Zessionskredit

 

Durch einen Zessionskredit Liquidität schaffen

Unternehmen können verschiedene Maßnahmen ergreifen, um ihre Liquidität zu erhöhen. Wenn sich eine Firma Geld von einer Bank leiht, verlangt das Kreditinstitut Sicherheiten. Eine mögliche Absicherung des Darlehens besteht in der Abtretung offener Forderungen, auch als Zession bezeichnet. Der Kreditnehmer schließt dabei mit der Bank sowohl einen Kreditvertrag als auch einen Vertrag über die Zession ab. Die gesetzlichen Grundlagen zur Sicherungsabtretung finden sich in § 398 BGB. Auch beim Factoring stellen die offenen Forderungen gegen Kunden die Grundlage zur Umsatzfinanzierung dar. Es gibt jedoch einige wichtige Unterschiede zwischen einem Zessionskredit und Factoring, über die sich jeder Unternehmer informieren sollte, bevor er sich für eine der Finanzierungen entscheidet.


 

Diese Zessionen Arten gibt es

Wenn Sie sich über einen Zessionskredit informieren, erfahren Sie, dass es verschiedene Definitionen der Abtretung gibt:

  • offene Zession mit Nachricht an den Drittschuldner
  • stille Zession ohne Nachricht an den Drittschuldner
  • Einzelzession zur Abtretung einer einzelnen Forderung
  • Rahmenzession zur Abtretung von mehreren Forderungen
  • Globalzession für bereits bestehende und zukünftige Forderungen
  • Mantelzession für mehrere Zessionen bis zu einem festgelegten Höchstbetrag
  • Inkassozession zur Eintreibung von Schulden durch ein Inkassounternehmen oder eine Bank

Je nach Art des gewünschten Kredits kommt eine der genannten Zessionen für Ihre Bedürfnisse infrage. Daneben bietet sich jedoch Factoring als schnelle und unkomplizierte Alternative zu einem Kredit an.

 

Der Unterscheid zwischen Zession und Factoring

Bei einem Zessionskredit nehmen Sie einen Kredit auf, für den Außenstände als Sicherheiten an den Kreditgeber abgetreten werden. Es handelt sich in der Regel um ein kurzfristiges Darlehen. Die Kreditsumme liegt häufig nur bei 50 % der eingereichten Rechnungsbeträge. Nach Ablauf der Finanzierung gehen die abgetretenen Forderungen wieder auf Sie über. Damit tragen Sie weiterhin das Risiko, dass der Schuldner bei Fälligkeit nicht zahlt und Sie einen Zahlungsausfall erleiden.

Beim Factoring verkaufen Sie die offenen Rechnungen Ihrer Kunden an einen Factor. Sie erhalten ohne lange Verhandlungen innerhalb kurzer Zeit 80 % des Rechnungsbetrages ausgezahlt. Bei einem Factoring mit Delkrederefunktion übernimmt der Factor außerdem das Risiko, dass der Zahlungspflichtige seine Schulden nicht begleicht.

Ein weiterer wichtiger Unterschied in der Definition von Zessionskredit und Factoring liegt in der Bilanzierung. Bei der Zession verbleibt die Forderung bei dem Kreditnehmer und wird in der Bilanz ausgewiesen. Durch Factoring verkaufte Rechnungen hingegen werden bei der Bilanzierung nicht berücksichtigt und verbessern dadurch die Eigenkapitalquote in der Bilanz.

Es gibt jedoch auch eine Gemeinsamkeit zwischen Factoring und Zession. Wie bei der offenen Zession erfährt der Drittschuldner auch beim offenen Factoring vom Verkauf der Forderung, während sowohl bei der stillen Zession als auch beim stillen Factoring keine Nachricht erfolgt.