Kleine Factoring-Kunde nach Art der Forderungsabtretung

Der Verkauf von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen eines Unternehmens an ein Factoring-Unternehmen wird Factoring genannt. Durch dieses Verfahren kann ein Unternehmen seinen Cashflow kurzfristig wiederherstellen und so seine Kernaktivitäten finanzieren. Dabei hat ein Unternehmen, das Factoring in Anspruch nehmen möchte, die Auswahl zwischen verschiedenen Arten von Factoring. In diesem Blogbeitrag wollen wir Ihnen die wichtigsten Factoringarten in Abhängigkeit von der Art der Forderungsabtretung vorstellen.
Offenes Factoring
Wird das Verfahren des offenen Factoring gewählt, wird der Debitor des Factoringnehmers über den Verkauf der Forderung informiert und angewiesen, Zahlungen zukünftig auf ein Konto des Factoring-Unternehmens zu überweisen. Die Überweisung hat schuldbefreiende Wirkung.
Halboffenes Factoring
Halboffenes Factoring wird heißt jene Factoring-Art, bei welcher der Debitor nicht über die Forderungsabtretung informiert wird. Stattdessen wird lediglich ein anderes Konto für die Überweisungen im Rahmen der Schuldentilgung genannt. Diese gehört dann dem Factoring-Unternehmen. So wird sichergestellt, dass die Überweisung den neuen Forderungsinhaber erreicht.
Stilles Factoring
Soll der Debitor des Factoring-Nehmers nichts von der Umstellung mitbekommen, weil etwa die Geschäftsbeziehung dadurch gefährdet werden könnte, besteht die Möglichkeit des stillen Factoring. Dabei wird der Debitor nicht über die Abtretung und den Verkauf der Forderung informiert. Sämtliche Geschäftsabläufe bleiben für ihn wie gehabt, die Tatsache, dass die Forderung verkauft wurde, bleibt für ihn unsichtbar. Da das Factoring-Unternehmen so keine Möglichkeit hat die Forderung zu verifizieren und er sich somit nicht gegen betrügerische Absichten absichern kann, ist diese Form des Factoring sehr selten. Einem solchen Verfahren stimmen Factoring-Unternehmen nur dann zu, wenn die Vertrauensbasis so stark ist, dass es ein solches Risiko auch eingehen kann.