Prozesse des Factoring

Das Prinzip von Factoring ist denkbar einfach. Um die finanzielle Lage eines Unternehmens zu stabilisieren und für ausreichend Liquidität zu sorgen, verkaufen Unternehmen ihre offenen Forderungen an ein so genanntes Factoring-Institut. Im Gegenzu erhalten die Forderungsverkäufer vom Factoring-Institut einen Großteil des Forderungsbetrages ausbezahlt. Damit wird Liquidität gesichert – eine Grundvoraussetzung für weiteres Wachstum des Forderungsverkäufers.

Dabei durchlaufen Forderungsverkäufer und Factoring-Institut insgesamt sechs Schritte. Zuerst prüft das Factoring-Institut die Bonität des Forderungsverkäufers sowie die Kunden desselben. Aufgrund dieser Prüfung wird ein Rahmenvertrag aufgestellt und das Abrechnungsmodell zwischen den beiden Parteien festgelegt. Im nächsten Schritt erfolgt die Benachrichtigung der Kunden des Forderungsverkäufers über die Ausgliederung des Debitorenmanagements. Des Weiteren werden die Kunden aufgefordert, offene Rechnungen über ein dem Factoring-Institut gehörendes Konto zu begleichen. Daraufhin wird die Leistung des Forderungsverkäufers gegenüber dem Kunden abgerechnet, wobei das Factoring-Institut eine Rechnungskopie erhält. Forderung und Inkasso derselben gehen an das Factoring-Institut über. Dieses überweist 80 Prozent des Brutto-Forderungsbetrags sofort an den Forderungsverkäufer und behält eine Factoringgebühr ein. Bei erfolgreichem Einzug des Gesamtforderung durch das Factoring-Institut wird der Rest des Brutto-Forderungsbetrags an den Forderungsverkäufer überwiesen.

Anhand der genannten Schritte, die von Factoring-Institut zu Factoring-Institut und aufgrund der vereinbarten Leistungsumfänge variieren können, wird klar, das Factoring eine sinnvolle Maßnahme zur schnellen Sicherung von Liquidität ist, die gleichzeitig zu erheblichen Entlastungen der eigenen Organisationsstrukturen beitragen kann.