Finanzierungsalternative Factoring auf der wirtschaftlichen Prüfbank

Viele Märkte definieren sich über den Preis. Überall wird nach günstigen und billigen Preisen gesucht, was auch vor dem Finanzmarkt nicht Halt macht. Viel wichtiger wäre es jedoch, das Preis-Leistungs-Verhältnis verschiedener Finanz-Angebote einmal genauer zu betrachten. Insbesondere beim Factoring ist die Kluft zwischen überzeugten Nutzern und auf Überteuerung pochenden Gegnern groß. Dabei gibt es auch beim Factoring derart viele Varianten und individuelle Lösungen, dass pauschal gar keine Auskünfte über Konditionen verbreitet werden können.

Rein exemplarisch zeigt jedoch ein Beispiel, was Factoring kosten kann und in welchem Umfang der Factoringkunde im Endeffekt davon profitiert.

Breite Spanne bei Factoringgebühren

Full-Service-Factoring, Inhouse-Factoring, Reverse-Factoring und viele andere Varianten mehr werden von renommierten Factoringgesellschaften angeboten. Hintergrund sind individuelle Finanzierungslösungen mit einem breiten Spektrum an Dienstleistungen. Einfluss auf die Höhe der Gebühren haben Forderungsvolumen, Bonitäten, Aufwand und zahlreiche andere Details.

Ganz pauschal wird angegeben, dass für Factoringgebühren je nach Vertragsmodell Beträge zwischen 0,1 % und 2,5 % der verkauften Forderungen berechnet werden. Bei einem Unternehmen mit einem jährlichen Forderungsvolumen von 250.000,00 € wären dies demnach Beträge zwischen 250,00 € und 6.250,00 €.

Dafür erhalten Factoringkunden jedoch

  • innerhalb von 48 Stunden 80 % bis 90 % ihrer Rechnungssummen erstattet, sodass nur die Restsumme bis zum Ablauf der Zahlungsziele dem Kunde gegenüber kreditiert werden muss,
  • die verbindliche Absicherung gegen Zahlungsausfälle bei Übernahme des Delkredererisikos, wodurch Factoringkunden komplett vor finanziellen Schäden bewahrt werden,
  • Dienstleistungen in den Bereichen Bonitätsprüfung, Zahlungskontrollen, Mahnwesen, Inkasso bis hin zur Übernahme des gesamten Debitorenmanagements, wodurch Personalkosten und Verfolgungskosten eingespart werden können.

Wertvoll im Sinne des Wortes

Die Vorteile des Factorings können nicht immer zahlenmäßig beziffert werden, bieten Unternehmen jedoch häufig allein schon durch Übernahme des Ausfallrisikos einen unschätzbaren Wert. Angenommen, von den angesprochenen 250.000,00 € Jahresumsatz fallen ohne Factoring 1/16 der Forderungen aus, wäre dies schon ein Betrag in Höhe von € 15.625,00 € im Minus. Dass ein Betrag in Höhe von 15.625,00 € in keinem Verhältnis zu den beispielhaften Höchst-Factoringgebühren in Höhe von 6.250,00 € steht, ist unschwer zu erkennen.

Schnelle Liquidität = weniger gebundenes Kapital

Die unmittelbar nach Rechnungslegung durch die Factoringgesellschaft zur Verfügung gestellte Liquidität bietet dem Unternehmen zahlreiche geldwerte Vorteile und sorgt für mehr Flexibilität. Von der Bezahlung von Miete, Personal und Versicherungen bis hin zu Investitionen oder Ausgleich von Kreditverbindlichkeiten erhält das Unternehmen zügig Liquidität zur freien Verfügung.

Dienstleistungspakete mit Einsparpotenzial

Hinzu kommen die Dienstleistungen der Factoringgesellschaft im Rahmen der Debitorenbuchhaltung. Durch die kontinuierliche Überprüfung der Bonität von Kunden kann das Unternehmen individuell agieren. Bonitätsprüfungen bei Wirtschaftsinstituten wie Creditreform oder Schufa sind darüber hinaus kostenpflichtig und werden von der Factoringgebühr umfasst, sodass auch hier ein Einsparpotenzial besteht.

Nicht zuletzt sparen Unternehmen durch das Factoring Gehaltskosten und Arbeitszeit ein. Durch das Outsourcing der Debitorenbuchhaltung könnte beispielsweise eine ansonsten in derartigen Unternehmen dieser Größenordnung typischerweise mit diesen Aufgaben betraute 400 €-Kraft anderweitig eingesetzt werden. Eingespart wird dadurch ein Jahresbetrag von 4.800,00 €, wozu nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten auch die potenziellen Kosten für Bonitätsprüfungen, Auftragsschreiben, Mahnungen, Gerichtskosten und sonstige Auskunftsgebühren summiert werden müssen.

Sofern dann noch ein Unternehmer beim Factoring von einem überteuerten Finanzprodukt spricht, scheint noch mehr Informationsbedarf zu bestehen.