Factoring als Starthelfer für erneuerbare Energien

Kaum eine Branche wächst derzeit schneller als die der erneuerbaren Energien. Das Streben nach sauberem Strom hat – gepaart mit staatlichen Fördermitteln – für einen echten Boom bei Wind-, Solar- und Biomasseenergie gesorgt. Eigentlich goldene Rahmenbedingungen für aufstrebende Mittelständler, doch die Konkurrenz ist gerade im Solarbereich enorm. Unternehmen, die sich im harten Wettbewerb mit Anbietern aus Asien behaupten wollen, müssen jede noch so kleine Reserve mobilisieren, und insbesondere wenn es um die Finanzierung notwendiger Investitionen geht, kann Factoring hier ein wichtiger Baustein sein.

Gerade bei den erneuerbaren Energien besteht ein konstant hoher Finanzierungsbedarf für Rohstoffe, Forschung, und Produktionskapazitäten. Doch wenn mit zunehmendem Umsatz auch Außenstände wachsen, entstehen schnell Engpässe, die angesichts verschärfter Risikoauflagen im Vorfeld von Basel III noch verschärft werden. Zwischenfinanzierungen sind in vielen Fällen nur zu teuren Zinssätzen oder überhaupt nicht zu bekommen. Angesichts zahlreicher Firmenpleiten in den vergangenen Monaten sind die Banken gerade gegenüber Firmen aus der Solarbranche extrem vorsichtig geworden.

Insbesondere bei Unternehmen, die schnell expandieren und einen wachsenden Kundenstamm bedienen müssen, bietet sich deshalb Factoring als Ausweg aus der Finanzierungsfalle an. Wer sich für den laufenden Verkauf seiner Forderungen entscheidet, wird unabhängiger vom Kreditmarkt und stellt parallel zum steigenden Umsatz auch seine Liquidität sicher. Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien können so sicherstellen, dass sie auch schnell steigende Auftragsvolumina bedienen können und nicht durch verzögerte Zahlungen bestehender Kunden ausgebremst werden.

Entwicklung Factoring 2011 und 2012

Auch in den vergangenen Jahren hat sich das bundesweite Wachstum der Factoringbranche weiter fortgesetzt. Im ersten Halbjahr 2012 erreichten die Mitglieder des deutschen Factoring-Verbandes eine neue Bestmarke von 16.950 Kunden, im Jahr 2011 waren es noch 14.570 Kunden gewesen. Auch der Gesamtumsatz der führenden deutschen Factoring-Anbieter stieg im ersten Halbjahr 2012 weiter und erreichte 77,64 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus von 2,7 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011, als dieser Wert noch bei 75,60 Milliarden Euro lag. Dies macht deutlich, dass Factoring auch in deren Zeit nach der Hochphase der Finanzkrise weiter zugelegt hat.

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Liquiditätsbeschaffung mit Hilfe von Factoring

Das Factoring als Instrument der Liquiditätsbeschaffung ist gerade in Zeiten der Finanzkrise und der damit verbundenen sinkenden Zahlungsmoral der Kunden eine wichtige Dienstleistung für kleine und mittelständische Unternehmen. Der Hintergrund ist, dass immer weniger Kunden die gesetzten Zahlungsfristen einhalten, gerade bei Warenlieferungen oder Dienstleistungen auf Rechnung werden nur um die 60 Prozent der Rechnungen rechtzeitig gezahlt. Die Anhäufung von Debitoren bietet auch für Unternehmen eine finanzielle Einschränkung. Doch das Factoring ist die Lösung!

Ankauf von Forderungen

Man versteht darunter den Ankauf oder die Bevorschussung von Forderungen eines Unternehmens aus Leistungen durch den Factor, das kann ein Factoring-Unternehmen, eine Bank oder ein Kreditinstitut sein. Das Factoring kann zudem weitere Leistungen mit Finanzierungs-, Versicherungs- und Dienstleistungsfunktion umfassen und wird vor allem dann in Anspruch genommen, wenn ein Unternehmen kurzfristig Liquidität beschaffen muss.

Liquidität innerhalb 48 Stunden

Mit dem Factoring erhält das Unternehmen die Außenstände innerhalb von 48 Stunden nach dem Abschluss des Factoring-Vertrags vom Factor. Im Zusammenhang mit dem Factoring-Geschäft übernimmt der Factor daneben auch Serviceleistungen wie z.B. Debitorenbuchhaltung, Mahn- und Inkassowesen, die Beratung sowie Versicherungsleistungen (hier ist die wichtigste Versicherungsleistung die Übernahme des Delkredere-Risikos). Die Factoring-Kosten setzen sich aus folgendem zusammen: Zinsen, Servicegebühren oder der Delkrederegebühr.

Factoring-Gebühren im Vergleich zum Debitoren-Management

Die Factoring-Gebühren sind höher als die Kosten für ein Debitoren-Management, aber es bietet auch einige Vorteile, die man am besten mit einem Finanzberater abwiegt, bevor man einen Factoringvertrag abschließt. Auch die besten Optionen und die Art des Factorings sind für jedes Unternehmen individuell verschieden. Vorteile des Factoring sind die sofortige Liquiditätsverbesserung und zudem die Erleichterung der Debitorenbuchhaltung und des Mahnwesens sowie des Inkassowesens. Die Übernahme des Ausfallsrisikos (Delkredere-Risiko) ist wohl neben der sofortigen Liquidität der größte Vorteil des Factorings. Je nach der persönlichen Situation des Unternehmens können diese Vorteile die relativ hohen Kosten für Factoring aufwiegen.

Wie man am besten einen Liquiditätsverlust vermeidet – Vorbeugen oder ausgleichen!

In Zeiten der Finanzkrise haben auch Unternehmen immer häufiger mit Finanzierungsschwierigkeiten und Liquiditäts-Engpässen zu kämpfen. Hauptursache für Liquiditätsprobleme in einem Unternehmen ist nicht Eigenverschulden, sondern es sind meistens Debitoren, die die Liquiditätsschwierigkeiten verursacht haben.

Debitoren (von lat. debere für etwas schulden) sind Unternehmen oder Personen, die eine Leistung haben und Geld schulden.

Tolerierung von Zahlungsverzögerungen

Es hat sich eingebürgert als Unternehmen diese Verzögerung als kleine Kredite zu tolerieren, um an den Kundenbeziehungen festzuhalten. Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen bringt die Ansammlung von Schuldnern jedoch wegen ihrer geringen Kapitalkraft die Risiken eines kompletten Liquiditätsverlusts mit sich. Komplette Zahlungsausfälle können einfach nicht mehr langfristig toleriert werden. Denn die Folgen können für das Unternehmen existenziell sein, eine Insolvenz aufgrund von Debitoren ist nicht selten.

Situation der Debitoren

Dabei ist es interessant, sich die Situation der Debitoren genauer vor Augen zu führen. Umfragen und Untersuchungen zeigten, dass nur 8 Prozent der Schuldner tatsächlich zahlungsunfähig sind, 12 Prozent sind vorübergehend zahlungsunfähig und der Großteil ist zahlungsunwillig. Oft kommt es auch vor, dass die Schuldner den Überblick über die eigenen Zahlungen verloren haben und freundliche Erinnerungen ihnen helfen können, die Schulden zurückzuzahlen. Daher ist im professionellen Forderungsmanagement an diesem Punkt vor allem die richtige Kommunikationsstrategie hilfreich, um die Zahlungsziele einzuhalten. Wenn diese Phase der Vorbeugung jedoch schon verstrichen ist, ist das Factoring das erfolgreichste Finanzierungsinstrument, um die eigene Liquidität kurzfristig wieder herzustellen.

Übernahme offener Rechnungen

Beim Factoring übernimmt ein Forderungsmanagementunternehmen die offenen Rechnungen und die Zahlungseintreibung und das Ausfall-Risiko. Der Forderungsankauf ist für ein Unternehmen bei zugespitzter Einschränkung der Liquidität oft der einzige und effizienteste Weg aus dem Kreis der Zahlungsunfähigkeit. Diese Finanzdienstleistung hat Hochkonjunktur.