Factoring – Wann brauche ich Factoring?

Steht man bei der Unternehmensentwicklung an einem Punkt, an dem sich die Frage stellt ob weitere lukrative Partnerbeziehungen eingegangen werden können, aufgrund von Unsicherheit über die Zahlungsmoral der Partner, so empfiehlt es sich einen Factoring-Anbieter mit ins Boot zu holen.

 

Das Factoring kann sowohl für inländische Forderungen als auch für Forderungen gegenüber Schuldnern im Ausland eingesetzt werden. Wenn ausländische Unternehmen nach Deutschland importieren und ein deutsches Factoring-Institut in Anspruch nehmen, spricht man von Import-Factoring. Wenn inländische Exporteure die Leistungen eines Factoring-Institutes für ihre grenzüberschreitenden Geschäfte beanspruchen, spricht man von Export-Factoring.

Das in unserer globalisierten Welt so wichtige Exportgeschäft und die Handelsbeziehungen auch mit wirtschaftlich unsicheren Ländern werden also durch das Factoring ermöglicht und nahezu risikolos, da Liquiditätsengpässe durch Ausfälle im Forderungsmanagement nun der Vergangenheit angehören werden.

Factoring – Was tun bei debitorischen Risiken?

Unternehmen mit einem hohem Risiko auf Zahlungsausfälle ihrer Kunden benötigen Lösungen für die Absicherung der Liquidität. Gerade im Ausland agierende Unternehmen benötigen professionelle Lösungen für Liquiditätsengpässe durch hohe Zahlungsziele und Unsicherheit bei gesetzlichen Regelungen, das Ausland betreffend. Hier bietet sich das Auslands-Factoring an. Beim Auslandsfactoring gehen die Anbieter in mehreren Schritten vor. Zunächst werden sämtliche offenen Forderungen der ausländischen Tochtergesellschaften an die Muttergesellschaft in Deutschland verkauft und an das Factoring-Unternehmen weiterverkauft. Anschließend verläuft der Prozess wie beim klassischen Inlandsfactoring. Das factoring-nutzende Unternehmen erhält also direkt einen großen Vorschuss auf den Forderungsbetrag und besitzt somit weitere dringend benötigte Liquidität, die sofort weiterinvestiert werden kann. Nach Ablauf eines vereinbarten Zahlungsziels erhalten Sie den Restbetrag, oft sogar unabhängig von der Zahlungsmoral des betreffenden Kunden.

 

Potentielle Branchen für Factoring sind die Metallerzeugung, die Metallverarbeitung, die Lebensmittelbranche, der Handel und das verarbeitende und dienstleistende Gewerbe sowie viele andere, die bei Zahlungsausfällen unter Liquiditätsengpässen und hohen Risiken leiden würden. Auch Unternehmen die vor Wachstumsphasen stehen sind potentielle Kandidaten für Factoring, da nicht ständig neuer Cash-Flow durch Kontokorrentkredite oder Investments erzeugt werden müssen, da mit dem Großteil der gestellten Forderungen sofort gearbeitet werden kann. Auch vor größeren Investitionen bietet sich das Factoring an, da man bei Banken und Investoren durch höhere Liquidität um einiges besser dasteht, als ohne.

Factoring – auf dem Vormarsch

Die Dienstleistung des Factoring erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten können Zahlungsausfälle oder –verzögerungen einem Unternehmen das Genick brechen. Nicht nur ein Ertragsrückgang, sondern auch eklatante Liquiditätsengpässe können bei Forderungsausfällen eintreten. Diese sind für viele Unternehmen nicht zu stemmen und stellen daher ein großes Risiko in der Unternehmensentwicklung dar.

Für die Erledigung solcher Verwaltungsaufgaben die in Zusammenhang mit den zu erbringenden Leistungen, aber auch zur Absicherung und Vorfinanzierung der Außenstände gibt es spezialisierte Dienstleistungsunternehmen die solche Aufgaben an Stelle des betroffenen Unternehmers übernehmen – die Factoring-Institute. Sie haben neben der Finanzierungsfunktion gleichzeitig eine Dienstleistungs- und Kreditsicherungsfunktion.

Als Factoring-Nehmer beim klassischen Factoring-Verfahren übergeben Sie dem Factoring-Anbieter fortwährend und dauerhaft Ihre gesamten anfallenden Rechnungen. Im Rahmen der vereinbarten Limits werden diese zu 100% angekauft und zu einem sehr hohen Prozentsatz sofort ausgezahlt. Die Factoring-Anbieter zahlen den Restbetrag nach Ablauf einer vereinbarten Frist auch dann, wenn der Debitor nicht zahlt. Der Restbetrag wird bis zur Zahlung der Rechnung durch den Debitor für eventuelle Skontoabzüge oder Mängelrügen einbehalten.

Das Factoring mindert also das Zahlungsausfallrisiko bei Kundenbeziehungen um nahezu 100% und stellt damit einen wichtigen Teil in der Planung risikobehafteter Partnerschaften für jedes Unternehmen dar. Es schafft die Möglichkeit von Partnerschaften, die sonst nicht möglich gewesen wären und trägt damit auch entscheidend zum wirtschaftlichen Wachstum eines Landes und der Unternehmen bei.

Factoring – Für wen lohnt sich Factoring?

Factoring gewinnt in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung und ist besonders für Unternehmen mit hohen Außenständen und geringem Eigenkapital lohnenswert, da für sie so bei Einkäufen über das Skonto eine Möglichkeit zum Geldsparen besteht. Ebenfalls eignet es sich natürlich für jede Partnerbeziehung vortrefflich, die ohne die Risikoübernahme im Zahlungsmanagement aufgrund zu hohen Risikos der Abwicklung für das Unternehmen, nie zustande gekommen wäre.

Möchte ein mittelständisches Produktions- oder Handelsunternehmen bzw. ein Dienstleister mit ausschließlich gewerblichen Kunden einen Factor beauftragen, dürfen weder Forderungsabtretungen noch weitere Rechte Dritter bestehen. Stimmen sowohl Umsatz als auch Absatz der Waren, hat das Unternehmen gute Chancen, beim Factor als Auftraggeber angenommen zu werden. Das laufende Factoring beinhaltet dann neben der sofortigen Auszahlung eines Großteils der Forderung, den bis zu 100%igen Schutz vor Forderungsausfällen gegenüber Dritten sowie die Möglichkeit der Übernahme eines erheblichen Teils der Debitorenbuchhaltung. Auch können, nach eingehender Prüfung der jeweiligen Kunden durch den Factoring-Anbieter, schon bestehende Forderungen verkauft werden und somit rückwirkend Missstände im Forderungsmanagement ausgeglichen werden.

 

Man erhält also sowohl die Möglichkeit gestellte Forderungen direkt erneut investieren zu können und nicht auf das Zahlungsziel warten zu müssen. Weiterhin erschließt sich hierdurch die Möglichkeit mit Kunden höhere Zahlungsziele einzugehen, was diesen sehr gelegen kommen dürfte. Durch Factoring verlagern Sie also einen Großteil der Risiken im Forderungsmanagement und gewinnen Ressourcen um sich auf Ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

Factoring – verschiedene Optionen

Der Ankauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch ein Factoring-Institut wird Factoring genannt. Der Verkäufer wird als Anschlusskunde bezeichnet, das kaufende Institut ist der Factor. Dieses Factoring-Institut kann die Finanzfunktion durch wechsellose Diskontierung von Buchforderungen übernehmen. Bei der Kreditversicherungsfunktion, die auch Delkrederefunktion genannt wird, übernimmt der Factor das Risiko für die Bezahlung der Forderung seitens des Schuldners; er übernimmt sozusagen das Risiko von Forderungsausfällen.

 

Factoring ist nicht nur hilfreich bei der Risikoabsicherung im Debitorenmanagement – es ist auch individuell auf unterschiedlichste Unternehmens-Situationen abstimmbar und gewinnt auch durch diese Individualität an Wert für die nutzenden Unternehmen.

 

Beim Bulk-Factoring – auch Inhouse- oder Eigenservice-Factoring genannt nutzt der Factoring-Kunde die Finanzierung und Risikoabsicherung durch den Factor verzichtet aber auf weitergehende Dienstleistungen. Er führt hier die Debitorenbuchhaltung – treuhänderisch für den Factor – selbst durch. Ebenso kann eine Wahl zwischen offenem und stillem Factoring getroffen werden. 
Beim offenen Factoring-Verfahren wird dem Debitor der Forderungsverkauf angezeigt. Gleichzeitig muss er die Forderung bei Fälligkeit gegenüber dem Factor begleichen. Beim stillen Factoring hingegen unterbleibt die Offenlegung. Dies kann nützlich sein, wenn Ihr Partner auf den Gedanken kommen könnte sie würden seinen zukünftigen Zahlungen nicht vertrauen. Beim echten oder unechten Factoring geht es um die Entscheidung ob Factoring-Dienstleister oder –nehmer das Ausfallrisiko der offenen Forderungen tragen. In Deutschland wird fast ausnahmslos echtes Factoring praktiziert, da vor allem die Übernahme dieses Ausfallrisikos ein Hauptgrund für die Anwendung von Factoring ist.

Factoring – als Instrument zur Finanzierung

Das Factoring besitzt neben der unmittelbaren Funktion als Cash-Flow und Liquiditätsbringer eine ausgeprägte Finanzierungsfunktion die einem Unternehmen in vielfältiger Weise in Planung und Bilanzierung zugute kommen können. Mit der durch Factoring erhaltenen sofortigen Liquidität kann sich ein factoring-nutzendes Unternehmen zusätzlich Erträge im Einkauf beschaffen, weil Skonti und Sonderkonditionen genutzt werden können. Der von Factoringinstituten gesicherte Ausfallschutz und laufend aktuelle Informationen über die Bonität der jeweiligen Abnehmer garantieren sichere Vertriebswege für factoring-nutzende Unternehmen. Die Auslagerung des Forderungsmanagements sorgt für administrative Entlastung gerade in mittelständischen Unternehmen. Ebenfalls verkürzt der Verkauf von Forderungen die Bilanz und führt zu besseren Bilanzkennzahlen.

Factoring – Spielraum für die wirtschaftliche Entwicklung

Wer seinen Spielraum in der wirtschaftlichen Entwicklung seines Unternehmens nicht durch Zahlungsrückstände seiner Partner gefährden und sein Unternehmen damit belasten will, der sollte über die Möglichkeit des Factoring nachdenken. Besonders wer auf ausländischen Märkten aktiv ist kann aufgrund der meist hohen Zahlungsziele im Ausland und der unterschiedlichen Rechtsgrundlagen gar nicht vorsichtig genug sein. Factoring bietet differenzierte und auf jede Situation eines Unternehmens zuschneidbare Lösungen zur Verhinderung von Liquiditätsengpässen durch Zahlungsausfälle und –verzögerungen. Hiermit verringern Unternehmen nicht nur Ihr Risiko, sondern erhöhen gleichzeitig ihre Liquidität. Das kann die Entwicklungsgeschwindigkeit einer Firma in höchstem Maße positiv beeinflussen. Es gibt zahlreiche günstige Angebote hierzu bei fast allen Banken und Finanzierungsgesellschaften. Besonders bei international agierenden Unternehmen stellt dies eine vernünftige Alternative zu hohem Ausfallrisiko dar.

Die Kosten die beim Abschluss eines Factoring-Vertrages anfallen richten sich nach Faktoren wie Höhe, Dauer und Risikofaktor der Finanzierung. Die Zinsen entsprechen der Höhe der jeweils gültigen Kontokorrentzinsen der Banken. Ist der Factoring-Vertrag erst geschlossen, so überprüfen Fachleute der Finanzierungsgesellschaften die das Factoring übernehmen, die Auslandskunden auf mögliche Zahlungsrisiken, kümmern sich um die Zahlungsvorgänge zwischen den agierenden Parteien und mindern mit diesen Maßnahmen das Risiko von Zahlungsausfällen und Liquiditätsengpässen. Bei Zahlungsausfällen kauft die Factoring-Gesellschaft die Forderungen ab, stellt die Ausfallsumme und kümmert sich um die Nachforderung des fehlenden Betrages.

Es ist also für jedes Unternehmen, das einerseits auf Liquidität und andererseits auf die Zahlungsmoral seiner Kunden angewiesen ist eine Überlegung wert einen Factoringvertrag abzuschließen.