Mehr Flexibilität mit Factoring

Cash gegen Rechnungen – die Zahl der Factoring nutzenden Unternehmen steigt kontinuierlich. Viele Gründe sprechen für die alternative Finanzierungsform, die auch für kleine und mittelständische Unternehmen attraktiv ist:

Innovationen ja – Finanzierungen nein

Wenn es um innovative Produkte und kreative Dienstleistungen geht, kann der deutsche Mittelstand durchaus mit europäischen Konzernen mithalten. Im Bereich der Finanzierung stagnierte hingegen die Innovationsfreude. Viele Unternehmen haben nur zögerlich altbekanntes Terrain verlassen und sich alternativen Finanzierungsformen gewidmet.

Erst die strengeren Richtlinien, an die sich Finanzinstitute seit dem Reformpaket Basel III zu halten haben, führten zu einem Umdenken. Unternehmen mit verhältnismäßig niedriger Eigenkapitalquote wurde es in den letzten Jahren stark erschwert, an Kreditmittel zu gelangen. Ungünstige Konditionen und geringere Kreditsummen haben endgültig zahlreiche mittelständische Unternehmen veranlasst, über Alternativen wie Factoring nachzudenken.

Forderungsverkauf mit sofortigem Ausgleich

Beim Factoring verkaufen Unternehmen ihre offenen Forderungen an eine Factoringgesellschaft. Die Gesellschaft übernimmt die unternehmerischen Außenstände dauerhaft und zahlt unmittelbar nach Übermittlung der Rechnungen 80 % bis 90 % aus. Der Restbetrag gilt als sogenannter Sicherheitseinbehalt und wird nach vollständigem Rechnungsausgleich abzüglich der Factoringgebühr angewiesen. Beim Factoring handelt es sich demnach nicht um ein Kreditgeschäft, sondern um ein Kaufgeschäft.

Factoring wächst

Nach Angaben des BFM (Bundesverband Factoring für den Mittelstand) ist im Jahr 2014 die Zahl der kleineren und mittelständischen Unternehmen, die sich des Factorings bedienen, um 7,7 % gestiegen. Verbandsinterne Studien haben ergeben, dass das Ankaufsvolumen seither ebenfalls um 4 % angewachsen ist. Für eine repräsentative Studie hat der Verband über 1.500 Unternehmen mit Umsätzen bis zu 50 Millionen Euro in Deutschland befragt, bei der knapp die Hälfte das Factoring für eine interessante Finanzierungsoption hält.

Direkte Liquidität bei hoher Sicherheit

Factoring birgt für Unternehmen gleich mehrere Vorteile: Zunächst wird das Unternehmen durch den Forderungsverkauf innerhalb von 48 Stunden nach Rechnungstellung mit einem Großteil der auf eigenen Leistungen basierenden Liquidität versorgt. Darüber hinaus sichert die Factoringgesellschaft das Unternehmen auch vor Forderungsausfällen ab. Die Factoringgesellschaft kann das Delkredererisiko übernehmen, sodass für das Unternehmen Zahlungsausfälle und Liquiditätsmängel endgültig der Vergangenheit angehören.

Der sofortige Rechnungsausgleich und der Schutz vor Zahlungsausfällen sind wichtige Aspekte im Geschäftsalltag: Im Durchschnitt warten Unternehmen etwa 46 Tage, bis Waren und Lieferungen bezahlt werden. Factoring ist demnach auch eine Alternative zu Warenkreditversicherungen, die regelmäßig erst viel später auszahlen.

Weniger Verbindlichkeiten – bessere Bilanz

Mit der zügig zur Verfügung gestellten Liquidität können Unternehmen ihrerseits ihre Verbindlichkeiten reduzieren. Eine Folge hiervon ist eine Bilanzverkürzung, bei der die Eigenkapitalquote steigt. Die Eigenkapitalquote ist ausschlaggebend für das Rating, das bei Banken und Finanzinstituten zu den wichtigsten Kriterien bei der Gewährung von Krediten gehört. Je höher die Eigenkapitalquote ausfällt, desto bessere Konditionen werden dem Unternehmen angeboten. Auch so kann sich Factoring indirekt positiv auf Kreditbewilligung, Kreditkonditionen und das Bankenrating auswirken.

Handlungsspielräume und Wachstum

Durch das Factoring profitieren Unternehmen von finanziellen Spielräumen, die unternehmerisches Wachstum begünstigen. Ob die durch das Factoring erhaltene Liquidität für Fixkosten oder Kredite eingesetzt wird, oder ob Entwicklungen und Forschungen damit vorangetrieben werden sollen, entscheidet das Unternehmen selbst.

Jedoch können mit den Mitteln beispielsweise auch Lieferanten kurzfristig bezahlt werden, die den frühen Ausgleich ihrerseits gerne mit Skonto oder Sonderkonditionen quittieren und so beim Sparen helfen.

Solides Finanzgerüst

Sofern die Factoringgesellschaft auch das Debitorenmanagement übernimmt, spart das Unternehmen Ressourcen und Kosten, die wiederum an anderer Stelle im Unternehmen eingesetzt werden können. Die Factoringgesellschaft überprüft fortlaufend die Bonität der Debitoren und sorgt so für einen guten Überblick über den Kundenstamm. Das Unternehmen wird über die Kreditwürdigkeit seiner Kunden informiert, sodass Zahlungsmodalitäten individuell angepasst oder auch Aufträge rechtzeitig abgelehnt werden können.

Eine solche Risikobewertung empfiehlt sich insbesondere bei neuen Geschäftsbeziehungen sowie bei Auslandsgeschäften. Die kontinuierliche Überwachung durch die Factoringgesellschaft minimiert wirtschaftliche Risiken erheblich.