Umsatzfinanzierung

Ein Finanzierungsinstrument, auf welches Unternehmen zurückzugreifen können, ist das Factoring. Das Unternehmen verkauft seine Forderungen gegenüber Dritten an eine Factoringsbank oder -gesellschaft. Im Gegenzug erhält es 80-100% des Rechnungsbetrages ausgezahlt. Der Sicherungseinbehalt, die Differenz zwischen Rechnungsbetrag und ausgezahltem Betrag, wird nach Begleichung der Rechnung durch den Kunden fällig. Factoring verhilft dadurch dem Unternehmen zu einer sofortigen und durchgehenden Liquidität.

Eine im Factoringvertrag mit einbezogene Versicherung gegen den Ausfallschutz,die Delkredereversicherung, tritt in Kraft, sollte zum vereinbarten Zahlungstermin der Kunde die Forderungen aufgrund einer Zahlungsunfähigkeit nicht begleichen können.

Die Werthaltigkeit der verkauften Forderungen ist Grundvoraussetzung für den Abschluss eines Factoringvertrages. Diese müssen frei von Rechten Dritter sein. Im Falle einer Globalzession zur Absicherung eines Bankkredites, einer bestehenden Forderungsabtretung, müssen diese von der Bank freigegeben werden.

Forderungen resultierend aus Werksverträgen nach VOB/VOL werden nur von wenigen Factoring Instituten akzeptiert. Ebenfalls selten finanziert werden auch Projektgeschäfte . Es werden nur Forderungen akzeptiert, deren Zahlungsziele 120 Tage im Inland und 180 Tage im Ausland nicht überschreiten.

Da die Möglichkeit besteht von längeren Zahlungszielen zu profitieren, wird der Forderungsverkauf  inzwischen von den meisten Kunden akzeptiert. Im Allgemeinen wird das offene Verfahren angewendet, bei dem die Kunden informiert werden. Für das Unternehmen bedeutet dies eine preiswertere Variante der Kapitalbeschaffung, die nicht so sehr von dem Ertrag des Kunden abhängt.

Was ein großer Vorteil für das Unternehmen darstellt, ist die Tatsache dass für den Abschluss eines Factoringvertrages keine banküblichen Sicherheiten notwendig sind.