Geschichte des Factorings

Der Begriff Factoring leitet sich von den Faktoreien, den Handelsniederlassungen für Import und Export in den Kolonien im 18. Jahrhundert, ab. Damals verstand man unter dem Begriff noch eine Vorstreckung von Waren, erst im 19 Jahrhundert weitete sich der Terminus auch auf den Finanzsektor aus. Das Factoring ist neben Kreditaufnahmen und Leasing die dritte Möglichkeit einer Finanzierung durch eine Drittpartei.

Gerade in den letzten Jahren hat sich das Factoring stark verbreitet und der Markt für Factoring  hat sich  stark spezifiziert. Gerade die Möglichkeit der Kombination von drei Funktionen, der Finanzierungsfunktion, der Dienstleistungsfunktion und der Versicherungsfunktion (Übernahme des Ausfallschutzes) macht das Factoring heutzutage so attraktiv. Alle drei Funktionen sind als Full-Service-Factoring zusammen möglich. Einzelne Funktionen können aber auch separat gebucht werden, die Möglichkeiten von Factoring-Verträgen sind sehr vielfältig und auf jedes Unternehmen anpassbar.

Das Factoring wird wie das Leasing als eine Finanzierungsalternative bezeichnet, ein sogenanntes Finanzierungssurrogat. Das Factoring ist ein Finanzierungsvorgang, bei dem ein Finanzierungsinstitut, in diesem Fall die Factoring-Gesellschaft, eine Forderung des Unternehmens aus Waren oder Dienstleistungen ankauft, sie bevorschusst und in den meisten Fällen auch das Risiko des Zahlungsausfalls trägt. Innerhalb der Dienstleistungsfunktion kann ein Factoring-Institut außerdem Leistungen wie die Rechnungsstellung, die Debitorenbuchhaltung, Bonitätsprüfungen, Umsatzstatistiken und das Mahn- und Inkassowesen übernehmen.

Die Refinanzierung von Außenständen eines Unternehmens mithilfe von Factoring ist vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen ein beliebte Strategie, kurzfristig Liquidität zu erhalten (z.B. beim Einzelfactoring) und langfristig eine stabile Finanzsituation zu erreichen. Ein positiver Nebeneffekt ist die Verbesserung der Bilanz, welche zu besseren Ratings eines Unternehmen führt.