Factoring zur Sanierung des eigenen Unternehmens einsetzen

Gerät ein Unternehmen in finanzielle Schieflage, kann Factoring bei der Sanierung des Unternehmens helfen. Nehmen wir einmal an, ein Unternehmen hat die sich in einem neuen Auslandsmarkt anbietenden Chancen falsch eingeschätzt und eine höher Investition getätigt. Nun muss es einen mittleren einstelligen Millionenbetrag abschreiben. Der so entstehende Verlust schlägt sich in einer Kapitalknappheit nieder, der Deckungsbedarf kann nur noch schwer, mit zeitlichem Aufwand und zu ungünstigen Kosten durch eine Bankfinanzierung gedeckt werden – oder auch nicht. Denn die schlechte Bilanz vermiest dem Unternehmen auch die Ausgangsposition bei der Verhandlung über den Kredit, schließlich sind die verfügbaren Sicherheiten begrenzt. Die somit entstandene Lage ist keineswegs typisch für unseren Beispielbetrieb, der Kapitalbedarf entstand durch externe Einflüsse. Doch bei den Banken zählte die Momentaufnahme viel mehr, so dass das Unternehmen einen schlechten Stand hatte.

Hier kommt Factoring ins Spiel. Nach Abschluss eines Factoring-Vertrages wurden die Kunden des Unternehmens angewiesen, ihre Rechnungen auf ein dem Factor gehörendes Konto zu überweisen. Durch Zusatzleistungen wir Debitorenmanagement können auch die Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen und Kunden auf neue Grundlagen gestellt werden, ohne sie aber gleichzeitig zu gefährden. Der Factor übernahm das Ausfallrisiko und sicherte unserem Beispielunternehmen sofort 80 Prozent der ausstehenden Forderungen – und zwar sofort. Somit wurde der Cashflow unseres Unternehmens binnen kürzester Zeit wieder hergestellt und die notwendigen Mittel für einen reibungslosen Geschäftsbetrieb standen wieder zur Verfügung. Unser Beispielunternehmen wurde somit kurzfristig saniert. Gleichzeitig wurden die Beziehungen zu den Kunden beibehalten und durch konsequentes Forderungsmanagement wieder auf eine gesunde Grundlage gestellt.

Vorteile des Factoring kurz vorgestellt

Für das Factoring als Finanzierungsmodell sprechen viele Vorteile. In Kürze seien sie hier vorgestellt. Es geht zum einen um die Verbesserung der Liquidität. Durch Factoring kann die Zeit zwischen Rechnungsstellung und Liquiditätszufluss drastisch verkürzt werden. Im Idealfall handelt es sich hierbei um 72 Stunden nach Abschluss eines Factoringvertrages, bis der Factor die aufgekauften Forderungsbeträge überweist.

Zum anderen macht Factoring das Debitorenmanagement im eigenen Unternehmen überflüssig. Da die Forderungen mit dem Factoringvertrag an den Factor übergehen, übernimmt dieser auch das komplette Mahnwesen. Damit erübrigt sich für den Factoringnehmer der Versand von Mahnungen. So werden Ressourcen frei, die das Unternehmen anderweitig sinnvoller einsetzen kann.

Durch Factoring wird die Abhängigkeit der Unternehmen von Banken gelockert. Wenn durch Factoring ausreichend Liquidität vorhanden ist, muss ein Unternehmen keine Kontokorrentkredite beanspruchen und durch Inanspruchnahme von Skonti bei Lieferanten verbessert sich die Bilanz des Unternehmens. Langfristig hat das einen positiven Effekt auf die Bonität des Factoringnehmers.

Ebenfalls aufgrund der durch Factoring verfügbar werdenden Liquidität können Unternehmen besser planen und unterliegen nicht mehr so sehr etwa saisonalen Fluktuationen. Da werden vor allem mittelständische Unternehmen, die beispielsweise vom Weihnachtsgeschäft leben, stark entlastet.

Schließlich versichert Factoring gegen den Forderungsausfall. Denn im Falle eines Forderungsausfalls ist die Forderung versichert und der Factoringnehmer erhält den vollen Forderungsbetrag erstattet. So bietet Factoring für Unternehmen eine ganze Reihe an Vorteilen, die weit über die Bereitstellung von Liquidität hinausgehen.

Mittels Factoring Unternehmen sanieren

Der Verkauf von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen kann zur Sanierung des Unternehmens eingesetzt werden. Nicht selten verschätzen sich Unternehmen vor allem bei der Expansion in neue Auslandsmärkte und tätigen kostenintensive Investitionen. In der Folge kommt es zu einer Kapitalknappheit. Bankkredite sind hier nur bedingt geeignet, den Engpass zu überbrücken, denn die Prozeduren sind eher langwierig, die Kosten hoch. Außerdem verlangen Banken Sicherheiten, nicht selten in Form von Liquidität – doch gerade die fehlt in solchen Fällen.

Hier empfiehlt sich Factoring als Lösung. Offene Forderungen werden dabei an einen Factor verkauft, der nach einer Bonitätsprüfung sofort 80 Prozent des Forderungsbetrages überweist. Zusätzlich übernimmt ein Factor das Debitorenmanagement. Im Rahmen des Factoring-Vertrages werden die Kunden des Unternehmens angewiesen, ihre Rechnungen auf ein dem Factor gehörendes Konto zu überweisen. Mahnwesen und Inkasso übernimmt ebenfalls der Factor. Das entlastet die Organisationsstruktur des Unternehmens und schafft – neben der Finanzierung durch den Forderungsverkauf – weiteren Spielraum für das Unternehmen. Binnen kürzester Zeit wird die Liquidität des Unternehmen wieder hergestellt und das Unternehmen kann dringend benötigte Zahlungen durchführen. So etwa, um die Skonti der Lieferanten in Anspruch nehmen zu können. Gleichzeitig werden die Bilanzen durch die verkauften Forderungsbeträge entlastet und das Unternehmen gelangt so in eine für Verhandlungen mit Banken viel bessere Position. Nun kann das Unternehmen Geld von Banken leihen, um neue Märkte zu erschließen.

Ab wann lohnt sich Factoring?

Der Verkauf von offenen Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen ermöglicht es Unternehmen, schnell an Liquiditäten zu gelangen. Daher zahlt sich Factoring für Unternehmen aus, wenn es nicht mehr möglich ist, Skonti von Lieferanten auszunutzen. Ebenso aber kann sich Factoring auszahlen, wenn der Umsatz schneller als der Kreditrahmen wächst. Des Weiteren ist Factoring geeignet für den Fall, dass Forderungsausfälle das Ergebnis belasten. Durch die Übernahme des Mahnwesens und des Forderungseinzugs wird der Forderungsverkäufer entlastet und kann sich zukünftig auf das Kerngeschäft konzentrieren. Außerdem zahlt sich Factoring aus, wenn es darum geht, einen Mitgesellschafter auszukaufen oder einen Erben zu bedienen. Für solche Maßnahmen ist eine langfristige Verschuldung nicht sinnvoll.

Je nach gewünschtem Leistungsumfang lohnt sich Factoring bereits ab einem Umsatz im niedrigen sechsstelligen Bereich. Dabei sollte beachtet werden, dass die Kosten des Factorings unter den Kosten von vergleichbaren Kontokorrentkrediten liegen. Außerdem lohnt sich Factoring wenn die Außenstände eine gefährliche Höhe erreicht haben. Desgleichen lohnt sich Factoring für Unternehmen, die sich gegen Forderungsausfall schützen wollen. Das Delkredere übernehmen nämlich Factoring-Institute. Und natürlich lohnt sich Factoring, wenn ein Unternehmen die Liquidität steigern und die finanzielle Situation entspannen möchte. Factoring-Institute bieten neben dem Full-Service-Factoring auch andere Leistungspakete an. Welches für ein Unternehmen das beste ist, lässt sich nur nach einer individuellen Beratung mit dem Factoring-Institut ermitteln.

Prozesse des Factoring

Das Prinzip von Factoring ist denkbar einfach. Um die finanzielle Lage eines Unternehmens zu stabilisieren und für ausreichend Liquidität zu sorgen, verkaufen Unternehmen ihre offenen Forderungen an ein so genanntes Factoring-Institut. Im Gegenzu erhalten die Forderungsverkäufer vom Factoring-Institut einen Großteil des Forderungsbetrages ausbezahlt. Damit wird Liquidität gesichert – eine Grundvoraussetzung für weiteres Wachstum des Forderungsverkäufers.

Dabei durchlaufen Forderungsverkäufer und Factoring-Institut insgesamt sechs Schritte. Zuerst prüft das Factoring-Institut die Bonität des Forderungsverkäufers sowie die Kunden desselben. Aufgrund dieser Prüfung wird ein Rahmenvertrag aufgestellt und das Abrechnungsmodell zwischen den beiden Parteien festgelegt. Im nächsten Schritt erfolgt die Benachrichtigung der Kunden des Forderungsverkäufers über die Ausgliederung des Debitorenmanagements. Des Weiteren werden die Kunden aufgefordert, offene Rechnungen über ein dem Factoring-Institut gehörendes Konto zu begleichen. Daraufhin wird die Leistung des Forderungsverkäufers gegenüber dem Kunden abgerechnet, wobei das Factoring-Institut eine Rechnungskopie erhält. Forderung und Inkasso derselben gehen an das Factoring-Institut über. Dieses überweist 80 Prozent des Brutto-Forderungsbetrags sofort an den Forderungsverkäufer und behält eine Factoringgebühr ein. Bei erfolgreichem Einzug des Gesamtforderung durch das Factoring-Institut wird der Rest des Brutto-Forderungsbetrags an den Forderungsverkäufer überwiesen.

Anhand der genannten Schritte, die von Factoring-Institut zu Factoring-Institut und aufgrund der vereinbarten Leistungsumfänge variieren können, wird klar, das Factoring eine sinnvolle Maßnahme zur schnellen Sicherung von Liquidität ist, die gleichzeitig zu erheblichen Entlastungen der eigenen Organisationsstrukturen beitragen kann.

Funktionen des Factoring

Der Verkauf von Forderungen an ein spezialisiertes Unternehmen, das im Gegenzug einen Großteil der Forderung begleicht und sich fortan um den Einzug der Forderung kümmert (Factoring genannt), erfüllt gleichzeitig mehrere Funktionen.

Zum einen hat sich Factoring für mittelständische Unternehmen als Alternative zur langwierigen Kreditierung bewährt. Beim Factoring sind nämlich keine zusätzlichen Sicherheiten notwendig. Die somit gewonnene Liquidität ermöglicht umsatzkongruente Investitionen und bietet beste Wachstumsvoraussetzungen. Mittels Factoring verbessern sich Bonität und Rating des Unternehmens. Damit erfüllt Factoring die Finanzierungsfunktion.

Eine weitere Funktion des echten Factorings ist der Schutz vor dem Forderungsausfall (Delkrederefunktion). Wenn der Kunde einmal nicht zahlen sollte, liegt das Ausfallrisiko beim Factoring-Institut. Das gibt dem Auftraggeber die Sicherheit, dennoch für erbrachte Leistungen bezahlt zu werden. Die mit Factoring verbundene fortlaufende Bonitätsprüfung der Kunden erhöht die Sicherheit des Auftraggebers. Ein Factoring-Institut kann die Forderungen über eine Warenkreditversicherung absichern.

Schließlich erfüllt das Factoring mit der Entlastung der Buchhaltung des Auftraggebers eine weitere Funktion. Der Auftraggeber erstellt die Rechnungen, die vom Factoring-Institut übernommen werden. Ebenso aber übernimmt das Factoring-Institut auch die weitere Verwaltung und Bearbeitung der Forderungen, bis hin zum Mahn- und Inkassowesen. Damit werden beim Auftraggeber personelle Ressourcen freigestellt, die entweder zu einer finanziellen Entlastung oder in anderen Bereichen des Unternehmens eingesetzt werden können.

Mit Factoring sparen – Eine Beispielrechnung

Mit Factoring, dem Verkauf von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen an ein Factoring-Institut, kann ein Unternehmen richtige Einsparungen realisieren. Wie hoch das Einsparungspotenzial ist, soll eine Beispielrechnung zeigen.

Angenommen, ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von drei Millionen Euro schließt einen Factoring-Vertrag mit allen Optionen ab. Das heißt, es verkauft seine Forderungen an ein Factoring-Institut, das dabei auch die Ausfallversicherung, das Debitorenmanagement, die Rechtsverfolgung und das Mahnwesen übernimmt.

Bei einer Forderungslaufzeit von 45 Tagen und einem Kontokorrentzins von zehn Prozent, machen Finanzierungszinsen 37.500 Euro aus. Diese Kosten entfallen beim Factoring.

Die Gebühr für die Warenkreditversicherung, beziehungsweise der geplante Forderungsausfall von einem Prozent auf den Umsatz macht 30.000 Euro aus. Auch diese Belastung kann bei Inanspruchnahme von Factoring eingespart werden.

Die bei der Auskunftei anfallende Gebühr schlägt mit 3.000 Euro zu Buche. Durch den Wegfall von Skontogewährungen an Kunden – gehen wir von zwei Prozent bei einer Inanspruchnahme durch jeden fünften Kunden – werden weitere 12.000 Euro eingespart.

Durch die Übernahme von Debitorenmanagement, Rechtsverfolgung und Mahnwesen durch das Factoring-Institut kann das Unternehmen weitere 15.000 Euro an Kosten für das Mahnwesen und die Rechtsverfolgung einsparen. Die Debitorenbuchhaltung beziffern wir ebenfalls auf 15.000 Euro, die eingespart werden können, indem diese Dienstleistung vom Factoring-Institut übernommen wird.

Schließlich kann unser Musterunternehmen durch die gewonnene Liquidität die Skonti seiner Lieferanten ausnutzen und tut dies bei einem Materialaufwand von 60 Prozent. Das Skonto setzen wir bei drei Prozent des Umsatzes aus, was insgesamt eine Einsparung von 54.000 Euro ausmacht.

Anhand der oben genannten Einsparungsmöglichkeiten ergibt sich für unser Musterunternehmen ein Einsparungspotenzial von insgesamt 166.500 Euro. Bei einem Jahresumsatz von drei Millionen Euro bedeutet dies 5,55 Prozent.

Funktionen eines Factor

Wenn ein Unternehmen Waren liefert oder Dienste leistet, stellt es dafür Rechnung aus mit einem mit dem jeweiligen Kunden vereinbarten Zahlungsziel. Gleichzeitig muss das Unternehmen seine eigenen Lieferanten bezahlen oder will von denen eingeräumte Skonti nicht verpassen. Dann kommt es vor, dass dafür benötigte Liquidität fehlt. Eine Aushilfe aus dieser Situation verspricht das Factoring. Dabei werden offene Forderungen an ein Factoring-Institut verkauft, das im Gegenzug bis zu 90 Prozent des Forderungsbetrages auszahlt und sich weiter um die Geltendmachung der Forderung kümmert. Das Factoring-Institut kann dabei unterschiedliche Funktionen übernehmen Das bessere Verständnis der Funktionen eines Factor kann dabei helfen, das richtige Factoring-Institut auszuwählen.

Im Vordergrund des Factoring steht natürlich die Finanzierungsfunktion. Das Factoring-Institut bezahlt die Forderungen, die im üblichen Geschäftsverkehr erst innerhalb der eingeräumten Zahlungsfristen eingehen würden. So erhält das Unternehmen die entsprechende Liquidität früher. Des Weiteren kann ein Factoring-Institut die so genannte Delkredere-Funktion erfüllen. Das heißt, der Factor übernimmt auch das Risiko des Forderungsausfalls. Möglich ist allerdings auch, dass der Forderungsverkäufer weiter dafür haftet, wenn der Kunde seine Verbindlichkeiten ihm gegenüber nicht bezahlt. Darüber hinaus erfüllt ein Factoring-Institut verschiedene Dienstleistungsfunktionen, wie zum Beispiel das Debitorenmanagement oder das Mahnwesen. Das sichert dem Forderungsverkäufer zusätzlich zur Liquidität auch eine Entlastung der eigenen Organisationsstrukturen. Der Forderungsverkäufer muss nicht weiter Humanressourcen für das Debitorenmanagement oder das Inkasso aufwenden und kann diese sinnvoller im Betrieb einsetzen.

Funktionen eines Factor

Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an ein Factor genanntes spezialisiertes Institut. Dieses zahlt 80 Prozent des Forderungsbetrages an den Auftraggeber. In der Regel geschieht dies binnen weniger Tagen, so dass sich durch den Verkauf der Forderungen für den Auftraggeber ein Finanzierungseffekt ergibt. Würde der Auftraggeber auf die Bezahlung der Rechnungen seiner Kunden so lange wie die eingeräumten Zahlungsziele warten, müsste er über ausreichend liquide Finanzmittel verfügen, um seinerseits die anstehenden Lieferantenrechnungen zu bezahlen. Das ist selten der Fall, zudem können Kunden auch die eingeräumten Zahlungsziele nur selten einhalten. Zumal üblicherweise der Forderungsverkauf nicht einmalig ist, sondern es handelt sich meist um eine fortlaufende Finanzierungsmöglichkeit, durch die Forderungen in liquide Mittel umgewandelt werden. Doch für welche Unternehmen kommt Factoring überhaupt in Frage?

Geeignet ist der direkte Effekt für Unternehmen, deren Forderungen einredefrei und vollständig erbracht sind. Auch Unternehmen, die verstärkt unter dem Druck von Basel III stehen, können ihre Kapitalressourcen deutlich erhöhen. Durch die Reduzierung des Forderungsbestandes können nämlich wertvolle Bilanzeffekte wie die Erhöhung der Eigenkapitalquote erzielt werden. Ebenso profitieren von Factoring Unternehmen, die zu einem Stichtag mit der durch den Forderungsverkauf entstandenen Liquidität eine höhere Eigenkapitalquote nachweisen möchten. Factoring ist auch für Unternehmen interessant, die ein starkes Wachstum aufweisen, oder solche, deren Umsätze schnell steigen oder stark schwanken. Hier erhält nämlich die umsatzkongruente Finanzierung eine besondere Relevanz. Schließlich können auch solche Unternehmen von den Vorteilen des Factoring profitieren, die stark von einzelnen Kunden und deren Zahlungsverhalten abhängig sind.

Factoring – Wer profitiert davon?

Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an ein Factor genanntes spezialisiertes Institut. Dieses zahlt 80 Prozent des Forderungsbetrages an den Auftraggeber. In der Regel geschieht dies binnen weniger Tagen, so dass sich durch den Verkauf der Forderungen für den Auftraggeber ein Finanzierungseffekt ergibt. Würde der Auftraggeber auf die Bezahlung der Rechnungen seiner Kunden so lange wie die eingeräumten Zahlungsziele warten, müsste er über ausreichend liquide Finanzmittel verfügen, um seinerseits die anstehenden Lieferantenrechnungen zu bezahlen. Das ist selten der Fall, zudem können Kunden auch die eingeräumten Zahlungsziele nur selten einhalten. Zumal üblicherweise der Forderungsverkauf nicht einmalig ist, sondern es handelt sich meist um eine fortlaufende Finanzierungsmöglichkeit, durch die Forderungen in liquide Mittel umgewandelt werden. Doch für welche Unternehmen kommt Factoring überhaupt in Frage?

Geeignet ist der direkte Effekt für Unternehmen, deren Forderungen einredefrei und vollständig erbracht sind. Auch Unternehmen, die verstärkt unter dem Druck von Basel III stehen, können ihre Kapitalressourcen deutlich erhöhen. Durch die Reduzierung des Forderungsbestandes können nämlich wertvolle Bilanzeffekte wie die Erhöhung der Eigenkapitalquote erzielt werden. Ebenso profitieren von Factoring Unternehmen, die zu einem Stichtag mit der durch den Forderungsverkauf entstandenen Liquidität eine höhere Eigenkapitalquote nachweisen möchten. Factoring ist auch für Unternehmen interessant, die ein starkes Wachstum aufweisen, oder solche, deren Umsätze schnell steigen oder stark schwanken. Hier erhält nämlich die umsatzkongruente Finanzierung eine besondere Relevanz. Schließlich können auch solche Unternehmen von den Vorteilen des Factoring profitieren, die stark von einzelnen Kunden und deren Zahlungsverhalten abhängig sind.