Factoring – Das Schweizer Taschenmesser der Umsatzfinanzierung

In Zeiten historischen Zinstiefs sollte man meinen, dass die Kreditvergabe wie ein VW Käfer „läuft und läuft und läuft…“ Doch regulatorische Maßnahmen, die infolge der jüngsten Finanzkrise getroffen wurden (Stichwort: Basel III), bewirken genau das Gegenteil. Die Kreditvergabe wird immer schwieriger und kostspieliger – vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen, die unterkapitalisiert sind und nicht die besten Ratings bei den Banken genießen.

Doch es sind gerade diese Unternehmen, die immer Liquidität brauchen, um zu wachsen, neue Produkte auf den Markt zu bringen oder neue Märkte in Angriff nehmen zu können. Glücklicherweise wird das Angebot an Finanzierungsmethoden schon seit Jahren diversifiziert. Sale-and-lease-back, asset backed securities, Factoring – sind nur einige der verfügbaren Finanzierungsalternativen.

Vor allem das Verfahren, das in der angelsächsischen Geschäftswelt schon lange Anwendung findet, erfährt immer mehr Zuspruch. Es handelt sich dabei um den Verkauf von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen, Factoring. Denn dieses Verfahren erfüllt nicht nur eine Finanzierungsfunktion. Je nachdem, welche Leistungen beim Abschluss eines Factoring-Vertrages in Anspruch genommen werden, kann Factoring auch andere Funktionen erfüllen. Dazu gehören die vollständige Risikoabsicherung, sowie das Auslagern des Debitorenmanagements, des Mahnwesens und des Inkassos. Zudem haben Factoringnehmer die Wahl zwischen verschiedenen Formen dieser Dienstleistung. Zahlreiche Kombinationen zwischen den verschiedenen Funktionen des Factoring lassen dieses Verfahren wie ein Schweizer Taschenmesser der Umsatzfinanzierung erscheinen.