Factoring Informationen

Factoring löst Liquiditätsmängel bei kleineren, mittelständischen und jungen Unternehmen (06.10.2015)

Noch immer haben junge und kleinere Unternehmen mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen. Zu den größten Problemen gehören unzureichende Bonitäten und Schwierigkeiten, Sicherheiten anzubieten, was nicht selten zu Kreditablehnungen führt. Zu diesem Ergebnis kommt auch die KfW in ihrer jährlichen Unternehmensbefragung.

Nach den Rückschlüssen der KfW kennt auch nur rund ein Drittel der befragten Unternehmen die eigene Ratingnote sowie die zur Verbesserung notwendigen Mittel. Es wundert demnach nicht, dass viele junge KMU bei Verhandlungen mit Finanzinstituten scheitern.

Factoring verschafft nicht nur Liquidität

Gerade für kleinere und mittelständische Betriebe ist es wichtig, sich über das eigene Bankenrating zu informieren und bei Bedarf zielgerichtete Maßnahmen zur Optimierung der eingestuften Bonität vorzunehmen. In der Regel verfügen kleinere Betriebe nämlich nicht über polsterndes Kapital, sondern sind auf anderweitige Gelder angewiesen.

Insbesondere Factoring als Finanzinstrument trägt dazu bei, die unternehmerische Kreditwürdigkeit zu korrigieren.

Liquidität schafft Bonität

Beim Factoring veräußert das Unternehmen seine Forderungen an einen Factor, der im Gegenzug innerhalb kürzester Zeit die Forderungen zu etwa 90 % ausgleicht. Dadurch wird das Unternehmen kontinuierlich mit Geldern versorgt und kann seinen eigenen Verpflichtungen pünktlich und zuverlässig nachkommen. Dies bemerken auch die Wirtschaftsauskunfteien, die zuvor noch die Bonität des Unternehmens wegen verzögerter Zahlungsweise herabgesetzt hatten oder die Lieferanten, die plötzlich mehr Skonto gewähren.

Beim Factoring sind demnach insbesondere Zahlungsfähigkeit und Zahlungswille der Unternehmenskunden ausschlaggebend. Diese gleichen ihre Rechnungen nach Übertragung an den Factor aus. Ist eine Rechnung komplett gezahlt worden, rechnet der Factor unter Berücksichtigung der Factoringgebühr mit dem Unternehmen ab und weist den Restbetrag an.

Ausfallschutz für planbare Sicherheit

Um sich aus unternehmerischer Sicht auch gegen geschäftliche Widrigkeiten zu wappnen, können sich Unternehmen durch das Factoring auch gegen Zahlungsausfälle absichern. Beim Verkauf von Forderungen kann der Factor je nach Factoringvariante auch das Delkredere, also das Risiko vor Zahlungsausfällen, übernehmen. Wenn dann Unternehmenskunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, ist dies das Problem des Factors. Das Unternehmen erhält dennoch seine rechtmäßigen Ansprüche aus der Rechnung erstattet.

Um die Geltendmachung der Rechnungsbeträge, das Mahnwesen sowie um Inkassomaßnahmen oder sogar die komplette Debitorenbuchhaltung kümmert sich beispielsweise beim Full-Service-Factoring ebenfalls der Factor. Diese Dienstleistungen können in Unternehmen nicht nur entlastend wirken, sondern bieten auch Sparpotenzial.

Factoring optimiert Bilanzen und das Rating

Bei einem Verkauf von Forderungen, wie es beim klassischen Factoring praktiziert wird, erscheinen die veräußerten Forderungen nicht mehr in der Bilanz. Die Bilanz wird um diese Positionen verkürzt. Durch diesen Forderungsverkauf reduziert sich demnach die Bilanzsumme. Da jedoch das Eigenkapital in der Regel konstant bleibt, aber die Bilanzsumme reduziert wurde, steigt automatisch die Eigenkapitalquote. Die Eigenkapitalquote ist wiederum ein wesentliches Kriterium für das Bilanzrating.

Die Eigenkapitalquote ist zwar nicht allein für das Rating ausschlaggebend, aber stellt die zentrale Kennzahl dar. Durch sie wird der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital angezeigt. Beträgt dieser Wert mehr als 25 %, darf sich das Unternehmen in der Regel über ein sehr gutes oder zumindest gutes Rating freuen. Als mittlerer Wert wird eine Spanne von 10 % bis 25 % betrachtet, während weniger als 10 % sich ungünstig auswirken.

Letztendlich wirkt sich Factoring nicht nur positiv auf die normalen Geschäftsabläufe aus, sondern hilft auch dabei, zukunftsorientiert für künftige Finanzierungsgeschäfte vorzusorgen.


 

Alternative Unternehmensfinanzierung – Factoring im Porträt (03.11.2015)

Zu den Grundvoraussetzungen des unternehmerischen Erfolgs gehört eine stabile Liquidität. Über traditionelle Kreditgeschäfte hinaus haben sich zwischenzeitlich auch Alternativen auf dem Kapitalmarkt etabliert. Hierzu gehört auch das Factoring, bei dem durch Forderungsverkauf eine fortlaufende Vorfinanzierung gewährleistet werden kann.

Verschiedene Factoringvarianten erfüllen individuelle Ansprüche

Ganz grob unterschieden wird beim Factoring zwischen dem offenen Factoring und dem stillen Verfahren.

Offenes Factoring ist die klassische Variante, bei der Unternehmenskunden über die Einschaltung eines Factors informiert werden. Die Debitoren erhalten ein Informationsschreiben, mit dem sie über den Rechnungsverkauf in Kenntnis gesetzt werden. Zusätzlich erhalten in der Regel alle Abrechnungen des Unternehmens eine neue Kontoverbindung nebst Zessionsvermerk. Im Abtretungstext werden Kunden darauf hingewiesen, dass offene Forderungen nur noch an den Factor zu leisten sind.

Beim verdeckten Factoring werden die Kunden hingegen nicht über die Forderungsabtretung informiert. Auch werden Abtretung und Veräußerung der Forderungen nicht auf den Abrechnungen kenntlich gemacht. In der Praxis verpfändet der Betrieb entweder sein Geschäftskonto zur Sicherheit an den Factor, oder ändert seine Bankverbindung im Innenverhältnis auf eine andere Weise. Auf jeden Fall ist auch aus Briefköpfen oder Rechnungsunterlagen nicht zu erkennen, dass der Factor der berechtigte Inhaber des Kontos ist. Ein Zessionsvermerk wird nicht auf Geschäftspapieren aufgedruckt.

Das stille Verfahren bietet sich für Firmen aus Branchen an, die regelmäßig Abtretungsverbote in ihren AGB integriert haben oder Firmen mit sensiblem Kundenstamm.

Factoring im Mittelstand

Freiberufler, Kleinunternehmen und KMU profitieren in besonderer Weise vom Factoring. Etabliert hat sich fast ausschließlich das offene Verfahren, bei dem Kunden über die Forderungsveräußerung und die Abtretung informiert werden. Diese mit der Offenlegung verbundene Transparenz wird von den Unternehmenskunden gut aufgenommen und kann helfen, das Geschäftsverhältnis zu stärken.

Factoring kann unkompliziert in den laufenden Geschäftsbetrieb eingebunden werden und ist nahezu allen Branchen zugänglich. Nach Vertragsunterzeichnung werden einfach alle erforderlichen Abrechnungs- und Kundendaten an den Factor übermittelt. Da der Factor beim klassischen Factoring auch das Delkrederisiko übernimmt, legt die Gesellschaft bereits im Vorhinein den Umfang des vorfinanzierbaren Rahmens pro Debitor fest, wobei das Limit bei Bedarf noch flexibel angepasst werden kann. Häufig sichern sich Factoringgesellschaften zusätzlich über Warenkreditversicherungen ab.

Das Unternehmen übermittelt zukünftig seine Abrechnungen sowohl an seine Unternehmenskunden als auch an den Factor. Das Unternehmen erhält regelmäßig innerhalb von 48 Stunden einen 90 bis 100 %igen Ausgleich der Rechnungssummen durch den Factor und ist vor Forderungsausfällen geschützt. Die Unternehmenskunden können sich mit dem Ausgleich der Rechnungen hingegen im Rahmen der gewährten Zahlungsziele Zeit lassen. Die Restzahlung wird vom Factor unter Abzug der Factoringgebühren nach vollständigem Zahlungseingang veranlasst.

Finanzierungsinstrument + Delkredereschutz + Dienstleistungsfunktion = Factoring

Über die fortlaufende Generierung von Liquidität sowie den Ausfallschutz hinaus können sich Forderungsverkäufer durch das Factoring auch beim Debitorenmanagement unterstützen lassen. Von der einfachen Debitorenkontrolle über das Mahnwesen und Inkassoverfahren bis hin zur kompletten Übernahme der Debitorenbuchhaltung entlasten die Dienstleistungen des Factors insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen.

Factoring – Vorteile im Überblick:

  • Unabhängig von Banken
  • Unabhängig von Kundenbonitäten durch Wegfall des Delkredererisikos
  • Keine interne Lieferantenkredite durch verspätete Kundenzahlungen mehr
  • Kontinuierlicher Liquiditätsfluss gewährleistet Kapital und eigene Skonti
  • Einsparpotenzial durch Dienstleistungsfunktionen

Mehr Informationen stellen anerkannte Verbände sowie renommierte Factoringgesellschaften, beispielsweise die nordwest Factoring & Service GmbH auf ihren Internetseiten bereit.


 

Working Capital profitiert vom Factoring (23.11.2015)

Als alternatives Finanzierungsinstrument erfreut sich Factoring kontinuierlich wachsender Beliebtheit bei deutschen Unternehmen. Der Deutsche Factoring-Verband gab im August die Jahreszahlen für das erste Halbjahr 2015 bekannt, in dem Factoring erstmals die 100 Mrd. Euro Grenze überschritten hat. Während Verbandsmitglieder in den ersten sechs Monaten 2014 noch Umsätze von 90,02 Mrd. Euro durch Factoring erzielen konnten, ist der Markt mit Umsätzen von 100,50 Mrd. Euro um mehr als 11 % gestiegen.

Dass auch in Zeiten von niedrigen Zinsen immer mehr Firmen auf das moderne Finanzierungsinstrument Factoring setzen, zeigt der vom Verband preisgegebene Kundenzuwachs von 5,67 %. Insbesondere Betriebe aus dem Mittelstand sorgen mit Factoring für Liquidität, wobei noch immer die Sparten Handel und Handelsvermittlung, Produktion im Bereich Metall und Maschinenbau, Fahrzeugherstellung, Dienstleistungen sowie das Ernährungsgewerbe den Kundenkreis dominieren.

Mehr als Liquidität und Sicherheit

Verantwortliche in Firmen verschiedener Branchen erkennen demnach immer mehr, dass Factoring nicht nur ein reines Finanzierungsinstrument ist und nur zur Liquiditätsbeschaffung und Unternehmensfinanzierung dient. Factoring mit Übernahme des Ausfallschutzes (Delkredererisiko) sorgt darüber hinaus für Sicherheit, wobei zusätzliche Services in der Debitorenbuchhaltung insbesondere mittelständische Betriebe entlasten. Die positiven Einflüsse von Factoring reichen jedoch noch viel weiter und machen sich sowohl innerbetrieblich als auch in ihrer Außenwirkung positiv bemerkbar. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Forderungsverkäufer aufgrund lang gewährter Zahlungsfristen über viel ausgelagertes Kapital verfügt.

Factoring kann nämlich auch das sogenannte Working Capital optimieren, wie das arbeitende Betriebskapital als Differenz aus Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten genannt wird.

Auswirkungen des Factorings

Der Verkauf von Forderungen an einen Factor trägt in erster Linie zur Liquiditätserhöhung bei, schützt vor Forderungsausfällen und kann zum Ausgleich von betrieblichen Forderungen oder auch für Investitionen genutzt werden. In der Bilanz führt der echte Forderungsverkauf zu einer Verkürzung, die zugleich eine Erhöhung der Eigenkapitalquote mit ihren positiven Auswirkungen auf das Bankenrating mit sich bringt.

Alternativ zum klassischen Factoring profitieren viele Unternehmen vom Reverse-Factoring als Einkaufsfinanzierung. Die Factoringgesellschaft übernimmt die Lieferantenrechnungen, sodass Lieferanten über kurzfristige Liquidität verfügen und Debitoren ihr Working Capital optimieren können. Die Kapitalbindungsdauer wird von den Optimierungen bei Forderungslaufzeiten sowie Kreditorenlaufzeiten verkürzt, was für ein effizientes Kapitalmanagement spricht.

Factoring als Bestandteil des Working Capital Managements

Das Working Capital Management ist ein Instrument zur Verbesserung der Rentabilität und Liquidität eines Unternehmens und wird ganzheitlich betrachtet. Durch die Optimierung der Financial Supply Chain genannten Finanzierungsströme soll das Working Capital reduziert werden.

Neben einer Optimierung von Vorratsbeständen bieten das Kreditoren- und Debitorenmanagement in der Regel viel Verbesserungspotenzial. Bei der Vorratshaltung von Rohstoffen und Ersatzteilen wird Kapital so lange gebunden, bis die fertige Ware produziert, verkauft und insbesondere bezahlt worden ist. Vom Bezahlen der Rohstoffe bis zum endgültigen Zahlungseingang des Kunden für die Ware wird das vom Unternehmen eingesetzte Kapital unnötig gebunden.

Durch das Working Capital Management wird jeder einzelne dieser Prozesse optimiert. So kann beispielsweise die Lagerhaltung in ihrer Dauer und in ihrem Umfang reduziert werden, um mehr Working Capital freizusetzen. Wichtiger noch ist es, die Zeitspanne der ausstehenden Forderungen deutlich zu verkürzen. Hier kann effektiv mit Factoring gearbeitet werden, um das Working Capital zu reduzieren.

Den Unternehmenskunden bleiben die gewohnten Zahlungsfristen erhalten. Das Unternehmen erhält jedoch unmittelbar nach Rechnungsverkauf den Großteil der Rechnungssumme, sodass das Working Capital um einen Großteil gemindert werden kann.


 

Factoring mit Debitorenmanagement (17.12.2015)

Factoringgesellschaften bieten die bankenunabhängige Unternehmensfinanzierung und das Forderungsmanagement an, wovon insbesondere Betriebe aus dem Mittelstand profitieren können.

Factoring ist eine Finanzdienstleistung, die einer kurzfristigen Umsatzfinanzierung sowie dem Ausfallschutz vor Forderungsausfällen (Delkredererisiko) dient. Beim Factoring erwirbt der Factor die Forderungen des Betriebes gegenüber seinen Abnehmern, also den Rechnungsschuldnern. Als Gegenleistung für diese Forderungsabtretung entrichtet der Factor den Kaufpreis an den Forderungsverkäufer, sodass das Unternehmen innerhalb kürzester Zeit über Liquidität verfügen kann.

Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Übernahme von Forderungsausfällen beim Forderungsverkauf, die für Unternehmen ein Höchstmaß an Planungssicherheit bietet. Kommt ein Unternehmenskunde seinen Zahlungsverpflichtungen nur teilweise oder gar nicht nach, bleibt der Factoringkunde nicht auf der offenen Forderung “sitzen”, sondern erhält den rechtmäßigen Ausgleich nach Fälligkeit durch den Factor.

Darüber hinaus beinhaltet das klassische Factoring jedoch auch die Übernahme der Debitorenbuchhaltung, in das auch das Mahn- und Inkassowesen integriert werden kann. Durch die Durchführung des gesamten Debitorenmanagements werden kleine und mittelständische Betriebe entlastet, wobei auch Verwaltungskosten eingespart werden können.

Eine professionelles Management umfasst die komplette Unternehmensbuchhaltung. Hierzu gehört u.a. die zeitnahe Erstellung von Rechnungen nach Leistungserbringung sowie die Kontrolle von Zahlungseingängen. Darüber hinaus kann der Factor jedoch auch das Mahnwesen durchführen oder Forderungen im gerichtlichen Wege beitreiben. Nicht zuletzt prüft der Factor in regelmäßigen Abständen die Bonität der Unternehmenskunden.

Sicherheit durch Delkredereübernahme und Bonitätsprüfungen

Der vom Factor übernommene Ausfallschutz sowie die kontinuierlich durchgeführten Bonitätsprüfungen versetzen den Forderungsverkäufer in die Lage, sichere Vertriebswege aufzubauen. Durch aktuelle Informationen in Bezug auf den eigenen Kundenstamm können Factoringkunden auch nach Einzelfällen agieren und Risiken verringern.

Über die kurzfristig und kontinuierlich zur Verfügung gestellten Liquidität hinaus bietet Factoring noch viele weitere unternehmerische Vorteile:

  • Wachstum wird durch die Liquidität ermöglicht
  • Sichere Finanzplanungen können durchgeführt werden
  • Eigenkapitalquoten steigen durch Verkürzung der Bilanz
  • Höheres Eigenkapital führt zu besserem Bankenrating
  • Höchstmaß an Sicherheit durch Ausfallschutz

Im ersten Schritt prüft der Factor die Zahlungsfähigkeit der Debitoren, um dessen Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit einschätzen zu können. Auch während der Vertragslaufzeit werden Überprüfungen durchgeführt, die in der Regel zum Service gehören. Die Zahlungsfähigkeit der Debitoren hat entscheidenden Einfluss auf die Höhe der Factoringgebühr.

Factoring vs. Inkasso

Mit Inkasso wird der Einzug von fälligen Forderungen bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Sonderform der Forderungsabtretung, bei der das Unternehmen die Forderung im Mahnverfahren oder mittels der gerichtlichen Geltendmachung beitreibt. Inkassounternehmen kaufen die Forderung des Gläubigers jedoch nicht an.

Inkassobüros werden in der Regel erst dann beauftragt, wenn es bei der Forderung bereits zu Verzögerungen gekommen ist. Eine Bilanzverkürzung, wie sie aufgrund des echten Forderungsverkaufs beim Factoring durchgeführt wird, entfällt daher bei dieser Variante.

Factoringarten sorgen für Flexibilität

Factoringgesellschaften bieten verschiedene Factoringvarianten und Dienstleistungen an, wobei sich einige Gesellschaften auch auf individuelle Branchen spezialisieren.

Neben dem echten Factoring mit Übernahme des Delkredererisikos als Klassiker bietet der Factoringmarkt auch Vertragsvarianten für besonders sensible Kundenkreise, für Forderungen mit Abtretungsverboten oder auf Lieferantenbeziehungen ausgerichtete Vorfinanzierungen an. Selbst für Geschäftsbereiche mit hohen Gewährleistungswahrscheinlichkeiten oder Import- und Exportgeschäften hält der Markt maßgeschneiderte Factoringkonzepte bereit.

Letztendlich kann nahezu jedes Unternehmen den idealen Factoringpartner finden, um individuelle Optimierungen im Unternehmen durchzuführen.


 

Vorteile und Abläufe beim Factoring (29.01.2016)

Mit Factoring werden Forderungen aus Lieferung und Leistung finanziert. Ein Unternehmen veräußert beim Factoring kontinuierlich seine Rechnungen an einen Factor. Im Gegenzug erhält das Unternehmen unverzüglich Liquidität. Beim traditionellen Factoring werden Factoringkunden bei Forderungsausfällen abgesichert und bei der Forderungsbuchhaltung unterstützt.

Traditionell stellt sich Factoring demnach aus drei Komponenten zusammen, nämlich der eigentlichen Unternehmensfinanzierung, dem Schutz vor Forderungsausfällen sowie dem Auslagern des Debitorenmanagements.

Planungssicherheit durch Factoring

Cristine Lietz / pixelio.de

Abläufe in der Praxis

Beim Factoring gibt es mit dem Unternehmen (Factoringkunde), der Factoringgesellschaft (Factor) und dem Unternehmenskunden (Schuldner/Debitor) drei teilnehmende Komponenten. Vor Vertragsunterzeichnung führt der Factor eine Bonitätsprüfung des Kundenstammes des Factoringkunden durch, um entsprechende Ankaufslimits festzusetzen.

Nachdem der Factoringkunde seine Dienstleistungen erbracht oder Warenlieferungen durchgeführt hat, wird die Rechnung an den Debitor erstellt. Eine Kopie dieser Rechnung wird inklusive der benötigten Nachweise beim Factor eingereicht. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, dass die Factoringgesellschaft die Rechnungen versendet und die benötigten Dokumente dann direkt für sich vervielfältigt.

Vorausgesetzt, dass für den jeweiligen Debitor die Überprüfung der Zahlungsfähigkeit mit positivem Ergebnis durchgeführt werden konnte, erstattet der Factor innerhalb von zwei Werktagen etwa 80 % bis 90 % der jeweiligen Rechnungssumme an den Factoringkunden. Der Rest gilt als Sicherheitseinbehalt für den Fall von Rechnungskürzungen oder Warenrückgaben und wird unter Abzug der Factoringgebühr ausgezahlt, wenn der Debitor seinen Zahlungsverpflichtungen nachgekommen ist.

Factoring ist mit zahlreichen Vorteilen verbunden und gilt als bankenunabhängiges sowie umsatzkongruentes Finanzierungsinstrument.

Sofortige Liquidität

Die sofort nach Abrechnung zur Verfügung gestellte Liquidität gehört für Factoringkunden zu den entscheidenden Gründen für die Kooperation mit einem Factor. Schon nach 48 Stunden nach Erstellung der Rechnung wird der Großteil der Rechnungssumme angewiesen. Dies kann den unternehmerischen Spielraum deutlich erhöhen und macht Unternehmen unabhängiger von Bankkrediten und anderen Fremdmitteln.

Des Weiteren sind Factoringkunden aus dem Mittelstand auch unabhängig vom Zahlungsverhalten ihrer Kunden, da der Factor beim traditionellen Factoring auch das Delkredererisiko übernimmt. Hohe Außenstände können durch das Factoring reduziert werden, sodass Fixkosten wie beispielsweise Steuern, Sozialabgaben oder Mieten pünktlich sowie ohne Mahngebühren und Verzugszinsen ausgeglichen werden können.

Skonto bei Lieferungen

Mit der durch das Factoring gewonnenen Liquidität sind Factoringkunden auch in einer guten Position, um mit Lieferanten über Skonti zu verhandeln. Der Forderungsverkäufer wird bei Wareneinkäufen nicht selten als Barzahler oder Sammelkunde betrachtet, dem wegen einer prompten Bezahlung besondere Skontovergünstigungen eingeräumt werden.

Durch das Skonto spart der Factoringkunde beim Wareneinkauf, sodass beispielsweise die Factoringgebühren zu einem Teil dadurch aufgefangen werden.

Professionelle Debitorenbuchhaltung

Der Factor übernimmt bei der klassischen Factoringvariante auch die komplette Rechnungsbuchhaltung. Allein die Auslagerung von Mahnwesen und Inkasso bedeutet eine personelle und organisatorische Entlastung des Factoringkunden, wobei auch die Einsparung von Personalkosten oder das anderweitige Einsetzen von Personal möglich ist.

Auffällig ist eine deutlich verkürzte Zahlungsweise der Debitoren, die durch das professionelle Forderungsmanagement des Factors erreicht wird.

Absicherung vor Forderungsausfällen

Forderungsausfälle reißen nicht nur ein Loch in die Umsätze von Unternehmen, sondern bringen häufig den ganzen Betrieb in Schwierigkeiten. Um einen Forderungsausfall von etwa 20.000 € zu amortisieren, bedarf es zur Kompensation bei durchschnittlich 20 % Umsatzrenditen schon eines Mehrumsatzes von knapp 100.000,00 €.

Der Factor übernimmt jedoch das Delkredere und sichert das Geschäft über Warenkreditversicherungen ab. Factoringkunden sind demnach nicht nur gegen eine schlechte Zahlungsmoral ihrer Kunden abgesichert, sondern auch gegen Insolvenzen der Debitoren. Die vom Factor durchgeführten Bonitätskontrollen helfen dem Factoringkunden darüber hinaus beim Aufbau eines verlässlichen Kundenstammes.

Bankenunabhängig und ohne zusätzliche Sicherheiten

Der Finanzbedarf eines Unternehmens kann durch Factoring ohne zusätzliche Sicherheiten gedeckt werden. Im Gegensatz zu Bankkrediten bedarf es für eine Zusammenarbeit mit einem Factor lediglich einer vernünftigen Debitorenstruktur.

Trotzdem optimale Bedingungen für Finanzgeschäfte

Durch den echten Forderungsverkauf beim Factoring lassen sich jedoch auch die Finanzierungsbedingungen sowie Kreditkonditionen optimieren. Dies geschieht durch die Verbesserung der Bonität sowie des Ratings, was auf die Bilanzverkürzung und Erhöhung der Eigenkapitalquote zurückzuführen ist.

Die verkauften Forderungen werden in der Bilanz ausgebucht, was die Bilanzsumme verkürzt. Gleichzeitig erhöht sich dadurch das für das Bankenrating ausschlaggebende Eigenkapital. Die Position des Factoringkunden für zukünftige Finanzierungsgespräche wird demnach wirksam gestärkt.

Letztendlich birgt Factoring zahlreiche Vorteile, die den Grundstein für ein solides und zukunftsorientiertes Gewerbe setzen. Dies gilt umso mehr, wenn es sich bei dem Factor um einen erfahrenen und renommierten Anbieter handelt, der über branchenspezifisches und verwaltungstechnisches Know-how verfügt.

Für mehr Informationen rund um das Thema Factoring: http://www.nordwest-factoring.de


 

Warum ausgerechnet der Mittelstand von Factoring profitiert (10.02.2016)

Inhaber und Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen sollten damit beschäftigt sein, die Geschäftsabläufe in ihrem Unternehmen zu koordinieren und Kundenakquise zu betreiben. Leider geraten gerade bei kleineren und mittelgroßen Firmen immer wieder die Abläufe ins Stocken, weil die Unternehmenskunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht zeitgerecht oder gar nicht nachkommen.

Tim Reckmann / pixelio.de

Tim Reckmann / pixelio.de

Unbezahlte Rechnungen haben jedoch weitreichende Konsequenzen. Durch den Mangel an Liquidität leiden nahezu alle Bereiche des Unternehmens. Sowohl die Bestellung von Rohstoffen für die eigene Produktion, aber auch die Entlohnung der Mitarbeiter ist schließlich von Liquidität abhängig. Die eigenen betrieblichen Verpflichtungen erfordern schlicht ein kontinuierlich zur Verfügung stehendes Budget.

Einen kleinen Rückhalt bieten Kontokorrentkredite oder sonstige Rücklagen, die jedoch in Härtefällen schnell verbraucht sind. Bei vielen mittelständischen Unternehmen besteht das Problem, das Finanzinstitute die Gewährung weiterer Betriebsmittelkredite von hohen Sicherheiten abhängig machen, die kaum ein Betrieb in der heutigen Zeit noch stellen kann.

Als alternatives Finanzinstitut ist Factoring hingegen nicht von Sicherheiten abhängig und bietet dem KMU noch viele weitere Vorteile.

Factoring – Konzept für mehr Sicherheit

Beim Factoring verkauft das Unternehmen fortlaufend seine offenen Forderungen – und damit Rechnungen – an eine Factoringgesellschaft. Geregelt wird die Geschäftskonstellation in einem Factoringvertrag. Die Factoringgesellschaft gleicht ihrerseits unmittelbar nach der Erhalt und Prüfung der Rechnungen einen Teilbetrag von durchschnittlich 90 % der Rechnungsbeträge an das Unternehmen aus. Die Restsumme dient dabei der Abdeckung potenzieller Gewährleistungsansprüche oder Rückgaben und wird dann ausgekehrt, wenn der Unternehmenskunde seinen Verpflichtungen aus der Rechnung vollumfänglich nachgekommen ist, oder eben das vereinbarte Fälligkeitsdatum eintritt.

Die Besonderheit beim Factoring ist nämlich die Möglichkeit, dem Factor auch das Risiko von Zahlungsausfällen zu übertragen. Der sogenannte Delkredereschutz findet beim klassischen Full-Service-Factoring Anwendung, wobei diese Variante darüber hinaus noch weitere Dienstleistungsfunktionen zum Inhalt hat. Das Unternehmen kann sich also unbesorgt seinen Geschäften widmen und ist nicht mehr davon abhängig, ob und wann der Kunde seine Rechnung bezahlt. Der erste Abschlag wird von der Factoringgesellschaft innerhalb von durchschnittlich zwei Arbeitstagen angewiesen und selbst bei einer Insolvenz des Kunden erhält das Unternehmen den vollständigen Rechnungsbetrag.

Dienstleistungen & Services entlasten die Verwaltung

Je nach Vertragskonstellation und Factoringvariante übernimmt die Factoringgesellschaft auch die Abwicklung des Zahlungsverkehrs, buchhalterische Arbeiten oder sogar das komplette Debitorenmanagement inklusive Mahnwesen und Inkasso. Dadurch lassen sich im Unternehmen entweder Kosten für entsprechendes Personal einsparen, oder aber die Mitarbeiter entlasten und anderweitig einsetzen.

Die Factoringgesellschaft informiert dennoch das Unternehmen, sobald mit einzelnen Kunden Probleme auftreten. Denn dies ist auch für das Unternehmen selbst wichtig, damit es beispielsweise von weiteren Geschäften mit diesem Kunden absehen kann. Dadurch ist der Betrieb in der Lage, seinen Kundenstamm entsprechend zu optimieren.

Liquidität und Bilanzverkürzung

Das Factoring nutzende Unternehmen wird demnach kontinuierlich bei Übermittlung von Rechnungen mit Liquidität versorgt. Eigene Bestellungen können dadurch häufig unter Ausnutzung von Skonti ausgeglichen werden, was wiederum Einsparpotenzial bietet. Aber auch die monatlichen Fixkosten werden durch die regelmäßig eintreffenden Summen deutlich erleichtert. Wird das Geld beispielsweise dazu genutzt, Kredite abzubauen oder überfällige Verbindlichkeiten auszugleichen, kann auch an Kosten und Zinsen gespart werden.

Noch eine Besonderheit trifft beim Factoring jedoch auch die Unternehmensbilanz. Dadurch, dass es sich um einen echten Forderungsverkauf an die Factoringgesellschaft handelt, werden die betreffenden Forderungen aus der Bilanz ausgebucht; also um diese Summen verkürzt. Die Folge ist eine entsprechende Erhöhung des Eigenkapitals, was ein optimiertes Rating mit sich bringt. Dieses Rating wiederum bildet eine gute Basis für Finanzierungsgespräche oder andere wichtige Unternehmenskonferenzen.

Factoring im Mittelstand

Mittelständischen Unternehmen werden durch das Factoring viele Schwierigkeiten abgenommen. Kontinuierliche Liquidität, Sicherheit und Outsourcing der Buchhaltung erleichtern die Geschäftsabläufe auch dann, wenn sich das Unternehmen am allgemeinen Wachstum beteiligen will.

Selbst bei jungen Unternehmen, die zu Beginn der Geschäftstätigkeit im Normalfall noch nicht allzu umsatzstark operieren, bewirkt Factoring mit dem Wegfall des Ausfallrisikos die Möglichkeit der Liquiditätssteigerung. Die verbesserte Eigenkapitalquote und Bonität sowie das Bankenrating sorgen dann für eine gute Position, um das Unternehmen erfolgreich zu etablieren.


 

Professionelle Finanzplanung gewinnt im Mittelstand an Bedeutung (24.03.2016)

Die Factoring-Studie 2015, die im zweijährigen Rhythmus u.a. vom BFM Bundesverband Factoring für den Mittelstand durchgeführt wird, rückt die Notwendigkeit einer professionellen Finanzplanung bei KMU in den Fokus.

Für diese Studie wurden im Oktober vergangenen Jahres 1.555 kleine und mittelgroße Unternehmen in Deutschland repräsentativ befragt. Dabei gaben 78 % der KMU in der Umsatzklasse von 2,5 Mio. Euro bis 50 Mio. Euro sowie 70 % der KMU in der Umsatzklasse bis 2,5 Mio. Euro an, dass sich die Finanzplanung im Mittelstand zur Managementaufgabe entwickelt hat und die Unternehmensfinanzierung als strategisches Instrument immer mehr an Bedeutung gewinnt. Auch der Vorstandsvorsitzende des BFM, Volker Ernst, spricht von einem zunehmenden Trend zur Unabhängigkeit gegenüber der Hausbank. Die Ergebnisse aus der Studie würden sich in der Praxis widerspiegeln, wobei das Bewusstsein für planbare Finanzierungen nachhaltig steigt. Über eine sichere Liquidität hinaus wünschen sich Entscheidungsträger kleinerer und mittelständischer Unternehmen vor allem unbürokratische und flexible Lösungen.

Dank Factoring zur professionellen Finanzplanung

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Planbare Liquidität mit Factoring

Berechenbare Liquidität gehört zu den größten Vorteilen des Factorings als Finanzierungsinstrument. Da aber das Finanzierungsvolumen durch den Umsatz des Unternehmens ansteigt, ist Factoring auch als Unterstützung beim dynamischen Wachstum prädestiniert.

Beim Factoring handelt es sich um einen laufenden Forderungsverkauf. Die Factoringgesellschaft zahlt einen Großteil der veräußerten Rechnungssummen innerhalb eines Zeitraums von 24 Stunden bis 48 Stunden nach Rechnungsverkauf aus. Zusätzlich übernimmt der Factor das volle Ausfallrisiko. Im Rahmen des Full-Service-Factorings wird Unternehmen darüber hinaus die Möglichkeit angeboten, ihr komplettes Debitorenmanagement bei der Factoringgesellschaft auszulagern.

Warum Factoring?

Grob skizziert profitieren Factoringkunden von schnell zur Verfügung gestellter Liquidität, Sicherheit durch die Übernahme des Ausfallrisikos (Delkredereschutz) sowie die Möglichkeit, durch verschiedene Dienstleistungsfunktionen das eigene Unternehmen zu entlasten.

Dabei führt die bereitgestellte Liquidität zu einer betriebsinternen Optimierung, wobei das Abtragen eigener Verbindlichkeiten, die Kapitalbildung oder das Beteiligen am Wachstum zur logischen Breitenwirkung des Factorings gehören. Darüber hinaus bieten Möglichkeiten wie die Ausschöpfung von Skonti, das Ablösen von Betriebsmittelkrediten oder die personelle Entlastung von Mitarbeitern durch den Wegfall des Debitorenmanagements kein unerhebliches Einsparpotenzial.

Selbst bei der Bilanzierung macht sich der echte Forderungsverkauf durch die Bilanzverkürzung bei den offenen Posten auf der einen Seite und den dadurch steigenden Wert beim Eigenkapital auf der anderen Seite bemerkbar. Durch das so optimierte Ergebnis der Eigenkapitalquote wird das Bankenrating positiv beeinflusst.

Von Mittelstand zu Mittelstand

Weitere Vorteile ergeben sich beim Factoring, wenn sich das KMU ebenfalls an eine Factoringgesellschaft aus dem Mittelstand wendet. Dadurch ist gewährleistet, dass die Factoringgesellschaft mit der betrieblichen und organisatorischen Praxis des Kundenstammes vertraut ist und auch branchenspezifische Beratungskompetenz zeigt.

Auch nach Angaben des BFM-Vorstands gehört die individuelle Betreuung von Factoringkunden auf Augenhöhe zu den wesentlichen Qualitätsmerkmalen von Factoringgesellschaften. Insbesondere das Höchstmaß an Flexibilität und individuellen Vorgehensweisen, beispielsweise bei Mahnläufen, zeichnet viele Mitgliedsunternehmen des BFM aus, die weit über die typisch standardisierten Services und Leistungen großer Anbieter hinausgehen.

nordwest Factoring als Mitgliedsunternehmen des BFM

Im Bundesverband Factoring für den Mittelstand organisieren sich qualitätsorientiert wirkende Factoringgesellschaften, die häufig vom Inhaber selbst geführt werden. Alle Mitgliedsunternehmen verfügen über eine besondere Kompetenz in Bezug auf Umsatzfinanzierungen. Wie auch ihre Kunden gehören die Mitgliedsunternehmen des BFM dem deutschen Mittelstand an, weshalb der BFM als Forum und zentraler Anlaufpunkt für das gesamte mittelständische Factoring in Deutschland betrachtet werden kann.

Zu den Mitgliedsunternehmen des BFM gehört auch die nordwest Factoring & Service GmbH, die sich seit 1982 als Factoringgesellschaft für kleine und mittelständische Unternehmen präsentiert. Als Anbieter zahlreicher Factoringvarianten bedarf es lediglich eines Mindestumsatzes von 300.000 Euro/p.a. für eine Zusammenarbeit, wobei mit Ausnahme der Bauwirtschaft Unternehmen aller Branchen von den Lösungen des Unternehmens profitieren können. Services wie die Online-Anbindung sowie fachspezifische Leistungen in den Bereichen Mobilien-Leasing, gewerbliche Versicherungen oder Logistik werden ebenfalls von der nordwest Factoring & Service GmbH angeboten.


 

Warum besonders Onlineshops vom Stillen Factoring profitieren (25.04.2016)

Beim Kauf auf Rechnung handelt es sich um die beliebteste Zahlungsvariante deutscher Onlinekunden. Auch wenn eine Vielfalt an Zahlungsvarianten angeboten wird, nutzen etwa 50 % aller Onlinekunden den Rechnungskauf. Bei dieser Zahlungsart gehen die Händler jedoch in Vorleistung und müssen regelmäßig mehrere Wochen auf den Ausgleich ihrer Rechnungen warten. Darüber hinaus tragen die Händler beim Kauf auf Rechnung auch das Risiko, dass ein Kunde seinen Zahlungsverpflichtungen gar nicht nachkommt. Dieses Zahlungsausfallrisiko wird gerade bei Onlinekäufen als besonders hoch eingeschätzt.

Factoring gehört zu den Möglichkeiten, diese Risiken drastisch zu minimieren.

Onlineshops profitieren vom Factoring

Thorben Wengert / pixelio.de

Factoring im Onlinehandel

Beim Factoring werden offene Forderungen unmittelbar bei ihrer Entstehung veräußert. Beim Onlineshopping kann dieser Vorgang je nach technischer Umsetzung sogar mit dem Mausklick auf den Bestellen-, Kaufen- oder Bezahlen-Button geschehen. Als Sonderform wird dabei gerne das Stille Factoring genutzt, bei dem das Factoringinstitut gegenüber den Onlinekunden gar nicht erst in Erscheinung tritt.

Diese Verfahrensweise geht für den Onlinehändler mit zahlreichen Vorteilen einher:

Risikofreier Rechnungskauf

Durch das Factoring lässt sich beim Rechnungskauf das Risiko von Zahlungsausfällen reduzieren. Bei Vorhandensein eines Factoringvertrages werden die offenen Forderungen automatisch durch die Factoringgesellschaft aufgekauft und ausgeglichen, die zugleich auch das Delkredere (Zahlungsausfallrisiko) übernimmt. Ausfallende Forderungen gehören demnach endgültig der Vergangenheit an.

Liquidität schon vor Zahlungsfrist

Durch den Forderungsverkauf erhält der Onlinehändler innerhalb von zwei Arbeitstagen den Großteil seiner Forderungen ausgeglichen. Das Onlineverfahren begünstigt dabei häufig eine noch schnellere Abwicklung, sodass der Shopinhaber weitaus früher über Liquidität verfügen kann, als es bei Ausschöpfung des normalen Zahlungsziels der Fall wäre.

Sichere Liquidität für mehr Planungssicherheit

Ein nicht absehbares Eintreffen von Zahlungen macht eine genaue Kalkulation unmöglich. Wenn nicht fest damit gerechnet werden kann, welche Kunden ihre Geschäfte innerhalb des vereinbarten Zahlungsziels ausgleichen, erübrigt sich eine unternehmerische Kalkulation sogar vollständig. Gerade beim Rechnungskauf lassen sich viele Kunden vielleicht besonders viel Zeit, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, oder gehören zu den seltenen Sofortzahlern. Statt des dadurch völlig unberechenbar gewordenen Liquiditätsflusses bietet das Factoring sichere und planbare Liquidität.

Gezielter Einsatz der Liquidität

Onlinehändler werden von der Factoringgesellschaft kontinuierlich mit Liquidität versorgt, die sie beispielsweise auch zur Reduzierung von eigenen Verbindlichkeiten nutzen können. Dies kann das Verhältnis von Eigenkapital und Fremdkapital nachhaltig optimieren, was letztendlich auch der Bonität und dem Rating dient. Durch das Vorhandensein von Liquidität lassen sich hingegen auch Skontomöglichkeiten bei eigenen Einkäufen ausnutzen.

Outsourcing von Mahnwesen und Inkasso

Mit der Beauftragung eines Factoringinstitutes übernimmt dieses auf Wunsch auch buchhalterische Arbeiten sowie das Mahn- und Inkassoverfahren. Bis hin zur Übernahme der kompletten Debitorenbuchhaltung werden beim Factoring zahlreiche Services und Dienstleistungen angeboten, die ein Unternehmen entlasten. Die arbeitsintensiven Unternehmensbereiche werden ausgelagert, sodass frei gewordene Kapazitäten sich wieder den Kernkompetenzen widmen können.

Stilles Factoring ohne Einfluss auf die Kundenbindung

Beim Stillen Factoring wird der Kunde nicht darüber informiert, dass eine Factoringgesellschaft die organisatorischen Abläufe übernimmt und nach Forderungsverkauf Inhaber der Forderung ist. Potenzieller Schriftverkehr wird auf den Briefköpfen des Unternehmens geführt und auch die Kontoverbindung für die Zahlungen enthält keinerlei Hinweis auf den Forderungsverkauf.

Dies birgt für Onlinehändler den Vorteil, dass die Kunden nicht in irgendeiner Weise irritiert werden. Auch bei Onlinekunden kann es sich um einen sensiblen Kundenstamm handeln, der die Einschaltung eines “fremden Dritten” scheut. Um die Kundenbindung bei einer solchen Klientel nicht zu beeinflussen, wurde das Stille Factoring erschaffen.

Die Durchführung des Stillen Factorings ist jedoch für die Factoringgesellschaft mit erheblichen Risiken verbunden und wird deshalb an Voraussetzungen geknüpft. Hierzu gehören eine gute Bonität des Onlinehandels, eine stabile Gewinnsituation sowie eine bis zum Zeitpunkt des Factoringgeschäfts professionell und lückenlos durchgeführte Buchhaltung. Sind diese Anforderungen erfüllt und hat das Factoringinstitut die Bonität des Kundenstamms überprüft, steht einer langfristigen und erfolgversprechenden Finanzierungsalternative nichts mehr im Wege.


 

Factoring auch für Bau und Handwerk (09.05.2016)

Insbesondere mittelständische Handwerksbetriebe in der Baubranche haben es nicht leicht. Sie werden häufig vom Factoring ausgeschlossen, da ihre Geschäftstätigkeit mit zu großen Risiken behaftet ist. Factoring bedeutet dabei den Verkauf von Forderungen und wird von zahlreichen Branchen als wirtschaftliche Finanzierungsalternative genutzt, um die Unternehmensliquidität zu steigern und zu stabilisieren.

Etwa die Hälfte der 2015 registrierten 1.003.994 Handwerksbetriebe in Deutschland wurden in der Vergangenheit vom Factoring als Finanzierungsinstrument ausgeschlossen. Dabei sind gerade diese Baubetriebe nicht nur besonders von Liquidität abhängig, sondern stellen gleichzeitig auch ein wichtiges Standbein der deutschen Wirtschaft dar. Das Handwerk gehört in Deutschland zur Tradition und ist dank seiner Qualität als Wertarbeit weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Factoring für das Handwerk

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VOB – Ausschlusskriterium für Factoring?

Diverse Baubooms und die allgemeine Beruhigung auf den Wirtschaftsmärkten haben Factoringgesellschaften veranlasst, sich näher mit den Handwerksunternehmen als Factoringkunden zu befassen. Das Schlüsselproblem im Baugewerbe war bislang die kurz VOB genannte Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen. Elektrobetriebe, Klempnereien und viele andere Baubetriebe müssen ihre Verträge nach der VOB abschließen, was für Factoringgesellschaften mit gewissen Risiken einhergeht.

In der Baubranche geschieht es häufig, dass Bauherren bereits erbrachte Leistungen von Bauunternehmen als nicht vertragsgemäß betrachten oder Mängelrügen geltend machen, weshalb Zahlungen verweigert werden. Reklamationen gehören im Baugewerbe zur Tagesordnung und Gerichtsverfahren sind keine Seltenheit. In der Baubranche ist der Nachweis einer vollständig erbrachten Leistung daher häufig mit Komplikationen verbunden, was jedoch gleichzeitig auch Voraussetzung für den Verkauf von Forderungen an einen Factor ist.

Dennoch haben sich langjährig etablierte Factoringgesellschaften wie die nordwest Factoring & Service GmbH entschlossen, insbesondere kleinere Betriebe mit einem leistungsstarken Bau-Factoring den Rücken zu stärken. Trotz der VOB-Risiken wird das Bau-Factoring von nur wenigen Voraussetzungen abhängig gemacht: Mindestumsatz von 200.000 € pro Jahr, Firmensitz in Deutschland, keine Titel, keine Privatpersonen und ein maximales Zahlungsziel von 90 Tagen.

Bau-Factoring als Entlastung

Das Bau-Factoring sollte nicht als Allheilmittel gegen Finanzierungsprobleme betrachtet werden, aber die kurzfristige Versorgung mit Liquidität kann den allgemeinen Finanzrahmen des Betriebes stark entlasten. Insbesondere kleine und mittlere Baubetriebe verfügen in der Regel nicht über ausreichend Kapital und Kapazitäten, um sich gegen Zahlungsausfälle abzusichern.

Durch den sofortigen Ausgleich der Rechnungen werden Betriebe beim Bau-Factoring entlastet. Die Geschäftsführung kann den Ausgleich der Rechnungen fest einplanen. Selbst dann, wenn der Unternehmenskunde zahlungsunfähig wird, hat dies keinen Einfluss auf den Betrieb. Dank der Delkrederefunktion beim Factoring ist der Baubetrieb gegen Forderungsausfälle geschützt, wobei der Factor bis hin zur kompletten Übernahme der Debitorenbuchhaltung auch das Mahnwesen durchführt.

Bereits im Vorhinein sowie während der gesamten Geschäftsverbindung überprüft die Factoringgesellschaft die Bonität der Debitoren. Dadurch wird der Handwerksbetrieb kontinuierlich über die Vorgänge in Kenntnis gesetzt und kann entsprechend agieren, was insbesondere bei umfangreicheren Aufträgen und Baustellen von Vorteil sein kann. Sofern sich die Bonität eines Kunden dramatisch verschlechtert, kann der Betrieb rechtzeitig Maßnahmen ergreifen.

Weitere Auswirkungen des Factorings

Beim Factoring handelt es sich um einen echten Forderungsverkauf. Dies hat zur Folge, dass die Forderungen aus der Bilanz ausscheiden und sie um entsprechende Summen verkürzen. Was aus buchhalterischer Sicht auf der einen Seite fehlt, kommt der anderen Seite zugute; nämlich der Eigenkapitalquote. Durch das Factoring kann demnach die Eigenkapitalquote gestärkt werden, was einen positiven Einfluss auf das Bankenrating hat.

Als Kombination mit anderen Finanzierungsformen kann das Baufactoring auch dazu beitragen, Kreditzinsen einzusparen und Sicherheiten freizugeben. Durch die Versorgung mit Liquidität ist es vielen Betrieben möglich, vorzeitig Verbindlichkeiten abzulösen oder die Kontokorrentlinie zu entlasten. Sicherheiten und Bürgschaften lassen sich auf diesem Weg eher wieder freigeben, sodass sie anderen Zwecken dienen können.

Letztendlich trägt das Bau-Factoring nicht unerheblich dazu bei, engagierte Handwerksbetriebe positiv in die Zukunft blicken zu lassen und weiterhin Dreh- und Angelpunkt Deutschlands Wirtschaft zu sein.


 

Factoring zur Unternehmenssanierung (16.05.2016)

Bei Firmen, die von finanziellen Engpässen betroffen sind, besteht immer das Risiko einer Insolvenz. Es ist außerordentlich wichtig, die ersten Warnsignale zu berücksichtigen, um das Unternehmen noch rechtzeitig sanieren zu können. Factoring kann helfen, den Betrieb aus wirtschaftlichen Schieflagen zu befreien und erfolgreich zu sanieren.

Unternehmensinsolvenzen auf hohem Niveau

Die Anzahl der Insolvenzen sinkt nur langsam. Von Januar bis September 2015 veröffentlichte das Statistische Bundesamt im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 4,4 %. Dennoch mussten im Jahr 2015 mehr als 23.000 Firmen Insolvenz anmelden. Insbesondere mittelständische Firmen aus dem Handel und der Baubranche waren betroffen.

Zahl der Insolvenzen sinkt nur langsam

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Eine gut durchdachte und insbesondere rechtzeitig durchgeführte Unternehmenssanierung kann häufig eine Insolvenz verhindern. Kompetente Hilfe bieten Unternehmensberatungen an, die sich auf Sanierungen spezialisiert haben. Ein wichtiger Baustein in der Sanierungsphase kann Factoring sein, das professionelle Factoringgesellschaften für viele Branchen anbieten.

Warnsignale erkennen

Der Erfolg einer Sanierung setzt das rechtzeitige Erkennen der wirtschaftlichen Fehlsituation voraus, um eine Insolvenz zu verhindern. Wichtige Signale sind beispielsweise sinkende Umsätze, Zahlungsausfälle, hohe Forderungsbestände, zahlreiche Verbindlichkeiten, ein angespanntes Firmenkonto sowie aufgebrauchtes Eigenkapital. Leider werden sich viele Geschäftsführer dieser desaströsen Lage erst bewusst, wenn die Liquiditätslücke bereits offensichtlich klafft. Um jetzt noch eine Insolvenz zu verhindern, bedarf es zügiger und drastischer Maßnahmen.

Maßnahmen gegen eine Insolvenz

Eine Bewältigung von wirtschaftlichen Krisen setzt voraus, sich intensiv mit den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und der Steuerung sämtlicher Prozesse im Betrieb zu beschäftigen. Eine aktuelle IST-Analyse beantwortet dabei die Frage, ob die Firma überhaupt noch gerettet werden kann. Nicht immer ist dies möglich, wenn kaum Aussicht auf ein ausreichendes Volumen von Geschäften im Marktumfeld bei optimalem Margen-Kosten-Verhältnis besteht. Nur wenn das Unternehmen wirklich sanierungsfähig erscheint, kann ein professioneller Rettungsplan mit Maßnahmen der Unternehmensfinanzierung erstellt werden.

Ein Schwerpunkt dabei ist die Sicherung der laufenden Liquidität. Leider wird die Geschäftsführung gerade in dieser Situation eher selten von Hausbanken und Kreditinstituten unterstützt. Es werden keine Darlehen mehr gewährt, weil eine Insolvenz droht. Dennoch muss das Unternehmen für Liquidität sorgen, beispielsweise durch

  • Gesellschafterdarlehen
  • Lohnverzicht seitens der Mitarbeiter
  • Vereinbarung längerer Zahlungsziele bei Lieferanten
  • Erhöhung von Kontokorrentkrediten
  • Überarbeitung des Mahnwesens auf Effektivität

Factoring – Rechnungen verkaufen

Grundgedanke des Factorings ist es, die Liquidität des Betriebes zu optimieren. Voraussetzung hierfür ist die Kooperation mit einem Factor, der alle oder einen Teil der Forderungen des Unternehmens unmittelbar nach Rechnungslegung ankauft. Der Firma wird sofort nach Forderungsverkauf der Großteil der Summen als Liquidität zur Verfügung gestellt. Der Factor kümmert sich dann um die organisatorischen Abläufe und das Eintreiben der Zahlungen. Diese Dienstleistungsfunktion im Debitorenmanagement spart wiederum Kosten, was beispielsweise den zur Bearbeitung des Mahnwesens benötigten Personaleinsatz betrifft. Auch Bonitätsprüfungen in Bezug auf die Debitoren übernimmt der Factor, um rechtzeitig auf potenzielle Risiken eingehen zu können. Noch wichtiger ist es aber, dass beim klassischen Factoring der Factor auch den Schutz vor Forderungsausfällen anbietet. Das Unternehmen erhält durch diesen Delkredereschutz auch dann sein Geld, wenn der Kostenschuldner seine Zahlung verweigert oder nicht zahlen kann. Factoring eignet sich im Übrigen für Betriebe aus zahlreichen Branchen.

Factoring als Grundstein der Sanierung

Bereits beim Auftreten der ersten Warnsignale sollte mit der Veräußerung der Forderungen an eine Factoringgesellschaft begonnen werden, damit sich die Außenstände schnellstmöglich reduzieren. Der Eingang der Forderungsbeträge auf dem Firmenkonto wird dadurch planbar und das Ausfallrisiko entfällt, sodass eine Unternehmenssanierung umgesetzt werden kann. Mit der so zur Verfügung gestellten Liquidität können beispielsweise Lieferantenrechnungen frühzeitig beglichen werden, um durch Skonti den Betrieb doppelt zu entlasten.

Auch die Ablösung von teuren Krediten oder die Rückführung des Kontokorrentkredites, um Überziehungszinsen einzusparen, kann einem finanzschwachen Unternehmen aus der Krise helfen. Letztendlich ist Factoring ein alternatives Finanzinstrument, welches aber auf den eigenen Leistungen des Unternehmens basiert und deshalb zur Sanierung aus eigenen Kräften beiträgt.


 

Factoring – alternatives Finanzinstrument auch für KMU und Baugewerbe (01.06.2016)

Beim Factoring verkauft ein Unternehmen fortlaufend seine offenen Forderungen an einen Factor. Dieser gleicht im Durchschnitt 80 % bis 90 % der Forderungen innerhalb von 48 Stunden aus und kümmert sich um die weitere Abwicklung mit dem Kostenschuldner. Das Factoring nutzende Unternehmen erhält demnach in der Regel viel früher Liquidität, als es beim normalen Geschäftsablauf der Fall wäre.

Das Factoring war bis vor ein paar Jahren nur großen und umsatzstarken Unternehmen vorbehalten, die bereits lange am Markt etabliert waren. Mit der Steigerung des Bekanntheitsgrades und der allgemeinen Kundenzufriedenheit wuchs jedoch auch der Factoringmarkt, der heute neben individuellen Factoringangeboten auch Factoring für kleine und mittelständische Betriebe sowie Unternehmen aus dem Baugewerbe und Handwerk anbietet.

Warum die Zahlungsmoral gerade die Kleinen trifft

Das Warten auf die Zahlungseingänge von Kunden kostet nicht nur Nerven, sondern bindet auch Kapital. Die oftmals nicht so finanzkräftigen Kleinbetriebe leiden besonders unter einer schleppenden Zahlungsweise. Werden Rechnungen hingegen gar nicht bezahlt, kann dieser Ausfallschaden sogar die ganze Existenz gefährden.

Selbst bei Kunden mit guter Zahlungsmoral sind die Zahlungsziele häufig so lang, dass Liquiditätslücken aufgerissen werden. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und am Wirtschaftswachstum teilnehmen zu können, sind kleine und mittelgroße Betriebe jedoch wegen mangelnder Rücklagen auf genau diese Liquidität angewiesen.

Risiken auf den Factor übertragen

Veräußert ein Unternehmen seine offenen Posten aus Lieferung und Leistung kontinuierlich an einen Factor, wird unmittelbar Liquidität freigesetzt. Vor Abschluss eines Factoringvertrages überprüft der Factor die Kundenbonität, setzt ein entsprechendes Limit zur Forderungserstattung fest und übernimmt bei der klassischen Factoringvariante das Ausfallrisiko.

Dieser Ausfallschutz stellt sicher, dass das Unternehmen unabhängig von Zahlungsausfällen immer in den Erhalt seiner Forderungen kommt. Kommt ein Unternehmenskunde seinen Zahlungsverpflichtungen wirklich nicht nach, obliegt die Durchsetzung des Anspruchs dem Factor. Das Unternehmen selbst bekommt sein Geld also immer – unabhängig von der Zahlungsmoral seiner Kunden.

Auslagern von Geschäftszweigen

Beim Factoring erhält das Unternehmen auch die Möglichkeit, dem Factor im Rahmen der Dienstleistungsfunktion des Geschäfts auch die komplette Debitorenbuchhaltung zu übertragen. Je nach Wunsch und Bedarf ist der Factor in der Lage, von der einfachen Überprüfung von Zahlungseingängen bis hin zum ausgefeilten Debitorenmanagement zahlreiche individuelle Services anzubieten.

Das Auslagern dieser Verwaltungsaufgaben spart Geld, Zeit und Nerven. Die Buchhaltung ist beim Factor in kompetenten Händen, sodass sich Geschäftsführung und Mitarbeiter des Unternehmens beruhigt dem Unternehmenskern widmen können.

Diese Unternehmen profitieren vom Factoring

Factoring wird immer beliebter. In 2014 kümmerten sich deutsche Factoringgesellschaften um etwa 19.000 Unternehmen und Umsätze von knapp 190 Milliarden Euro. Seit 2015 wächst jedoch auch das Ankaufsvolumen bei den mittelständischen Factoringkunden.

Besonders erfahrene Factoringanbieter wie auch die nordwest Factoring & Service GmbH bieten Factoring heute sogar schon ab einem Jahresumsatz von 200.000 Euro an. Auch die nach der VOB (Vergabe und Vertragsordnung für Bauleistungen) wirkenden Betriebe aus Bau und Handwerk können von speziell auf die Branche ausgerichteten Factoringangeboten profitieren. Die VOB sieht verschiedene Gewährleistungsansprüche, Ausschreibungen, Vorauszahlungen und an offizielle Abnahmen gebundene Forderungen vor, was das Factoring in diesem Bereich bislang erschwerte. Dennoch haben sich einige Factoringgesellschaften dieser Branche angenommen und führen heute das Baufactoring mit großem und zugleich beidseitigem Erfolg durch.

Die Factoringkosten kurz erklärt

Die Kosten für das Factoring setzen sich aus der eigentlichen Factoringgebühr, dem Zins für die Vorfinanzierung sowie den Kosten für Bonitätsprüfungen zusammen. Die Gebühren richten sich auch nach dem Unternehmensumsatz, dem eingegangenen Risiko und der durchschnittlichen Forderungshöhe. Selbst die Anzahl der Rechnungen wird bei der Berechnung der Factoringkosten berücksichtigt. Dies, zumal der Factor auch die Debitorenbuchhaltung und das Mahnwesen entlastet.

Pauschal lässt sich die Frage nach den Kosten aufgrund der zahlreichen individuellen Factoringvarianten nicht beantworten. Im Durchschnitt müssen Interessenten jedoch mit 2 % bis 3,5 % vom Forderungsvolumen für das Factoring rechnen, was mitunter die Kosten für einen Kontokorrentkredit unterschreitet.


 

Verdecktes Factoring – diskreter Forderungsverkauf ohne Außenwirkung (15.06.2016)

Unternehmen, die mit Kunden aus dem öffentlichen Bereich zusammenarbeiten, vereinbaren häufig ein Abtretungsverbot. Auch reagieren vielleicht einige Kunden besonders sensibel, wenn sie von einem Unternehmen über die Einschaltung eines Factors informiert werden. Dennoch gibt es mit verdecktem Factoring die Möglichkeit, diese Hürden völlig gesetzeskonform zu umgehen. Beim verdeckten Factoring, das häufig auch stilles Verfahren genannt wird, veräußert ein Unternehmen seine offenen Forderungen an eine Factoringgesellschaft, ohne aber seine Kunden über den Forderungsverkauf zu informieren.

Verdecktes Factoring

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Funktion und Ablauf des stillen Verfahrens

Das verdeckte Verfahren bedeutet für den Factor, dass er auf eine Verifizierung der Rechnungen zu verzichten hat. Dennoch darf und wird er Nachforschungen über den jeweiligen Schuldner anstellen. Aus diesem Grund ähnelt das verdeckte Factoring auch einem Blanko-Ankauf von Rechnungen.

Die Factoringgesellschaft überweist innerhalb von 24 bis 48 Stunden zwischen 80 % und 100 % der Rechnungsbeträge an das Unternehmen. Das verdeckte Verfahren wird in der Regel als Inhouse Factoring angeboten, weshalb die Kommunikation mit den Debitoren sowie die Buchführung inklusive Inkasso und Mahnwesen in der Hand des Unternehmens verbleiben. Auch bei diesen Abläufen tritt der Factor also nicht öffentlich in Erscheinung.

Beim stillen Factoring erhält der Unternehmenskunde seine Rechnung von der Factoringgesellschaft, die aus Diskretionsgründen hierfür neutrale Papiere und Umschläge nutzt. Der Debitor wird aufgefordert, den fälligen Rechnungsbetrag auf ein Konto auszugleichen. Bei diesem Konto handelt es sich um ein Sonderkonto unter dem Firmennamen des Unternehmens, das an die Factoringgesellschaft abgetreten worden ist. Der Unternehmenskunde kann also nicht nachvollziehen, dass seine Forderung an den Factor veräußert worden ist.

Voraussetzungen und Konditionen

Verdecktes Factoring geht für den Factor mit höheren Risiken einher, weshalb die Durchführung auch an höhere Anforderungen in Bezug auf die Bonität des Unternehmens geknüpft wird. Nicht für jedes Unternehmen ist das stille Verfahren geeignet und wird häufig von guten Eigenkapitalquoten und einer nachweislich positiven Geschäftsentwicklung abhängig gemacht. Zu den allgemein üblichen Anforderungen für interessierte Unternehmen gehört neben einer guten Bonität auch eine stabile Gewinnsituation sowie eine kompetent geführte Buchhaltung.

Aufgrund der erhöhten Risiken für die Factoringgesellschaft fallen die Factoringgebühren beim verdeckten Factoring im Gegensatz zu anderen Factoringvarianten etwas höher aus. Die genauen Konditionen und Bedingungen für die Inanspruchnahme des stillen Factorings unterscheiden sich von Factor zu Factor.

Verdecktes Factoring im Kurzüberblick:

  • Offene Rechnungen werden an eine Factoringgesellschaft veräußert, ohne die Kunden entsprechend zu informieren.
  • Legitime Möglichkeit, Abtretungsverbote zu umgehen.
  • Wird auch als teilverdecktes Verfahren angeboten.
  • An hohe Anforderungen an beteiligte Unternehmen geknüpft.

Verdecktes oder offenes Factoring – ein Fazit

Das Gegenteil vom verdeckten Verfahren bildet das offene Factoring, bei dem Unternehmenskunden von der Involvierung eines Factors in Kenntnis gesetzt werden.

Hauptgrund vieler Unternehmen, sich für das stille Verfahren zu entscheiden, ist die Sorge, Kunden könnten den Forderungsverkauf als Misstrauensvotum werten oder die finanzielle Lage des Unternehmens falsch einschätzen. Weniger mit Finanzinstrumenten bewandte Unternehmen glauben sogar, dass Factoringgesellschaften unmittelbar Inkassobüros einschalten und Forderungen mit Gewalt eintreiben, was naturgemäß den Kundenkontakt nachhaltig in Mitleidenschaft ziehen kann.

In der Realität kann das offene Verfahren jedoch eher der Professionalisierung des Mahnwesens gleichgesetzt werden. Kunden erhalten einen kompetenten und erfahrenen Ansprechpartner, sodass es in vielen Fällen erst gar nicht zur Notwendigkeit von Mahnmaßnahmen oder Inkasso kommt. Daran ist naturgemäß auch den Factoringgesellschaften gelegen, um hohe Kosten und Verzögerungen in den Zahlungsabläufen zu vermeiden.

Nicht zuletzt hat sich das klassische – offene – Factoring mittlerweile bei vielen Unternehmen herumgesprochen und wird gänzlich als alternatives Finanzinstrument anerkannt. Schließlich ist Factoring generell nur Unternehmen vorbehalten, die im Geschäftsverkehr an modernen Alternativen aus der Wirtschaft nicht vorbeikommen.


 

Factoring – drei Funktionen für den geschäftlichen Erfolg (01.07.2016)

Factoring ist eine ursprünglich aus den USA stammende Finanzierungsform, die sich auch in Europa steigender Beliebtheit erfreut. Besonders für produzierende Unternehmen und Händler eignet sich Factoring als Finanzierungs- und Diensleistungsinstrument, wobei zwischenzeitlich auch branchenspezifische Factoringgesellschaften am Markt etabliert sind. Durch den Forderungsverkauf können Unternehmen ihre Marktstellung gegenüber ihrer Konkurrenz verbessern.

Dank Factoring keine Zahlungsausfälle mehr

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Die Basis hierfür bilden die drei wesentlichen Funktionen beim Factoring, nämlich die Finanzierungs-, Delkredere- und Dienstleistungsfunktion.

Vorfinanzierung mit Factoring

Factoring erfüllt als echter Forderungsverkauf eine Finanzierungsfunktion. Verkauft ein Unternehmen seine Forderungen an einen Factor, erhält es unmittelbar den vertraglich vereinbarten Ausgleich und verbessert so seine Liquidität. Dies birgt für das Unternehmen den Vorteil, dass es keinen Kredit beantragen muss, um beispielsweise kurzfristig eigene Lieferverbindlichkeiten ausgleichen zu können und dadurch in den Genuss von Skonti zu kommen. Des Weiteren kann das Unternehmen seinen Kunden längere Zahlungsziele einräumen, was ihm einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Die von der Factoringgesellschaft zur Verfügung gestellte Liquidität wird mit Beträgen belastet, die banküblichen Kontokorrentzinsen ähneln. Die Laufzeit hängt vom Eingang des Zahlungseinganges ab. Die Factoringkosten werden umsatzkongruent berechnet, sodass ein individuell vereinbarter Prozentsatz zwischen 0,5 % und 2,5 % vom Umsatz bzw. den Forderungen zu zahlen ist.

Einen Sicherheitsbetrag von 10 % bis 20 % hält die Factoringgesellschaft bei der Anweisung der Forderungsbeträge zurück. Dieser dient dem Ausgleich von potenziellen Rabatten, Skonto oder Mängelrügen durch den Debitor. Wird dieser Sicherheitseinbehalt nicht benötigt, wird er dem Unternehmen am Ende der Laufzeit angewiesen.

Schutz vor Zahlungsausfällen

Durch den Ankauf der Forderungen übernimmt die Factoringgesellschaft das volle Ausfallrisiko, das durch eine Nichtzahlung oder nur den teilweisen Ausgleich der Forderung durch den Debitor entstehen kann.

Das Unternehmen selbst haftet jedoch für den rechtlichen Bestand der Forderung. Es kann nur dann Geld von seinem Kunden verlangen, wenn es die vereinbarten Leistungen vollumfänglich und einwandfrei erbracht hat. Ist dies nicht der Fall und verweigert ein Kunde aus diesem Grund die Zahlung, muss das Unternehmen selbst eine Klärung herbeiführen.

Bei korrekt begründeten Forderungen greift hingegen die Delkrederefunktion des Factorings. Erweist sich eine Forderung als einwandfrei und der Kunde kommt seinen Zahlungsverpflichtungen trotzdem nicht nach, so muss die Factoringgesellschaft diesen Forderungsausfall übernehmen.

Entlastung durch Dienstleistungsfunktion

Factoringgesellschaften verstehen sich auch als Dienstleister, die ihren Kunden Verwaltungsaufgaben abnehmen können und so zu einer Reduzierung von Verwaltungs- und Personalkosten beitragen. Die Dienstleistungsfunktion beinhaltet beispielsweise die Debitorenbuchhaltung, verschiedene Bonitätsprüfungen sowie die Betreibung des Mahnwesens. Bis hin zur Übernahme des kompletten Debitorenmanagements lassen sich individuelle Dienstleistungspakete vereinbaren, die das Unternehmen deutlich entlasten.

Factoring und Varianten

Ein Unternehmen ist nicht verpflichtet, alle Funktionen des Factorings in Anspruch zu nehmen. Es kann zwischen vielen verschiedenen Factoringarten wählen, die auf die gängigen Bedürfnisse von Unternehmen jeglicher Größenordnung und Branche zugeschnitten sind.

Die gängigste Form ist das Full-Service-Factoring, bei dem die Finanzierungsfunktion, die Delkrederefunktion sowie die Dienstleistungsfunktion enthalten ist. Beim Bulk-Factoring übernimmt das Unternehmen hingegen sein Debitorenmanagement selbst, sodass bei dieser Variante nur Vorfinanzierung und Risikoabsicherung in den Fokus rücken. Das Fälligkeits-Factoring bietet wiederum nur den Delkredereschutz und Dienstleistungen aus dem Buchhaltungsbereich. Wünscht ein Kunde wegen seines verlässlichen Kundenstammes gar keinen Schutz vor Forderungsausfällen, so kann er durch Unechtes Factoring nur von der Finanzierung und dem Debitorenmanagement profitieren.

Wirtschaftliche Aspekte des Factorings

Aus finanzwirtschaftlicher Sicht gehören Rentabilität, Sicherheit und insbesondere Liquidität zu den bedeutenden Kriterien, die für Factoring sprechen. Das durch Forderungen gebundene Kapital wird durch das Factoring schon weit vor dem Fälligkeitszeitpunkt freigesetzt. Dadurch verringert sich die Bindungsdauer von finanziellen Mitteln aus den Forderungen, was einen höheren Kapitalumschlag erzeugt. Kann so eine Steigerung der Erträge erreicht werden, die die Factoringkosten übersteigen, steigt gleichzeitig die Rentabilität.

Letztendlich ist Factoring für viele Unternehmen sicherlich eine interessante Alternative zu traditionellen Finanzierungsmethoden.


 

Alternativen zum Bankkredit für Kleinunternehmer (15.07.2016)

Kleine und mittelgroße Unternehmen müssen größere Anschaffungen oft finanzieren. Investitionen in neue Produktionsstätten, Geräte, Maschinen oder Firmenwagen können nur selten aus eigener Kraft getätigt werden. Der Gang zur Hausbank wird jedoch immer schwieriger, da Kreditvergaben an immer mehr Auflagen geknüpft und die Konditionen kontinuierlich ungünstiger werden. Jedoch gibt es Alternativen zum Bankkredit, die Kleinunternehmern mehr Flexibilität und Freiräume versprechen.

Leasing – Nutzen ohne Eigentum

Als Kleinunternehmen mit dauerhaftem Bedarf an Gütern kann es wirtschaftlich günstig sein, Leasing zu nutzen. Als klassische Alternative zum Erwerb per Finanzierung lassen sich nicht nur Firmenfahrzeuge leasen, sondern auch mobile Maschinen oder sogar Immobilien.

Mit dem Leasing wird die Vermietung von Anlagegegenständen bezeichnet. Der Unterschied zum gewöhnlichen Mietvertrag ist die Zwischenschaltung der Leasinggesellschaft zwischen Hersteller und Nutzer. Als Leasinggüter kommen alle Güter in Betracht, die sich für einen längeren Verbleib und eine längere Nutzung im Unternehmen empfehlen. Wirtschaftsgüter für den kurzfristigen Verbrauch oder auch Verkauf eigen sich nicht für ein Leasing. Nach Ablauf des Leasingvertrages wird das Anlagegut wahlweise erworben oder wieder zurückgegeben.

Statt beim Kauf wird beim Leasing die Liquidität des Unternehmens nicht verschlechtert. Der Liquiditätsstatus und der Kreditrahmen bei der Bank bleiben unverändert, sodass Leasing eine objektbezogene Finanzierungsalternative darstellen kann. Allerdings geht Leasing immer mit eher langfristigen Bindungen an die Leasinggesellschaft einher und das geleaste Objekt kann nicht zum Anlagevermögen gezählt werden.

Finanzierung über Kundenanzahlung oder Lieferantenkredit

Eine Vorfinanzierung mittels Kundenzahlung empfiehlt sich bei kleineren Unternehmen aus dem Handwerk. Wenn der Kunde einen Auftrag erteilt, wird ihm vorab ein Teil- oder Gesamtbetrag berechnet. Mit dieser Zahlung kann das Unternehmen das für den Auftrag benötigte Material, Waren und Dienstleistungen bestellen und bezahlen. Der Abnehmer tritt also als Kreditgeber auf und leistet eine Art Finanzierungshilfe.

Der Vorteil der Finanzierung mittels Kundenanzahlung ist der, dass eine Nichtabnahme von bestellten Waren eher selten auftritt und der Auftraggeber dem Unternehmen die Liquidität in der Regel zinslos zur Verfügung stellt. Allerdings führt die Anforderung einer Anzahlung nicht selten zu einer Unzufriedenheit beim Kunden und wird häufig abgelehnt.

Beim Lieferantenkredit handelt es sich um einen Kredit, den ein Lieferant seinem Käufer im Zusammenhang mit seinem Warenabsatz einräumt. Unter diesen Begriff fallen auch Buchkredite, Wechselkredite sowie Einrichtungs- und Ausstattungskredite, die häufig in der Branche der Gastronomie genutzt werden. Für Lieferantenkredite werden in der Regel nicht von zusätzlichen Sicherheiten abhängig gemacht, was für kleinere Unternehmen von großer Bedeutung ist.

Lieferantenkredite können helfen, die Zeit zwischen Warenbeschaffung und dem Umsatzgeschäft aus dem Verkauf finanziell zu überbrücken. Als kurzfristige Finanzierung wird beim Lieferantenkredit zwar häufig auf Bonitätsprüfungen verzichtet, aber dafür hohe Entgelte und Zinsen berechnet.

Finanzierung durch Übernahme von Kundenforderungen

Die Übernahme von Kundenforderungen ist auch als Factoring bekannt. Ein Factoringunternehmen übernimmt bei Ankauf der Forderungen auch das Ausfallrisiko und bietet verschiedene Service-Funktionen an. Das auch Factor genannte Finanzierungsinstitut kann sogar die komplette Debitorenbuchhaltung übernehmen, was auch das Inkasso und das Mahnwesen enthält.

Für das klassische Factoring wird neben den üblichen Zinsen auch eine Gebühr für die Dienstleistungen berechnet, die sich auf zwischen 1 % und 2,5 % der Forderungsbeträge beläuft. Trägt die Factoringgesellschaft auch das Risiko von Forderungsausfällen, erhöht sich die Gebühr um 0,2 % bis 0,5 %, was jedoch auch abhängig von der Bonität des Kundenstammes und des Geschäftsvolumens ist.

Durch den Forderungsverkauf gewinnt das Unternehmen schnell Liquidität und kann sich gleichzeitig Arbeit und Zeit durch die Service-Funktionen ersparen. Die Kosten für eine externe Debitorenbuchhaltung fallen weg. Allerdings eignet sich Factoring für Unternehmen, die zum Großteil bar bezahlt oder mit sehr knapp bemessenen Zahlungszielen arbeiten, eher nicht. Diese Form der Vorfinanzierung greift insbesondere dann, wenn durch vorzeitigen Ausgleich der Forderung durch den Factor der Zeitraum bis zur späteren Fälligkeit und damit der Kundenzahlung überbrückt werden soll.


 

Alternative Finanzierungswege für ein Plus an Liquidität (01.08.2016)

Wer ein Unternehmen am Markt etablieren möchte, sollte über ausreichend Kapital verfügen. Leider zögern die Banken aber oft, kleinen und mittelgroßen Unternehmen die notwendigen Kredite einzuräumen. Entweder reicht das Eigenkapital des Unternehmens nicht aus, oder aber Sicherheiten können nicht gegeben werden. Und dennoch gibt es neue Finanzierungswege, die ein Unternehmen optimal mit Kapital ausstatten können.

Wenn Unternehmen keine Sicherheiten für eine Bankenfinanzierung vorweisen können, rücken zukunftsweisende Investitionen in die Ferne. Viele Innovationen und Ideen können nicht in die Tat umgesetzt werden, sodass wirtschaftliche und geistige Ressourcen abhandenkommen. Dabei handelt es sich häufig noch nicht einmal um riesige Beträge, sondern eher um Summen zwischen 50.000,00 € bis 100.000,00 € für entsprechende Investments.

Wenn Unternehmen Wachstum generieren und Werte schaffen möchten, sollten sie sich über Alternativen zur konventionellen Bankenfinanzierung informieren. Aufbauend auf einem robusten Fundament lassen sich die geplanten Investitionen durch mehrere Säulen aus dem Finanzierungsbereich absichern.

Ein Praxisbeispiel

Wie eine solide Gesamtfinanzierung aussehen kann, zeigt das nachfolgend beschriebene Beispiel eines Unternehmens aus der Druckereibranche. Die Finanzierungssäulen werden aus Partnerfinanzierung, Finetrading, Factoring sowie Sale-and-Lease-Back gegründet. Das Ergebnis des Zusammenwirkens ist eine erhöhte Eigenkapitalquote und eine für das Unternehmen ausreichende Liquidität.

Bei der Druckerei handelt es sich um ein langjährig etabliertes Unternehmen mit 25 Mitarbeitern und knapp 3 Mio. € Umsatz pro Jahr. Dank Aktualisierung der Produktpalette und Überarbeitung des Dienstleistungsangebots ist die Druckerei in den letzten Jahren stark gewachsen, was jedoch die Finanzstruktur nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen hat. Noch rechtzeitig wurde die Problematik von den Gesellschaftern und Geschäftsführern erkannt, die Liquiditätsschwierigkeiten und Finanzierungsengpässe durch das Wachstum prognostizierten und handeln mussten. Da die Hausbank aber durch den neuen Bedarf der Druckerei ihre Finanzierungsgrenze erreichte, wandte sich das Unternehmen alternativen Finanzkonzepten zu.

Mehr finanzieller Spielraum durch Finetrading

In Bezug auf Lieferanten entschied sich die Druckerei für das Finetrading. Der sogenannte Finetrader tritt dabei als Zwischenhändler auf und erwirbt die Waren vom Lieferanten, die er umgehend an die Druckerei weiter verkauft. Der Finetrader räumt seinen Kunden im Gegensatz zum Lieferanten ein weitaus längeres Zahlungsziel von bis zu sechs Monaten ein.

Durch das Finetrading erhält die Druckerei also zu günstigen Konditionen etwas mehr Liquiditätsspielraum, ohne dass Vermögenswerte als Sicherheit benötigt werden. Die Einkaufsseite des Unternehmens kann dadurch optimiert und auch durch Nutzung von Rabatten und Skonti abgesichert werden.

Erweiterung der Kreditlinie

Im nächsten Schritt hat die Druckerei Gespräche mit Banken geführt und erläutert, unter welchen Voraussetzungen eine Ausweitung der Kreditlinie möglich ist. Vorbereitend hat das Unternehmen ein Konzept mit einer detaillierten Liquiditäts- und Ertragsplanung erstellt. Zusätzlich zur Hausbank finanziert nun ein weiteres Finanzierungsinstitut die Druckerei, was die Gefahr von Finanzierungsausfällen wegen der Verteilung der Finanzlast auf mehrere Säulen reduziert.

Stille Beteiligungen für höheres Eigenkapital

Stille Beteiligungen werden als wirtschaftliches Eigenkapital oder aber Eigenkapital ersetzende Mittel betrachtet und dürfen auch in der Bilanz dem Eigenkapital angerechnet werden. Durch stille Beteiligungen hat die Druckerei nicht nur das Eigenkapital erhöht, sondern ist auch den geläufigen Forderungen der Banken nachgekommen.

Factoring für schnelle Liquidität

Um auch die Zahlungsmodalitäten der Druckereikunden zu optimieren, bedient sich das Unternehmen des Factorings. Dabei werden die Forderungen an eine Factoringgesellschaft verkauft und innerhalb von zwei Arbeitstagen erstattet. Über die Zurverfügungstellung von Liquidität hinaus übernimmt die Factoringgesellschaft auch das Risiko von Zahlungsausfällen.

Leasing in Sonderform: Sale-and-Lease-Back

Bei dieser Sonderform des Leasings handelt es sich um einen Rückmietverkauf, den der Druckereibetrieb für seine Maschinen nutzt. Die Druckerei verkauft ihre Maschinen an die Leasinggesellschaft und mietet sie von dort wieder zur Nutzung an. Durch das Sale-and-Lease-Back kann in der Bilanz ein Teil vom Anlagevermögen aktiviert werden, was wiederum für Liquidität sorgt.

Fazit: Positiver Blick in die Zukunft

Ausreichend für das Wachstum finanziert hat die Druckerei durch stille Beteiligungen und die anderen Maßnahmen ihr Kreditrating verbessert. Durch die Einschaltung alternativer Finanzierungspartner wird die Last der Gesamtfinanzierung neu aufgestellt, optimiert und in Bezug auf potenzielle Risiken verteilt. Durch den Einsatz von Finetrading und Factoring ist es der Druckerei möglich, von Skonti und Rabatten zu profitieren und derartige Vergünstigungen auch dem eigenen Kundenstamm anzubieten. Zusätzlich ist das Unternehmen mit ausreichend Liquidität versorgt und vor Zahlungsausfällen abgesichert.


 

Banken umschwärmen Mittelstand (15.08.2016)

Die Banken zeigen im Moment Bereitschaft, mittelständischen Unternehmen wieder Kredite einzuräumen. Voraussetzung hierfür ist eine gute Bonität des Unternehmens und auch sonst werden den Betrieben Steine in den Weg gelegt.

Die Niedrigzinspolitik von den Notenbanken stellt die Banken vor Herausforderungen. Die Gewinnspanne zwischen Einlagezinsen und Kreditzinsen ist geschrumpft, was die Jahresrendite auf Vermögenswerte in Mitleidenschaft zieht. Die Banken reagieren auf diese Entwicklung mit der Bewerbung von provisionsstarken Produkten. Darüber hinaus soll durch mehr Kreditgeschäfte ein Ausgleich bei den Gewinnspannen geschafft werden.

Umworben wird insbesondere der Mittelstand. Die Banken machen Zugeständnisse bei den Vertragsbedingungen und den zu stellenden Sicherheiten. Im Fokus liegen jedoch fast ausschließlich Unternehmen mit guter Bonität. Kunden mit riskanten Bonitäten werden häufig nur für provisionsträchtige Finanzprodukte wie beispielsweise zur Absicherung von Geschäften im Ausland akzeptiert.

Finanzierungsbedarf decken bei riskanter Bonität

Es gibt dennoch Möglichkeiten, wie sich Unternehmen mit einer nicht ganz so optimalen Bonität einen Liquiditätsspielraum erschaffen können.

Für Betriebe mit einem Jahresumsatz zwischen 100 bis 500 Mio. € waren Mittelstandsanleihen eine Alternative zum Kreditgeschäft. Allerdings ist dieser Bereich aktuell durch horrende Ausfallquoten riskant. Studien haben ergeben, dass seit 2010 etwa 29 % der 180 begebenen Mittelstandsanleihen ausgefallen sind. Privatanleger, die bislang in diesem Markt zahlreich vertreten waren, haben das Risiko unterschätzt und scheuen sich vor Investitionen.

Nicht davon betroffen sind große Familienunternehmen, die Milliardenumsätze erzielen. Diese können sich mit Anleihegeschäften ab 100 Mio. € ohne Probleme am Markt platzieren, der eine entsprechend große Nachfrage von institutionellen Investoren bereithält. Unternehmen mit einem geringerem Bedarf ab etwa 20 Mio. € finden mit unmittelbar bei diesen Investoren platzierten Schuldscheindarlehen eine adäquate Alternative. Dabei entfällt auch der ansonsten übliche Kosten- und Zeitaufwand für die Dokumentations- und Publikationspflichten sowie für das externe Rating.

Richtiger Zeitpunkt für den Börsengang

Eine weitere Alternative stellen Kreditfonds dar, die mit dem Kapital von Großanlegern in unterschiedliche Darlehen investieren. Diese Kapitalsammlungen gewinnen seit der Erlaubnis der direkten Darlehensvergabe an Unternehmen durch die BaFin an Bedeutung.

Wer als mittelständisches Unternehmen den Kapitalmarkt für sich nutzen will, kann dies auch über Aktien an der Börse tun. Allerdings kostet ein IPO (Initial Public Offering) zunächst einmal Geld und Zeit. Es muss ein den rechtlichen Vorgaben entsprechendes Prospekt erstellt werden und auch das Controlling hat den Informationsansprüchen der Anleger zu entsprechen. Darüber hinaus gilt es, die Investoren erst einmal generell zu überzeugen. Im Durchschnitt muss bei einem IPO mit Kosten von etwa 4 % des Gesamtvolumens gerechnet werden, was erst bei einem Finanzbedarf von Kapital ab zweistelliger Millionenhöhe wirtschaftlich sinnvoll erscheint.

Umfangreichere Wachstumsschritte oder die Umstrukturierung im Gesellschafterkreis gehören zu den typischen Indikatoren für eine Börsenfinanzierung. Nur wenig deutsche Unternehmen nutzen die Börse für ihre Finanzierung, was an den Schwankungen der Börse und den dadurch erschwerten Planungen eines IPOs liegt.

Darüber hinaus senkt auch die allgemeine Investitionsbereitschaft den Finanzierungsbedarf ab, wobei sich das mangelnde Interesse im niedrigen Zinsniveau widerspiegelt und gleichzeitig die Attraktivität von Kreditgeschäften unterstreicht. Der mit einem IPO verbundene Einfluss fremder Kapitalgeber wird von deutschen Unternehmen mit Argwohn betrachtet.

Alternative Finanzwege

Unabhängig von Banken und fremden Kapitalgebern können sich Unternehmen durch Factoring finanzieren. Statt bei Kreditgeschäften mit festen Zahlen im Kapital zu arbeiten, basiert Factoring auf einer umsatzkongruenten Finanzierung. Ein Factor kauft nach vorheriger Prüfung der Bonität und Umsatzdetails sowie Festsetzung eines Ankaufslimits die offenen Forderungen des Unternehmens an. Der Ausgleich erfolgt unmittelbar und optimiert die Liquidität im Unternehmen, ohne die Geschäftsbeziehungen zu den Kunden zu beeinträchtigen. Dem Kundenstamm bleiben die vereinbarten Zahlungsziele.

Factoringgesellschaften bieten in der Regel verschiedene Arten des Factorings an. Neben dem Ankauf und Ausgleich von Forderung gegen Gebühr besteht auch die Möglichkeit eines Delkredereschutzes. Darüber hinaus können auch Dienstleistungspakete geschnürt werden, die die Übernahme der Debitorenbuchhaltung und andere organisatorische Abläufe beinhalten, was wiederum das Unternehmen entlastet.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/finanzierung-umschwaermter-mittelstand-1.3191142


 

Die Wahl der richtigen Unternehmensfinanzierung (01.09.2016)

Viele Unternehmen und Betriebe wenden sich an ihre Hausbank, wenn sie Kapital benötigen. Um für Liquidität Sorge zu tragen, wird häufig ein Kontokorrentkredit für die Überbrückung potenzieller Engpässe genutzt. Dennoch müssen auch hier die individuellen Konditionen verglichen werden, wobei auch andere Finanzinstrumente nicht unberücksichtigt bleiben sollten.

Informationen zum Kontokorrentkredit

Bei einem Kontokorrentkredit handelt es sich um einen kurzfristig gewährten Kredit, den Banken ihren bonitätsstarken Kunden einräumen. Unternehmen und Betriebe nutzen einen Kontokorrentkredit, um für einen überschaubaren Zeitraum liquide zu bleiben. Der Kontokorrentkredit kann also auch als Betriebsmittelkredit, Überbrückungskredit oder Saisonkredit dienen. Häufig wird für die Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredites eine Dauer von durchschnittlich 90 Tagen sowie eine Höchstgrenze, bis zu der dieser Kredit in Anspruch genommen werden kann, vereinbart. Sofern der Kontokorrentkredit vereinbarungsgemäß in Anspruch genommen wird, kann die Bank dem Geschäft auch einen mittel- bis langfristigen Charakter zuordnen.

Das Unternehmen kann den gewährten Kreditrahmen wahlweise voll, nur zum Teil oder auch gar nicht ausschöpfen. Nur für die tatsächlich in Anspruch genommenen Beträge müssen die vereinbarten Zinsen gezahlt werden. Dabei ist der Zinssatz stets variabel und richtet sich nach den aktuellen Konditionen auf dem Kapitalmarkt.

Tipp: Kosten von Kontokorrentkrediten vergleichen

Bei der Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredites sollte jeder Unternehmer die Kosten und Gebührenbestandteile genau prüfen und die Gesamtkosten in Vergleich zu anderen Finanzierungsinstrumenten setzen.

Auf den in Anspruch genommenen Betrag eines Kontokorrentkredites werden Sollzinsen berechnet, die dem Marktzinsniveau entsprechen und wegen der taggenauen Fälligkeit verhältnismäßig hoch ausfallen. Darüber hinaus wird in der Regel eine Provision als Entgelt berechnet, die die Möglichkeit des täglichen Abrufs der Kreditsumme ausgleicht. Diese wird als Aufschlag auf die Zinsen oder als Bereitstellungsprovision ausgewiesen und ist vom nicht genutzten Kreditrahmen abhängig. Wird der Kontokorrentkredit über das vereinbarte Limit hinaus in Anspruch genommen, werden zusätzlich Überziehungsprovisionen fällig.

Nicht zu vergessen sind Kontoführungsgebühren und die Gebühren, die für Grundleistungen wie Zusendung von Kontoauszügen und Nutzung der bankentechnischen Einrichtungen anfallen.

Factoring als alternatives Finanzierungsinstrument

Beim Factoring handelt es sich um eine umsatzkongruente Vorfinanzierung. Durch den Verkauf von Forderungen aus Lieferung und Leistung erhält das Unternehmen innerhalb kürzester Zeit bis zu 90 % der Forderungssumme als Liquidität.

Ein Beispiel:

Ein Druckereibetrieb aus dem Mittelstand generiert einen Umsatz von etwa 1,2 Mio. Euro im Jahr. Die Kunden des Unternehmens kommen erst nach durchschnittlich 60 Tagen ihren Zahlungsverpflichtungen nach. Aufgrund fehlender Liquidität ist dem Unternehmen ein Einkauf unter Ausnutzung von Skonti nicht mehr möglich, da es zur Finanzierung seiner Außenstände von kontinuierlich ca. 200.000 Euro gezwungen ist.

Würde die Druckerei nun auf Eigenkapital zurückgreifen, würde Liquidität an anderer Stelle fehlen. Auch Banken lassen sich häufig Forderungen als Sicherheit abtreten, wobei jedoch pauschale Bewertungsabschläge erfolgen. Auch nur gegen Stellung zusätzlicher Sicherheiten sind kurzfristige Kreditlinien von etwa 50.000 Euro durchzusetzen. Selbst in diesem Fall bleibt dem Druckereibetrieb noch eine Liquiditätslücke von 150.000 Euro.

Eine involvierte Factoringgesellschaft prüft vor Abschluss eines Factoringvertrages das Unternehmen, den Geschäftskern, die Unternehmenskunden sowie übliche Liefer- und Zahlungsbedingungen. Nach Abschluss dieser Überprüfung kann die Factoringgesellschaft den Forderungsbestand in Höhe von 200.000 Euro ankaufen. Nach durchgeführter Bonitätsprüfung des Kundenstammes setzt die Factoringgesellschaft ein Ankaufslimit fest, das im Durchschnitt zwischen 80 % und 90 % des Forderungsbestandes beträgt. Dadurch fließt dem Druckereibetrieb unmittelbar nach Forderungsverkauf selbst bei 80 % ein Betrag von 160.000 Euro als verfügbare Liquidität zu. Die einbehaltenen Anteile vom Kaufpreis werden nach Zahlungseingang der Unternehmenskunden und Abrechnung der Factoringgebühren angewiesen.

Die Vorteile des Factorings

Einer der entscheidenden Vorteile des Factorings ist sicherlich die schnelle Beschaffung von Liquidität. Für Unternehmen wird es möglich, etwa 80 % bis 90 % des Umsatzes sofort in Liquidität umzuwandeln, während Kredite von Sicherheiten abhängen, Zeit in Anspruch nehmen und geringere Zuflüsse ermöglichen.

Insbesondere bei kleineren und mittelständischen Betrieben hat Factoring noch den Vorteil, dass der Forderungsverkauf eine Bilanzverkürzung mit sich bringt, wodurch die Eigenkapitalquote verbessert werden kann. Dies ermöglicht ein besseres Bankenrating bei der Hausbank und somit auch günstigere Konditionen für folgende Finanzgeschäfte.

Zusätzlich wird das Unternehmen entlastet, da beim klassischen Factoring auch administrative Aufgaben übernommen werden. Hierzu zählen Mahnwesen und Inkasso, wobei bis zur Übernahme des kompletten Debitorenmanagements variable Dienstleistungen angeboten werden.

Der wichtigste Vorteil des Factorings ist für ein Unternehmen jedoch der Delkredereschutz. Durch den Forderungsverkauf wird das Unternehmen beim Factoring gegen Forderungsausfälle abgesichert und kann sich auf seinen Unternehmenskern konzentrieren.


 

Alternativen für die Unternehmensfinanzierung (15.09.2016)

Liquidität ist für Unternehmen die Basis zum Erfolg. Über herkömmliche Finanzierungen der Banken hinaus haben sich zwischenzeitlich auch Alternativen für die Unternehmensfinanzierung etabliert. Eine davon ist Factoring, womit eine stetige Vorfinanzierung offener Forderungen gegenüber gewerblichen Kunden gemeint ist.

Offenes oder stilles Factoring

Beim Factoring wird grob zwischen dem offenen sowie dem stillen Factoring unterschieden. Das offene Verfahren beinhaltet die Information der Debitoren, dass die entsprechende Forderung an den Factor abgetreten worden ist. Das Informationsschreiben enthält den Zessionstext sowie eine neue Kontoverbindung, die der Factor vorab eröffnet hat.

Im stillen Verfahren erhalten die Debitoren hingegen keine Kenntnis von der Forderungsabtretung und der Involvierung eines Factors. Dies bedeutet also, dass der Forderungsverkauf auch auf den Rechnungen und dem allgemeinen Schriftverkehr nicht ersichtlich wird. Entweder verpfändet das Unternehmen hierfür vorab sein Geschäftskonto an den Factor oder ändert lediglich ohne weiteren Hinweis seine Bankverbindung auf den Rechnungen und Briefbögen.

Stilles Factoring eignet sich eher für Betriebe aus der Automobil- oder Lebensmittelbranche, da dort in der Regel mit Abtretungsverboten gearbeitet wird.

Factoring als mittelständische Unternehmensfinanzierung

Insbesondere mittelständische Betriebe und Freiberufler zahlreicher Branchen profitieren vom offenen Factoring, da die Transparenz des Geschäftes vom Kundenstamm gut aufgenommen wird und das Vertrauensverhältnis stärkt.

Mit Abschluss des Factoringvertrages werden alle benötigten Daten an den Factor übermittelt. Dieser legt einen Rahmen fest, bis zu welchem Betrag die Forderungen vorfinanziert werden können. Dies insbesondere aus dem Grund, dass der Factor das Unternehmen durch den Ausfallschutz absichert. Mit Übernahme der Forderungen wird beim Factoring auch das Risiko von Zahlungsausfällen (Delkredere) übertragen. Die eigene Absicherung erfolgt beim Factor in der Regel über Warenkreditversicherungen. Ankaufslimits werden im Übrigen flexibel gehandhabt und können noch angepasst werden.

Innerhalb weniger Werktage nach Forderungsverkauf verfügt das Unternehmen über Liquidität auf dem Geschäftskonto. Zusätzlich kommt ein rückwirkender Ankauf von Forderungen der letzten 30 Tage in Betracht. Bei jeder Rechnung wird das Unternehmen mit Abschluss des Factoringvertrages mit einem entsprechenden Geldfluss versorgt. Durch die Übernahme des Delkredere ist diese Liquidität sicher und planbar.

Alternativen zum Factoring

Factoring ist nicht die einzige Möglichkeit, schnell an Kapital zu gelangen. Noch immer gilt der Dispositionskredit als bewährte Methode, die Liquidität kurzfristig zu erhöhen. Allerdings ist die Wirtschaftlichkeit dieser Lösung von der Höhe der Kreditzinsen und Gebühren abhängig.

Auch die Veräußerung von Unternehmensanteilen kommt in Betracht, was privat oder an der Börse erfolgen kann. Zinsen und Tilgung fallen bei dieser Alternative nicht an. Jedoch werden dadurch den jeweiligen Investoren nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte eingeräumt.

Nicht zuletzt kann auch Leasing ein Unternehmen entlasten. Das Leasen von Anlagevermögen spart Kapital. Leasing eignet sich insbesondere für Güter wie Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge, die einen hohen finanziellen Aufwand bedeuten. Im verarbeitenden Gewerbe wird auch Sale & Lease Back eingesetzt, wodurch sich stille Reserven im Anlagevermögen aushebeln lassen. Hierbei veräußert das Unternehmen ihren bereits abgezahlten Maschinenpark an ein Leasingunternehmen und erhält die entsprechende Liquidität. Parallel hierzu least das Unternehmen diese Güter jedoch zurück und bezahlt eine Miete über die vereinbarten Leasingraten.

Verhältnismäßig neu ist auch das Finetrading, durch das Unternehmen ihre Rechnungen kurzfristig und unkompliziert ausgleichen können. Der Finetrader ist dabei mit einem Zwischenhändler zu vergleichen. Durch den Finetrader wird dem Betrieb ein sofortiger Ausgleich von Wareneinkäufen ermöglicht, ohne das eigene Kapital damit belasten zu müssen. Finetrading ist also eine bankenunabhängige Einkaufsfinanzierung, die beim anfertigenden Unternehmen den Zeitraum zwischen Lieferantenausgleich und Zahlung des Endkunden überbrückt.

Von allen vorbeschriebenen Alternativen ist jedoch nur das Factoring als umsatzkongruent zu betrachten. Nur die tatsächlichen Lieferungen und Leistungen eines Unternehmens können in Rechnung gestellt und dem Factor abgetreten werden. Der laufende Liquiditätsfluss beruht demnach immer auf den eigenen Arbeitsleistungen und wird durch die Übernahme des Ausfallrisikos abgesichert.