Mit Factoring Projekte finanzieren

Factoring ist eine Finanzierungsform, die sich durch eine besonders hohe Flexibilität auszeichnet. Der Verkauf von Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen an ein Factoring-Institut kann sowohl fortlaufend für alle Forderungen gegenüber eines Kunden, als auch selektiv eingesetzt werden. Wenn dem Factoring-Institut projektbezogene Forderungen ab der ersten Teilzahlung bis zur Schlussrechnung vorgelegt werden, handelt es sich um eine Sonderform des selektiven Factorings, nämlich um sogenanntes „Projektfactoring“. Dann verkaufen Unternehmen ihre Forderungen, die ein ganz bestimmtes Projekt betreffen, an das Factoring-Institut. Im Gegenzug erhalten sie Liquidität, mit der das Projekt weiterfinanziert werden kann.

Somit setzen Unternehmer diese Sonderform temporär zur Finanzierung von Projekten ein. Im Gegensatz zum Bankdarlehen sind beim Projektfactoring keine Sicherheiten erforderlich. Im Vergleich zum Kontokorrent fällt die Zinslast beim Projektfactoring niedriger aus. Stimmt das Factoring-Institut auch zu, Teilrechnungen aufzukaufen, steht dem Projektfactoring nichts im Weg. In einem solchen Fall endet der Forderungsverkauf direkt nach Abschluss des jeweiligen Projekts, also nach Erhalt der Schlussrechnung. Voraussetzung ist, dass für die Teilrechnungen auch die entsprechenden Leistungen erbracht und diese Teilleistungen vom Kunden abgenommen wurden.

In der Regel eignet sich diese Unterart des Factoring vor allem für Unternehmen aus produzierenden Branchen. Daher nehmen vor allem Werkzeugbauer, Anlagen- und Maschinenbauunternehmen, IT- und TK-Dienstleister verstärkt Projektfactoring in Anspruch. Ebenso eignet sich diese Unterart des Factorings für Produktionsbetriebe als Anschubfinanzierung für größere Projekte. Dabei kann Projektfactoring zum Materialeinkauf verwendet werden oder zur Entlastung des Kontokorrents. Gleichzeitig hilft Projektfactoring bei der Erschließung neuer Märkte oder zur Gewinnung neuer Kunden.