Ratingoptimierung durch Factoring

Die anhaltende Finanz- und Wirtschaftskrise hat bei zahlreichen deutschen Unternehmen ihre Spuren hinterlassen. Die Banken sind vorsichtiger geworden, Kreditlinien an mittelständische Unternehmen wurden gekürzt und die Bonität wird noch genauer beäugt als zuvor. Da sich bei vielen Unternehmen außerdem durch schlechte Geschäftszahlen das Rating verschlechtert hat, warnen immer mehr Experten vor einer Kreditklemme im Mittelstand. Da gleichzeitig die Zahlungsmoral kriselnder Unternehmen schlechter wird, und vielerorts Zahlungsausfälle drohen, müssen Unternehmen schnell reagieren und Lösungen suchen.

Bei der Suche nach einem adäquaten Mittel, um die notwendige Liquidität wieder sicherzustellen und gleichzeitig die eigene Bonitäts- und Ratingeinstufung zu verbessern, können betroffene Unternehmen beim Factoring fündig werden. Neben positiven Effekten für Liquidität und Kapitalbedarf wirkt sich Factoring auch auf die Bilanz aus und kann so zusätzliche Vorteile bringen. Unter HGB, IFRS und US-GAAP erscheinen verkaufte Forderungen nicht mehr in der Bilanz des jeweiligen Unternehmens, wodurch sich die Bilanzsumme verkürzt. Das Risiko wird auf diese Weise aus der Bilanz entfernt und außerdem kann sich in der Folge die Eigenkapitalquote des Unternehmens verbessern, was signifikanten Einfluss auf das Rating hat.

Dass diese Strategie Erfolg haben kann, zeigen auch Zahlen aus der Praxis. Mehrere Untersuchungen, in denen die Auswirkungen von Forderungsverkäufen auf das Rating untersucht wurden, kamen zu dem Ergebnis, dass sich das Rating eines gehobenen Mittelständlers durch Factoring um bis zu 5 Stufen verbessern lässt. Auf diese Weise senkt Factoring somit nicht nur den Kreditbedarf eines Unternehmens, die Kredite, die trotz Factoring notwendig werden, können durch das verbesserte Rating außerdem billiger und leichter zugänglich werden.