Factoring befreit die Bilanz von mehreren Risiken

In der deutschen Bilanzierungspraxis nach HGB werden verkaufte Forderungen – wie dies beim Factoring geschieht – nicht mehr in der Bilanz des Forderungsverkäufers geführt. Sie erscheinen in der Bilanz des Forderungskäufers, des Factoring-Unternehmens. Damit aber werden auch andere Risiken aus der Bilanz entfernt. Denn mit dem Verkauf einer Forderung wird auch das Risiko der Nichteintreibung der Schuld gestrichen. Weiter wird möglicherweise auch das Insolvenzrisiko abgewendet, da das Unternehmen nach dem Verkauf der Forderungen über einen zumindest teilweise wiederhergestellten Liquiditätsfluss verfügt.Doch auch das eigene Rating bei den Banken wird dank Factoring verbessert. Die vom Forderungsverkauf generierte Liquidität kann eine Hebelwirkung entfalten, indem sie zur Ablösung kurzfristiger Bankendarlehen verwendet wird. Die Bilanzsumme wird um den Betrag der durch den Forderungsverkauf erhöhten Liquidität reduzieren. Indem das Eigenkapital gleich bleibt, erhöht sich aber bei verkürzter Bilanzsumme der Eigenkapitalanteil. Banken achten bei der Bewertung von Unternehmen gerade auf solche Kennzahlen, wie dem Eigenkapitalanteil. In der Folge erhalten Unternehmen nach Inanspruchnahme von Factoring ein besseres Bankenrating. Ein späterer Antrag auf ein Darlehen dürfte somit zu besseren Konditionen gebilligt werden, als mit einem schlechteren Rating. So können Unternehmen weitere wachstumsfördernde Bankenfinanzierungen beanspruchen.