Factoring vs. Zessionskredit: Beide bauen auf Forderungen

Wenn Unternehmen in Geldnot sind und also Liquidität brauchen, um beispielsweise neue Aufträge zu finanzieren oder Verbindlichkeiten abzubauen, haben sie in der Regel mehrere Lösungen zur Auswahl. Ein Bankdarlehen bietet sich an, wenn die Not nicht so groß ist und das Unternehmen sich die langen Wartezeiten erlaubt, die für eine Bewilligung des Antrages durch die Bank anfallen. Verfügt das Unternehmen über viel Kapital, das in älteren Anlagen und Maschinen gebunden ist, dürfte Sale-and-Lease-back als Verfahren interessant sein. Dabei verkauft es die besagten Anlagen und Maschinen und schließt gleichzeitig einen Mietvertrag für deren weitere Nutzung ab.

Eine weitere Lösung könnte für Unternehmer ein wenig verwirrend erscheinen. Es handelt sich dabei um Factoring im Vergleich zum Zessionskredit. Verwirrend ist hier nämlich, dass beide Verfahren sich der offenen Forderungen des betreffenden Unternehmens bedienen, um Liquidität zu beschaffen. Dennoch gibt es wichtige Unterschiede zwischen den beiden Verfahren. Denn beim Factoring werden die Forderungen an ein Factoring-Unternehmen verkauft. Im Gegensatz dazu dienen die Forderungen beim Zessionskredit als Sicherheit und gehen nur vorübergehend in den Besitz des Geldgebers über. Sie gehören dem Unternehmen wieder, wenn dieses den Kredit abbezahlt hat. Nicht so beim Factoring. Dort gehen die Forderungen an das Factoring-Unternehmen über und gehören ihm weiterhin an.

Die Folge für das Unternehmen ist dagegen weniger sichtbar, sie versteckt sich in der Bilanz. Beim Zessionskredit werden die offenen Forderungen nicht aus der Bilanz entfernt. Somit verbessert der Zessionskredit die Bilanz des Unternehmens nicht. Das aber tut Factoring, denn die Forderungen gehen, wie gesagt, in die Bilanz des Factoring-Unternehmens über.