Factoring und seine Vorteile gegenüber der Bankfinanzierung

Wenn es um die Unternehmensfinanzierung geht, bleibt der klassische Bankkredit für deutsche Unternehmen das mit Abstand wichtigste Finanzierungsinstrument. Fast zwei Drittel der Unternehmer gehen zur Hausbank, wenn sie Geld brauchen. Das belegen mehrere Studien. Einer jüngeren KfW-Umfrage zufolge spielen alternative Formen wie Leasing oder Factoring bei den wenigsten Unternehmen eine herausragende Rolle. Doch gerade Factoring, der laufende Verkauf von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen, kann im Vergleich mit dem Bankkredit mit einer ganzen Reihe von Vorteilen punkten.
Da wäre zuerst der Zeitfaktor. Ein Unternehmen, das Factoring in Anspruch nimmt, wird meist binnen 48 Stunden nach Forderungsaufkauf mit Liquidität versorgt. In der Regel überweist der Käufer der Forderungen 80 Prozent des Brutto-Forderungsbetrags an den Verkäufer. Diese können die freigesetzte Liquidität zur Begleichung eigener Rechnungen einsetzen und dabei Skonti ihrer Lieferanten in Anspruch nehmen. Eine Ersparnis im Einkauf erhöht ihre Gewinnmarge.
Ein positiver Nebeneffekt ist die Reduzierung der Bilanzsumme, da die ursprüngliche Forderung nicht mehr in der eigenen Bilanz erscheint. Stattdessen erscheinen der erhaltene Forderungsbetrag in der eigenen Bilanz und die Forderung beim Factoring-Unternehmen.
Außerdem kann der Käufer der Forderungen, bei Bedarf, Dienstleistungen wie Debitorenmanagement, Mahnwesen und Inkasso mit übernehmen. Dies entlastet den Forderungsverkäufer, der sich so besser auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann. Das ermöglicht auch eine finanzielle Einsparung.
Warum so viele Unternehmen immer noch auf ihre Bank setzen, hat wahrscheinlich mit dem oft historisch gewachsenen Vertrauen zu tun, das Unternehmen und Banken verbindet. Doch die jüngste Bankenkrise hat so manche vertrauensvolle Beziehung gestört. Immer mehr Unternehmen setzen mittlerweile auf Factoring bei der Finanzierung.