Factoring – Ein stetig wachsender Markt

Der deutsche Mittelstand ist die tragende Säule der Wirtschaft. Mittelständische Unternehmen generieren knapp 42 Prozent des Bruttoinlandprodukts und beschäftigen etwa 60 Prozent der Arbeitnehmer und Auszubildenden. Fast alle Unternehmen haben einen Jahresumsatz von weniger als 50 Millionen Euro und bis zu 250 Mitarbeiter. Doch die meisten mittelständischen Unternehmen sind chronisch unterkapitalisiert. Fast die Hälfte von ihnen verfügt über kein oder ein nicht ausreichendes Eigenkapital. Das heißt, sie sind von den eingehenden Zahlungen ihrer Kunden abhängig. Eine sich immer stärker verschlechternde Zahlungsmoral der Kunden führt schnell zu Liquiditätsschwierigkeiten und auch verschärften Kreditvergaberichtlinien der Banken führen zu Engpässen.

Doch stetiges Wachstum erfordert eine solide Finanzierung. Vor diesem Hintergrund gewinnt Factoring immer mehr an Bedeutung. Laut Deutschem Factoring-Verband bezifferte sich das Forderungsankaufsvolumen im vergangenen Jahr auf über 157 Mrd. Euro. Im Jahr zuvor war das Volumen noch um 19 Prozent gestiegen. Insgesamt nahmen fast 17.000 Kunden Factoring in Anspruch, was einem Plus von 17,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Vorteile von Factoring liegen auf der Hand. Beim Verkauf von Forderungen an eine Factoring-Gesellschaft erhält das Unternehmen 80
Prozent der Rechnung gutgeschrieben. Der Restbetrag wird nach Zahlung durch den Debitor überwiesen. Neben der Finanzierungsleistung übernimmt die Factoring-Gesellschaft meist auch das Delkredererisiko. So profitieren Unternehmen nicht allein vom schnelleren Liquiditätszufluss und können somit Rabatte und Skonti ausnutzen. Sie genießen zusätzlich Schutz vor Forderungsausfällen, können Verwaltungskosten einsparen und gewinnen Zeit für das eigentliche Kerngeschäft.