Factoring – für produzierende Unternehmen fast schon ein Muss

Bekannt als Finanzierungsalternative bietet Factoring vielen verschiedenen Branchen ein Höchstmaß an Sicherheit und Komfort. Dennoch profitieren insbesondere produzierende und herstellende Unternehmen vom Dienstleistungs- und Finanzinstrument Factoring, was in seiner flexiblen Auslegung begründet ist.

Produzierende Unternehmen fertigen Produktteile oder fertige Produkte an, die sie an Kunden und Wiederverkäufer ausliefern. Für die Produktion werden regelmäßig Rohstoffe, Teile, Zubehör und andere Waren benötigt, die dem Unternehmen geliefert werden. Diese Unternehmensstrukturen sind prädestiniert, um durch Factoring nahezu alle Bereiche zu optimieren.

Liquidität für Materialien

Ohne finanzielle Mittel für die Bestellung von Materialien kann ein Unternehmen nicht in die Produktion gehen. Beim Factoring werden Außenstände an eine Factoringgesellschaft verkauft, die innerhalb von zwei Arbeitstagen nach Erhalt der Rechnungen die Forderungen zu 80 % bis 90 % ausgleicht. Dem Unternehmen steht demnach innerhalb kürzester Zeit Geld zur Verfügung, um Materialbestellungen für die Produktion zu ordern.

Sofern die Factoringgesellschaft mit dem Ankauf der Rechnungen auch das Ausfallrisiko übernimmt, kann mit den Rechnungssummen fest kalkuliert werden. Durch die Übernahme des Delkredererisikos hat das Unternehmen keine Zahlungsausfälle zu befürchten und erhält seine Forderungen unabhängig vom Kundenverhalten.

Skonti, Boni und Vergünstigungen

Herstellende Betriebe, die durch das Factoring ihren Verbindlichkeiten aus Lieferungen innerhalb kürzester Zeit nachkommen, erhalten nicht unerhebliche Vergünstigungen. Lieferanten gewähren Skonto oder bieten andere Boni an. Das Unternehmen wird dadurch zum bevorzugten Kunden des Lieferanten, der sich bei langfristigen Geschäftsbeziehungen auch auf Verhandlungen einlässt. Ähnlich den Barzahlungs-Geschäften kann das Unternehmen dann Vergünstigungen aushandeln, die wiederum intern Einsparpotenzial bieten.

Sicherheit und Kundenbindung

Im Rahmen des Factoringvertrages kann der Factor auch das Risiko übernehmen, dass Rechnungen nicht zeitgerecht oder gar nicht bezahlt werden. Darüber hinaus überprüft der Factor die Bonität der Unternehmenskunden in regelmäßigen Abständen und bietet die Übernahme der kompletten Debitorenbuchhaltung inklusive Mahnwesen an.

Unternehmen sind demnach auf der sicheren Seite, was die Bezahlung ihrer Rechnungen anbelangt. Sie werden kontinuierlich über Zahlungen und die Kundenmoral informiert, was die Planungen zukünftiger Kundenprojekte optimieren kann. Zahlt ein Kunde seine Rechnung nur zögerlich oder gar nicht, kann ein Folgeprojekt oder Auftrag von einer besseren Zahlungsweise abhängig gemacht oder abgelehnt werden.

Da es sich bei den Kunden des Factoringnehmers ebenfalls nur um gewerbliche Kunden handelt, wissen diese auch um die Professionalität, mit der Factoringgesellschaften arbeiten. Das Unternehmen erwirbt sich durch die Nutzung von Factoring ein positives Image und zeigt eine moderne Arbeitseinstellung. Sofern vom Factor auch die Debitorenbuchhaltung übernommen wird, kann beinahe von Outsourcing gesprochen werden, was ebenfalls für eine moderne und zielgerichtet durchdachte Geschäftsführung spricht.

Eigene Leistungen werden vorfinanziert

Im Gegensatz zu Betriebsmittelkrediten wird mit dem Factoring nur das Volumen vorfinanziert, für das das Unternehmen bereits Leistungen – nämlich aus Produktion und Verkauf – erbracht hat. Unternehmen verfügen demnach genau über die Liquidität, die sie selbst erwirtschaftet haben, sodass eine gesunde Unternehmensführung erreicht wird. Das Unternehmen läuft nicht Gefahr “über seine Verhältnisse” zu leben, sondern passt sich automatisch mit Planungen und Investitionen seinen eigenen Umsätzen und Arbeitsleistungen an.

Folge vom Factoring ist ein stabiles Fundament im Unternehmen, das aus eigenen Kräften an einem soliden Wachstum teilnehmen kann.