. Denn wenn ein Kunde innerhalb der Zahlungsziele zahlt, erhält ein Auftraggeber einen Teil des Sicherheitseinbehalts zurück.

Factoring zu Finanzierung von Investitionen

Gerade als Mittel des Wachstumsfinanzierung findet das Factoring immer mehr Anklang.

Wenn ein Unternehmen nicht genügende Sicherheiten für einen zusätzlichen Bankkredit aufweisen kann, aber trotzdem Neuinvestitionen finanzieren möchte, kann es alternativ auf das Finanzierungsinstrument des Factorings zurückgreifen. Da Unternehmen des Mittelstandes mehr und mehr das Factoring als Finanzierungsalternative für sich entdecken, haben Banken das Nachsehen.

Das Factoring ist die Lösung für Liquiditätsengpässe in Folge von Zahlungsverzögerungen oder verlängerten Zahlungszielen. Hierbei profitieren die Auftraggeber des laufenden Verkaufs von Forderungen von einem sofortigen und langfristig gesicherten Liquiditäts-Fluss.

Nicht nur zur Überbrückung von Zahlungsverzögerungen oder dank des Delkredere-Schutzes als Ausgleich von Zahlungsausfällen ist Factoring geeignet, sondern viele Unternehmer setzen es auch als Finanzierungsmöglichkeit von Investitionen ein. Dies ist vor allem bei Unternehmen mit geringer Eigenkapitalquote der Fall. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen wollen oft nicht mehr auf den Kontokorrentkredit zurückgreifen, weil das für sie eine Erhöhung der Verschuldungsrate bedeutet und gleichzeitig hohe Zinsen kostet. Stattdessen ermöglicht das Factoring den Unternehmen ein höheres Auftragsvolumen und die Akkreditierung von neuen Kunden. Zudem erhöht sich die Eigenkapitalquote eines Unternehmens wie bei einem Bankkredit, jedoch ohne die Sicherheiten an Inventar, Immobilien o.ä. einsetzen zu müssen. Das bringt einem Unternehmen langfristig eine Optimierung der Bilanzen und außerdem wirkt sich diese positiv auf das Firmen-Rating aus.

Wenn ein Unternehmen jetzt noch das Full-Service-Factoring inklusive der Übernahme der Dienstleistungen des Debitorenmanagements und des Mahnwesens wählt, spart es durch diese Auslagerung Personalkosten und Verwaltungsaufwand ein. Alles in allem gibt es also für jedes Unternehmen Vorteile, je nachdem, welche Factoringsform gewählt wird.

Liquiditätssicherung für den Mittelstand

Gerade im Jahr der Finanzkrise 2009 stiegen die Zahlen der Nutzer des Factorings an, die Factoring-Branche verzeichnete jedoch einen leichten Umsatz-Rückgang mit der Finanzierungsform.

Zur Zeit ist der Factoring-Markt wieder im Aufschwung. In den Jahren 2011 und 2012 verzeichneten die Deutschen Factoring-Gesellschaften wieder ein Umsatzplus. Die Hauptgründe, warum das Factoring so beliebt bei Unternehmen des Mittelstandes ist: es ist leichter zugänglich als Bankkredite und die Unternehmen behalten trotz Factoring-Vertrag ihre Unabhängigkeit und ihre Kapitalstrukturen; ihr Verschuldungsgrad steigert sich nicht. Das Factoring ersetzt dabei in vielen Fällen nicht komplett den Bankkredit, sondern ergänzt ihn nur. Bei Großunternehmen liegt die Variante des Non-Notification-Factorings im Inhouse-Verfahren vorn, das ist die Variante ohne Benachrichtigung des Schuldners und ohne Übernahme der Dienstleistungsfunktion durch die Factoring-Gesellschaft.

Kleine Unternehmen entscheiden sich am häufigsten für die Full-Service-Variante inklusive Dienstleistungsfunktion, denn so sparen sie Personal und Verwaltungsaufwand und geben das Debitorenmanagement in professionelle Händen. Gerade für die Umsatzfinanzierung wird Factoring in Anspruch genommen, weil langfristige Zahlungsziele gewährt werden können.

Die Vorurteile gegenüber dem Factoring, die Gebühren seien sehr hoch oder die Abwicklung wäre sehr kompliziert, stellen sich meistens als begründet heraus, wie die Rückmeldung mit den Auftraggebern beweist. Auch sorgte man sich um die Beziehungen zu den Kunden oder Lieferanten, die jedoch vom Factoring profitieren. Im Zweifelsfall kann außerdem die Variante des stillen Factorings ohne Einweihung des Kunden über den Forderungsverkauf gewählt werden. Durch die Einschränkungen bei der Kreditvergabe im Zuge von Basel III hat sich das Interesse der Unternehmer für die Finanzierungsalternative Factoring noch erhöht. Schon jetzt profitiert die Factoring-Branche vom sinkenden Interesse der mittelständischen Unternehmen für Bankkredite.

Factoring: das Instrument der Mittelstandsfinanzierung

Immer noch sind Kredite für den Mittelstand schwerer zugänglich, da die verlangten Sicherheiten oft nicht vorhanden sind. Zudem ist die Eigenkapitalausstattung deutscher mittelständischer Unternehmen eher dürftig. Daher gibt es für Unternehmen mit geringer Eigenkapitalquote kaum Möglichkeiten auf dem deutschen Finanzmarkt, die Liquidität durch alternative Finanzierungsarten zu verbessern. Da sich wegen fehlendem Eigenkapital die Verhandlungen mit Banken schwierig gestalten, kommt ein Bankdarlehen für die meisten Unternehmen dieser Gruppe also nicht in Frage.

Der deutsche Mittelstand schneidet schlecht ab, wenn man sein Eigenkapital mit dem anderer Länder vergleicht. Gerade einmal zwanzig Prozent ist die durchschnittliche Eigenkapitalquote von deutschen mittelständischen Unternehmen, was natürlich die Möglichkeit der Kreditaufnahme stark einschränkt und folglich dem Unternehmen diese Unterstützungen für Neuinvestitionen verwehrt. Gerade im Jahr 2013 und 2014 laufen viele Bank-Transaktionen des Mittelstandes aus und Unternehmen schauen sich schon jetzt nach Anschlussfinanzierungsmöglichkeiten um, weil die verschärften Rating-Vorschriften eine Neuaufnahme oder Aufrechterhaltung eines Kredits erschweren.

Zusätzliche Kreditausfälle der Banken, strengere Kreditgesetze und -verordnungen machen Kredite als Finanzierungsart immer unwahrscheinlicher. Auch der verstärkte Wettbewerbsdruck zwischen den Kreditunternehmen hat einen Negativeinfluss auf die Kreditvergabe. Die Neuregelung durch Basel III beeinträchtigt die Finanzierung mittelständischer Unternehmen noch mehr. Basel III führte zu einem Anstieg der Kreditzinsen und –kosten, der besonders Mittelständler hart trifft.

Diese Umstände können ein Grund für die ansteigende Beliebtheit des Finanzierungs-Instruments Factoring sein. Beim Forderungsverkauf mittels Factoring-Institut werden weder Sicherheiten verlangt, noch spielt die Bonität des Unternehmens eine große Rolle. Stattdessen wird die Bonität des Kunden geprüft, die Zahlungsziele spielen eine Rolle und auch der Jahresumsatz des Unternehmens. Der Forderungsverkauf Factoring ist daher eine erschwinglichere Finanzierungs-Alternative für den Mittelstand.

Das Factoring als kluge Alternative auf dem Finanzierungsmarkt

Das Factoring ist die Finanzierungsart der Forderungsabtretung an eine Drittpartei und gehört zu den Methoden der Vermögensumschichtung und der Innenfinanzierung von Unternehmen. Mithilfe dieser Finanzierungsart können sich relativ schnell und leicht zugänglich Liquiditätsengpässe, die aus Forderungen resultieren, begleichen. Diese Form ist leichter zugänglich, weil im Gegensatz zu Bankdarlehen beim Factoring keine Hinterlegung von Sicherheiten wie Inventar, Equipment oder Immobilien erforderlich ist. Stattdessen prüft ein Factoring-Institut vor Abschluss eines Vertrages die Bonität der Debitoren. Auch das auftraggebende Unternehmen wird unter die Lupe genommen, die Höhe des Jahresumsatzes spielt z.B. eine Rolle bei der Einwilligung zu einem Factoring-Vertrag.

Ist der Vertragsabschluss geschafft, wird die Forderungsabtretung vor Fälligkeit an das Factoring-Institut vereinbart. Zusätzlich sind auch die Übernahme von Dienstleistungen, die das Debitoren-Management betreffen, möglich. Gegen Gebühr können dann beispielsweise die Rechnungsstellung, das Mahnwesen, die Debitorenbuchhaltung und das Inkassowesen an das Factoring-Unternehmen übergeben werden. Das Factoring mit Dienstleistungsfunktion eignet sich vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen mit geringeren personellen Kapazitäten.

Durch die Auslagerung des Zweiges des Debitoren-Managements stellt ein Unternehmen sicher, dass das Forderungswesen in professioneller Hand ist und verringert dadurch das Risiko auf Zahlungsausfall enorm. Zusätzlich wird in den meisten Factoring-Verträgen auch die Übernahme des Ausfallschutzes festgehalten, so dass ein Auftraggeber auch im Falle des Komplettausfalls einer Zahlung seine Forderungen finanziert bekommt. Da ein Factoring-Institut sich seinerseits für den Fall eines Zahlungsausfalls absichern muss, erklären sich die zusätzlichen Gebühren für die Übernahme des Ausfallschutzes. Diese Gebühren sind jedoch einem gute Investition und sichern einem Unternehmen schnelle und stabile Liquidität.

Geschichte des Factorings

Der Begriff Factoring leitet sich von den Faktoreien, den Handelsniederlassungen für Import und Export in den Kolonien im 18. Jahrhundert, ab. Damals verstand man unter dem Begriff noch eine Vorstreckung von Waren, erst im 19 Jahrhundert weitete sich der Terminus auch auf den Finanzsektor aus. Das Factoring ist neben Kreditaufnahmen und Leasing die dritte Möglichkeit einer Finanzierung durch eine Drittpartei.

Gerade in den letzten Jahren hat sich das Factoring stark verbreitet und der Markt für Factoring  hat sich  stark spezifiziert. Gerade die Möglichkeit der Kombination von drei Funktionen, der Finanzierungsfunktion, der Dienstleistungsfunktion und der Versicherungsfunktion (Übernahme des Ausfallschutzes) macht das Factoring heutzutage so attraktiv. Alle drei Funktionen sind als Full-Service-Factoring zusammen möglich. Einzelne Funktionen können aber auch separat gebucht werden, die Möglichkeiten von Factoring-Verträgen sind sehr vielfältig und auf jedes Unternehmen anpassbar.

Das Factoring wird wie das Leasing als eine Finanzierungsalternative bezeichnet, ein sogenanntes Finanzierungssurrogat. Das Factoring ist ein Finanzierungsvorgang, bei dem ein Finanzierungsinstitut, in diesem Fall die Factoring-Gesellschaft, eine Forderung des Unternehmens aus Waren oder Dienstleistungen ankauft, sie bevorschusst und in den meisten Fällen auch das Risiko des Zahlungsausfalls trägt. Innerhalb der Dienstleistungsfunktion kann ein Factoring-Institut außerdem Leistungen wie die Rechnungsstellung, die Debitorenbuchhaltung, Bonitätsprüfungen, Umsatzstatistiken und das Mahn- und Inkassowesen übernehmen.

Die Refinanzierung von Außenständen eines Unternehmens mithilfe von Factoring ist vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen ein beliebte Strategie, kurzfristig Liquidität zu erhalten (z.B. beim Einzelfactoring) und langfristig eine stabile Finanzsituation zu erreichen. Ein positiver Nebeneffekt ist die Verbesserung der Bilanz, welche zu besseren Ratings eines Unternehmen führt.

Risiken beim Factoring

Obwohl die Vorteile für ein Unternehmen bei der Inanspruchnahme der Finanzierungsart des  Factorings in den meisten Fällen überwiegen, sollten auch die Risiken, die bestehen, nicht unerwähnt bleiben.

Vor Abschluss eines Vertrages sollte man aber die Vor-und Nachteile gut abwägen und bei Bedarf einen Berater heranziehen, um die für das eigene Unternehmen geeignete Variante zu finden. Denn es hängt vor allem vom eigenen Unternehmen ab, welche Factoring-Form die passende ist, es bestehen Unterschiede der Präferenzen von kleinen, mittelständischen und großen Unternehmen.

Beim Abschließen eines Factoring-Vertrages sollten folgende mögliche Nachteile in Betracht gezogen werden: der relativ hohe Zinssatz allgemein und die relativ hohen Gebühren des Delkredere-Schutzes, die Schwierigkeiten, die Debitorenbuchhaltung nach dem Factoring wieder in das eigene Unternehmen einzugliedern und die Beeinträchtigung der Kundenbeziehungen, falls sie von dem Forderungsverkauf erfahren.

Die Vorteile des Factorings sind die schnelle Verbesserung der eigenen Liquidität, bei Übernahme der Dienstleistungsfunktion die Befreiung vom Mahn- und Inkassowesen und von der Debitorenbuchhaltung und damit die Einsparung von Personal und Verwaltungsaufwand und die Übernahme des Delkredere-Risikos durch den Factor.

Ein möglicher Nachteil könnten außerdem die gestellten Bedingungen für einen Factoring-Vertrag sein: das sind die ausreichende Bonität des Kunden, vom Fatoring-Institut bestimmte Zahlungsziele und ein bestimmter Jahresumsatz eines Unternehmens.

Jedes Unternehmen wird für sich selbst entscheiden, ob das Factoring die richtige Finanzierungsart ist. Als Ergänzung zu Bankkrediten ist es attraktiv, denn hier brauchen keine Sicherheiten hinterlegt werden. Außerdem sichert sich ein Unternehmen durch Factoring eine stabile Liquidität und somit bessere Bilanzen, die ein gutes Rating zur Folge haben.

-Factoring Varianten für jede Unternehmens-Situation

Das Factoring ist ein von mittelständischen und kleinen Unternehmen beliebtes Instrument der Absatzfinanzierung. Der Auftraggeber des Factorings verkauft eine aus Waren oder Dienstleistungen resultierende Forderung, abzüglich eines Zinssatzes und Gebühren, die 20 bis 30 Prozent des Betrages ausmachen, an ein externes Factoring-Unternehmen. Innerhalb eines Tages bis zu 2 Tagen erhält der Auftraggeber also 70 bis 80 Prozent der Forderungssumme vom Factor und das Factoring-Institut kümmert sich nun um die Forderungseintreibung. Diese Forderungsabtretung bringt viele Vorteile für ein Unternehmen. Das Delkredere-Risiko wird in den meisten Fällen von dem Factoring-Institut getragen, so dass ein Unternehmen in jedem Fall die sofortige Liquidität erhält, auch wenn ein Zahlungsausfall eintritt.

Es gibt die Möglichkeiten der laufenden oder der einmaligen Forderungsabtretung, das Einzelfactoring oder das Standard-Factoring. Zusätzlich können beim Full-Service-Factoring Dienstleistungen übernommen werden wie die Debitorenbuchhaltung oder das Inkassowesen. Dafür zahlt ein Auftraggeber des Factorings zusätzlich noch Gebühren, die je nach Unternehmen zwischen 0,5 Prozent und 3 Prozent der Forderungssumme betragen.

 

In den meisten Fällen des Abschlusses eines Factoring-Vertrages in Deutschland wird auch die Abgabe des Delkredere-Risikos an den Factor vereinbart, welche den Auftraggeber gegen Zahlungsausfall absichert. Dies bedeutet aber abhängig von der Bonität des Schuldners auch eine um 0,1 Prozent bis zu 0,5 Prozent der Forderungssumme höhere Factoring-Gebühr als ohne Übernahme des Delkredere-Schutzes.

 

Als Unternehmen muss man sich gut überlegen, ob man das offene Factoring mit Einweihung des Debitoren oder das stille Factoring unter Geheimhaltung gegenüber dem Debitoren wählt. Für jedes Unternehmen gibt es die geeignete Form von Factoring, lassen Sie sich also am besten durch ein professionelles Unternehmen beraten, welche für Sie die passende Lösung zur Liquiditätsbeschaffung ist, planen Sie rechtzeitig und verbessern Sie damit die Bilanz sowie das Rating Ihres Unternehmens!

Die Funktionen von Factoring

Factoring verfügt neben dem Hauptziel kurzfristig Liquidität zu verschaffen über drei verschiedene Funktionen, die hier erläutert werden sollen.

Die Finanzierungsfunktion ist die Hauptfunktion des Factorings. Dabei kauft das Factoring-Unternehmen sofort nach einer Rechnungsstellung die Forderungen ab und zahlt sie aus. Der Liquiditätszufluss ist relativ hoch, in de Regel 70 bis 80 Prozent der Rechnungssumme.

Diese Form der Vorfinanzierung sichert die Einhaltung der Zahlungsziele. Durch einen regelmäßigen und frühzeitigen Forderungsverkauf sichert sich ein Unternehmen also einen beständige Liquiditätseingang und verbessert seine Planungssituation bezüglich neuer Investitionen und eigener Rechnungen. So verbessert sich natürlich bei erfolgreicher Tilgung die Eigenkapital-Fremdkapital-Relation in der Bilanz, was bessere Ratings zur Folge hat.

Die zweite wichtige Funktion, mit der sich auch die Factoringsart des echten Factorings auszeichnet, ist die Delkredere-Funktion. Mit Übernahme des Delkredere-Risikos verpflichtet sich ein Factoring-Institut, auch bei Zahlungsausfall des Kunden die Forderungen zu erstatten. Somit ist das beauftragende Unternehmen von Zahlungsausfällen geschützt. Die Factoring-Institute sichern sich ihrerseits gegen den Zahlungsausfall bei Banken ab. Außerdem ziehen sie dem Auftraggeber 10 bis 20 Prozent der Forderungssumme als Sicherheitseinbehalt ab, den sie zur Verrechnung eventueller Abzüge verwenden können. Zahlt ein Kunde jedoch, erhält der Forderungsverkäufer diese Gebühren zurück.

Bevor ein Factoring-Unternehmen sich jedoch bereit erklärt, das Delkredere-Risiko zu tragen, wird es bei dem Kunden eine Bonitätsprüfung durchführen, die auch dem Auftragsgeber zu gute kommt. So erhalten sie wichtige Informationen zur Zahlungsfähigkeit eines Kunden.  Die Bonitätsprüfung gehört zu den wichtigen Dienstleistungsfunktionen des Factorings. Des weiteren kann in einem Factoring-Vertrag auch die Übernahme der Debitoren-Buchhaltung festgelegt werden. Zudem hat es sich als praktisch erwiesen, auch das Mahn- und Inkassowesen an das Factoring-Institut abzugeben.