B2C Factoring

 

B2C Factoring Definition

Beim B2C Factoring können Geschäftsleute Forderungen gegen Privatpersonen an einen Factor verkaufen. Die Abkürzung B2C bedeutet Business-to-Comsumer und bezieht sich somit auf Factoring für Privatpersonen. Unternehmen schließen sowohl Geschäfte mit gewerblichen Geschäftspartnern als auch mit Privatkunden ab. Als Schutz gegen einen möglichen Forderungsausfall bieten einige Factoringunternehmen neben B2B Factoring (Business-to-Business) auch den Ankauf von Forderungen gegen Privatkunden an. Mit dem Forderungsverkauf schützen sich Betriebe gegen die mangelnde Zahlungsmoral privater Kunden. § 13 BGB regelt, welche Kunden einer Firma als private Verbraucher gelten, bei denen Factoring für Privatpersonen eingesetzt werden kann. Wie beim gewerblichen Forderungsankauf übernimmt der Factor auch bei privaten Konsumenten die Delkrederefunktion und das Forderungsmanagement.


 

Welche Besonderheiten gibt es beim Factoring für Privatpersonen?

Beim Factoring für Privatkunden handelt es sich um eine Sonderform des Forderungsankaufs, die nicht von allen Factoringunternehmen angeboten wird. Am 01.07.2014 wurde das Insolvenzrecht für Privatpersonen reformiert. Die Reform beinhaltet unter anderem eine mögliche Verkürzung der Verfahrenszeit zur Restschuldbefreiung des Schuldners auf drei Jahre. Dadurch erhält ein Gläubiger nur noch 36 Monatsraten einer offenen Forderung, während die Schuldner nach dem alten Recht 72 Raten zahlen mussten. Wegen des größeren Ausfallrisikos müssen die Kreditoren jedoch mit höheren Kosten als beim Factoring für gewerbliche Kunden rechnen.

 

Was sind die Vorteile für die Kreditoren?

Die Statistik zeigt, dass der Umsatz im B2C Factoring in Deutschland im Jahr 2016 bei mehr als 6,3 Milliarden Euro lag. Zahlreiche Unternehmen haben die Vorteile erkannt, die ihnen der Verkauf von offenen Rechnungen privater Abnehmer einbringt:

  • einfache und schnelle Finanzierung
  • Steigerung der eigenen Liquidität
  • geringeres Ausfallrisiko
  • Überprüfung der Bonität von Privatkunden durch den Factor
  • Abgabe des Forderungsmanagements an den Factor

Die Abwicklung des Forderungsverkaufs erfolgt schnell und unkompliziert. Nachdem eine Firma eine Ware oder eine Dienstleistung an einen privaten Käufer veräußert hat, schickt sie die Rechnung sowohl an den Käufer als auch an den Factor. Die Forderung geht auf den Factor über, der umgehend 80 % bis 90 % des Rechnungsbetrages an den Kreditor überweist. Die Restzahlung, abzüglich der Kosten für den Forderungsankauf, erfolgt bei Fälligkeit der Rechnung. Die Überwachung des pünktlichen Zahlungseingangs übernimmt der Factor, ebenso wie das Mahnwesen bei verspäteter Zahlung.

 

Für welche Unternehmen und Branchen eignet sich B2C Factoring?

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus unterschiedlichen Branchen können B2C Factoring zur Minimierung des Ausfallrisikos nutzen und von der Finanzierungsfunktion profitieren. Besonders geeignet ist der Verkauf offener Forderungen gegen private Abnehmer für Unternehmer, die im Onlinehandel tätig sind. Auch Handwerker und Dienstleister aller Art können diese Art des Factorings nutzen, um schnell und einfach ihre Liquidität zu steigern und sich gegen Zahlungsausfälle zu schützen. Für Handwerker bietet sich zudem auch Baufactoring an. Dabei handelt es sich um eine konkret auf die Bedürfnisse von Handwerker zugeschnittene Factoringart.