Die Factoring Kunden

In diesem Beitrag werden wir näher auf das Verhältnis zu Factoring eingehen. Wir werden aufzählen, an welche Zielgruppe(n) sich der Forderungsverkauf richtet, wie die Kunden zu Factoring stehen und inwiefern der fortlaufende Verkauf von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen zur Sanierung von Unternehmen geeignet ist.

Zielgruppe des Factoring

Weil der Verkauf offener Forderungen vornehmlich in Rechnungen gebundenes Kapital freisetzt, profitieren vor allem kleine und mittelständische Unternehmen von dieser Finanzierungsart, die nicht über eine adäquate Kapitalausstattung verfügen. Was genau „adäquat“ in diesem Zusammenhang bedeutet, ist von Branche zu Branche unterschiedlich und bedarf einer individuellen Ermittlung.

In der Regel richtet sich der Forderungsverkauf an:

  • Dienstleister
  • Handelsunternehmen
  • Hersteller

die einen Jahresumsatz von mindestens 0,5 Millionen Euro aufweisen und gewerbliche Kunden bedienen. Letztere Bedingung ist besonders wichtig, weil Privatkunden andere Zahlungsarten nutzen. Laut deutschem Factoringverband waren 2011 mehr als 27 Prozent der Factoringnehmer,Unternehmen aus der Handelsbranche. Etwa 90 Prozent der Kunden lag im Umsatzbereich bis 10 Millionen Euro im Jahr.

Zahl der Kunden der BFM-Mitglieder 2002-2005 

Zahl der Kunden der BFM-Mitglieder 2002-2005

 BFM=Bundesverband Factoring für dern Mittelstand e.V.

Die Kenntnisse über und die Zufriedenheit mit Factoring

Laut einer Umfrage der Universität zu Köln gehört Factoring für 91 Prozent der Befragten zu den Instrumenten der Liquiditätsbeschaffung. Das ist ein guter Wert, dennoch nicht unbedingt repräsentativ. Anderen Umfragen zufolge gilt im Falle von Liquiditätsbedarf immer noch die Bank als erste Adresse (60 Prozent), die Unternehmer ansteuern. Dabei erfreut sich Factoring eines guten Images. In Deutschland schätzen vor allem Finanzexperten das Image von Factoring als gut ein. Laut einer Umfrage von 2011 gaben mehr als 54 Prozent der Befragten an, das Image von Factoring sei gut und übertrafen somit sogar das Lager der Nutzer, die dem Factoring nur zu 49 Prozent ein gutes Image bescheinigen.

Factoring in der Unternehmenssanierung

Die Finanzierungsfunktion ist für die meisten Unternehmen maßgeblich, wenn es darum geht, die Wahl dieses Instruments zu begründen. Dabei lässt sich Factoring auch in der Unternehmenssanierung anwenden. Eine Sanierung wird notwendig, wenn wegen Liquiditätsengpässen eine Zahlungsunfähigkeit droht, oder die Schuldenlast die Betriebsfähigkeit zu stark einschränkt. Die Umwandlung von Forderungen in Liquidität kann rasch helfen, die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden oder die Schuldenlast abzubauen. Ist der Insolvenzfall bereits eingetreten, kann der Einsatz von Factoring helfen, die Liquiditätszufuhr kurzfristig zu sichern und dies als Basis für einen Sanierungsplan zu nutzen.

Weg zur Zusammenarbeit

Die Einbindung von Factoring in die Unternehmensfinanzierung beginnt mit einem ersten Gespräch mit einem Factoring-Anbieter. Dabei wird das Dienstleistungsangebot des Factors erläutert, aber auch die Ist-Lage des potenziellen Kunden erörtert. Gemeinsam wird ermittelt, ob und inwiefern Factoring zur Lösung der erkannten Probleme eingesetzt werden kann. Nach einer Prüfung durch den Factor wird dem zukünftigen Kunden ein verbindliches Angebot unterbreitet, das gemeinsam dem individuellen Bedarf angepasst wird.

Wir haben also gesehen, dass Factoring bei der überwiegenden Mehrheit der Beteiligten ein gutes Image genießt. Dennoch setzen die meisten Unternehmen immer noch auf die Hausbank als Finanzierer der eigenen Umsätze. Eine Abkehr von dieser Abhängigkeit von nur einer Finanzierungsquelle ist aber bereits im Gange. Sie wird von einer zunehmenden Diversifizierung der Finanzierungsquellen ersetzt, die auch bei einer Unternehmenssanierung Anwendung findet.

Lesen Sie im nächsten Beitrag über die Risiken, die im Factoring-Geschäft lauern können.