Fragen zu Factoring – Bilanz, Rating, Zahlungsziele

Wenn ein Unternehmen vor der Wahl steht, eine für seinen Betrieb passende Finanzierungsform zu suchen und sich dabei fürs Factoring entscheiden soll, stellen sich folgende Fragen:

 

Verbessert Factoring meine Bilanz?

Verkaufte Forderungen erscheinen, gemäß der gängigen Praxis der Bilanzierung nach HGB, nicht mehr in der Unternehmensbilanz. Die Bilanzsumme reduziert sich auf der Passivseite durch diesen Mitteleinsatz, da der Forderungsverkauf einen Aktiv-Tausch (Forderung gegen Cash) darstellt. Durch die Reduzierung der Bilanzsumme bei konstant bleibendem ausgewiesenem Eigenkapital steigt die Eigenkapitalquote wesentlich, welche wiederum eine wichtige Komponente des Bilanzratings ist.

Verbessert Factoring mein Rating?
Durch den Einsatz des Ausfallschutzes (Delkredere) in Verbindung mit dem Forderungsverkauf im Factoring wird eine wichtige Risikokomponente aus der Bilanz entfernt. Denn das Unternehmen überträgt sein Risiko auf den Factor ( true sale ). Außerdem wird durch die neu gewonnene Liquidität durch kurzfristige Finanzierung durch Factoring ein zweites Mal auf der Passivseite das Risiko aus der Bilanz entfernt. Studien ergaben, dass die Risikominimierung in der Bilanz eine Verbesserung des Ratings bis zu 5 Notches zur Folge hatte und in manchen Fällen zur einen Erhöhung  von Non-Investmentgrade in eine Investmentgrade Stufe brachte. Diese Bilanzoptimierung wird durch alle gängigen Rating Softwares als eine Ratingverbesserung gewertet.

Welche Zahlungsziele werden akzeptiert?
Durch die Regelung des KWG werden in Deutschland Zahlungsziele von maximal 90 Tagen im Inland und 120 Tagen im Ausland gewährt. Längere Forderungslaufzeiten werden in der Regel zu den Kreditgeschäften hinzugerechnet, die wiederum eine Banklizenz nötig haben. Forderungen gegen ausländische Kunden können länger finanziert werden, da im Ausland die Zahlungsziele durch andere Gesetze festgelegt werden.