Wie funktioniert denn Factoring?

Factoring, der fortlaufende Verkauf von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen, ist an sich nicht neu. Das Finanzierungsverfahren stammt aus den USA und ist dort weit verbreitet. In Europa wird es seit mehr als 20 Jahren angeboten, doch der Durchbruch gelang erst vor ein paar Jahren. Seitdem schließen immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Produktion, Großhandel und Dienstleistung Factoring in ihren Finanzierungsmix ein.

Das hat auch damit zu tun, dass Factoring eine sehr einfache Methode zur Liquiditätsbeschaffung ist. Um Factoring in Anspruch nehmen zu können, sind nur wenige Voraussetzungen zu erfüllen. Für das Factoring-Unternehmen muss das Unternehmen, das die Forderungen verkauft, im Kern gesund sein und dauerhafte Gewinne erzielen. Das Unternehmen sollte möglichst viele gewerbliche Kunden haben und die eingeräumten Zahlungsziele nicht über 90 Tage hinausgehen. Die Forderungen müssen auf erbrachte Leistungen basieren und frei von Ansprüchen Dritter sein.

Zuerst wird ein Vertrag über die aufzukaufenden Forderungen abgeschlossen. Das Factoring-Unternehmen prüft die Kreditwürdigkeit der Kunden, deren Verbindlichkeiten übernommen werden sollen, und setzt dann ein Warenkreditlimit für jeden dieser Kunden fest. In diesem Rahmen werden die Forderungen vom Factoring-Unternehmen aufgekauft. Jene Kunden, deren Verbindlichkeiten das Factoring-Unternehmen übernimmt, werden davon in Kenntnis gesetzt, dass sie ihre Zahlungen zukünftig an das Factoring-Unternehmen überweisen müssen. Die Warenlieferungen oder Dienstleistungen werden jedoch wie gewohnt abgewickelt. Das verkaufende Unternehmen erhält 80 Prozent des Rechnungsbetrages und erhält so schnell und unkompliziert Liquidität, das für dringende Investitionen oder für Skonti bei den eigenen Lieferanten verwendet werden kann.