Drei Hauptfunktionen des Forderungsverkaufs

Factoring wird vor allem von kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Finanzierung laufender Ausgaben einsetzt. Diese Unternehmen sind nämlich, im Vergleich zu großen Konzernen, meist nicht ausreichend kapitalisiert und hängen daher von dem durch die Zahlungseingänge ihrer Kunden generierten Cashflow ab.

In der Praxis verkauft ein Unternehmen seine Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen an ein Factoring-Unternehmen. Das Factoring-Unternehmen überweist 80 Prozent des Bruttorechnungsbetrages meist binnen zwei Werktagen. Der Rest wird dann überwiesen, nachdem der Kunde seine Rechnung bezahlt hat – abzüglich einer nach den erbrachten Leistungen berechneten Factoring-Gebühr und den Zinsen für die 80 Prozent Vorschuss. der erwähnten Gebühr. Factoring-Unternehmen kaufen nur Rechnungen auf, hinter denen vollständig erbrachte Leistungen stehen und die frei von Ansprüchen Dritter sind. Damit erfüllt Factoring die Finanzierungsfunktion. Die so verkauften Forderungen werden in Liquidität umgewandelt.

Eine zweite Grundfunktion von Factoring ist die Absicherungsfunktion Das Factoring-Unternehmen übernimmt das sogenannte Delkredere-Risiko. Bei einem Zahlungsausfall des Debitors, sind das Factoring-Unternehmen und damit auch der Factoring-Kunde durch eine Kreditversicherung abgesichert. Die Absicherung gehört als Grundfunktion dazu, da sie meisten bei Factoring mit angeboten wird.

Eine dritte mögliche Funktion von Factoring ist die Dienstleistungsfunktion. Diese ist optional, da der Factoring-Kunde im Rahmen des Factoring-Vertrages die Ausgliederung mehrerer, mit den Forderungen verbundenen Dienstleistungen vereinbaren kann. Das sind Dienstleistungen wie das Debitorenmanagement oder das Mahnwesen und das Inkasso.