Forderungsverkauf als Zeichen für unternehmerische Weitsicht

In Zeiten der verstärkten Zurückhaltung seitens der Banken bei der Finanzierung von Unternehmen, müssen sich vor allem kleine und mittelständische Unternehmen nach Finanzierungsalternativen zum klassischen Bankdarlehen umsehen. Banken sind durch die neuen Eigenkapitalregelungen (Basel III) gezwungen, bei der Vergabe von Darlehen mehr Eigenkapital einzusetzen. Andererseits ist das Vertrauen zu den Banken durch die jüngste Finanzkrise gestört. Es sind vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die wegen mangelnder Kapitalausstattung immer frisches Arbeitskapital benötigen. Statt auf Fremdkapital zu setzen, können Unternehmen jedoch eigene Ressourcen anzapfen. Beim Factoring finanziert sich ein Unternehmen nämlich aus eigenen Kräften. Dabei werden offene Forderungen an ein Factoring-Unternehmen verkauft. Im Gegensatz zu einem Bankdarlehen werden keine Sicherheiten benötigt. Außerdem verschuldet sich der Factoringnehmer nicht. Grundlage für die Finanzierung mittels Factoring sind die in Rechnungen verbrieften Forderungen. Hinter ihnen stehen nämlich erbrachte Leistungen. Beim Factoring bevorschusst der Factoring-Anbieter die aufgekaufte Forderung bis der Debitor diese Forderungen bei ihm begleicht.

Erhöhte Planbarkeit dank Factoring

Da bei diesem Verfahren die Debitoren, deren Verbindlichkeiten gehandelt wurden, davon in Kenntnis gesetzt werden, dass sie ihre Verbindlichkeiten nun an den Factoring-Anbieter begleichen müssen, kann dies die Kundenbeziehungen belasten. Kunden, deren Lieferanten auf Factoring zurückgreifen (müssen), könnten falsche Schlüsse ziehen über eine vermeintliche Schwäche des Lieferanten. Doch der Einsatz von Factoring bedeutet genau das Gegenteil und zeugt von unternehmerischer Weitsicht, da dank Factoring eine erhöhte Planbarkeit der eigenen Geldflüsse erreicht wird. So ist beispielsweise eine Expansion oder eine Neuaufstellung von Kundenbeziehungen durch verlängerte Zahlungsziele möglich.