Basel III

 

Was ist Basel III?

Um die Stabilität von Kreditinstituten zu gewährleisten, werden die Institute durch die Bundesbank und die Bankenaufsichten der einzelnen Staaten überwacht. Die Behörden greifen regulierend ein, wenn sich finanzielle Schwierigkeiten bei einer Bank abzeichnen. Um diese Schwierigkeiten zu vermeiden, müssen sich die Kreditinstitute regelmäßigen Stresstests unterziehen und bestimmte Auflagen zum Eigenkapital erfüllen. Viele der Vorschriften zur Bankenregulierung werden vom Baseler Ausschuss der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) festgelegt. Von diesem Baseler Ausschuss leitet sich auch der Name Basel III als Zusammenfassung der aktuellen Vorschriften zur Bankenregulierung ab. Die Regelungen haben weitreichende Folgen auf die Kreditvergabe von Finanzinstituten. Die Auswirkungen bekommen vor allem Unternehmen zu spüren, die sich um einen Kredit bemühen. Die Firmen müssen aufgrund der Anforderungen von Basel III mit höheren Kreditzinsen und verschärften Kreditsicherheiten rechnen.


 

Zusammenfassung der Basel Regelungen

Schon seit dem Jahr 1974 besteht der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, um einheitliche Aufsichtsregeln für die gesamte Finanzbranche zu erstellen. Im Jahr 1988 veröffentlichte der Ausschuss die erste Vereinbarung zur Ausstattung von Kreditinstituten mit Eigenkapital (Basel I). Im Juni 2004 erfolgte die Veröffentlichung von Basel II. Dabei handelte es sich um einen Satz von Vorschriften, die ebenfalls Auswirkungen auf das Eigenkapital von Kreditinstituten hatten. Im Jahr 2007 folgte eine globale Finanzkrise, die einige Schwächen der Bankenregulierung offenlegte. Daher löste Basel III ab 2013 die Vorschriften von Basel II ab. Um die Stabilität der Finanzbranche zu gewährleisten, müssen sich die Kreditinstitute auf einige Änderungen einstellen, die auch Folgen für die Bankkunden haben.

 

Welche Änderungen ergeben sich durch Basel III?

Wie die Finanzkrise gezeigt hat, reicht das hinterlegte Eigenkapital der Banken nicht aus, um sich gegen mögliche Kreditrisiken abzusichern. Viele Staaten mussten Steuergelder einsetzen, um Kreditinstitute vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Durch die verschärften Vorschriften von Basel III sollen die Risiken gesenkt werden. Dadurch soll kein Finanzinstitut mehr in Gefahr geraten, Insolvenz anmelden zu müssen, weil Kredite nicht zurückgezahlt werden.

Hier die wichtigsten Änderungen von Basel III im Überblick:

  • deutliche Erhöhung des weichen und des harten Kernkapitals
  • Halbierung des Ergänzungskapitals
  • Schaffung eigener Reserven durch Kapitalerhaltungspuffer und antizyklische Kapitalpuffer

Das sogenannte weiche Kernkapital setzt sich aus den stillen Einlagen und den hauseigenen Schuldverschreibungen eines Finanzinstituts zusammen. Bei dem harten Kernkapital handelt es sich um einbehaltene Gewinne und die eigenen Aktien einer Bank. Nach Basel III muss das Kernkapital 6 % der geforderten Eigenkapitalquote von 8 % betragen.

Langfristige Verbindlichkeiten mit Nachrang und Genussrechte stellen das Ergänzungskapital dar. Es handelt sich um Kapital, das bei einer Krise als Erstes verloren geht. Um das Risiko zu verringern, wurde die Ergänzungskapitalquote von 4 % auf 2 % halbiert.

Gleichzeitig sollen die Kreditinstitute Zusatzpuffer in Form von Kapitalerhaltungspuffern und antizyklischen Kapitalpuffern aufbauen. Diese Puffer sollen die Institute einsetzen, sobald die Liquidität des eigenen Hauses gefährdet ist. Der Kapitalerhaltungspuffer liegt bei 2,5 % aller Risikopositionen eines Kreditinstituts. Bei Unterschreitung des Wertes muss das Bankhaus seine Dividende kürzen. In wirtschaftlich stabilen Zeiten soll außerdem ein antizyklischer Puffer von maximal 2,5 % zurückgelegt werden.

 

Die drei Säulen nach Basel III

Die Umsetzung der Maßnahmen wird durch die drei Säulen nach Basel III erreicht und überwacht:

  1. höhere Kapitalanforderungen für Risiken aus der Kreditvergabe sowie aus Schwankungen am Finanzmarkt
  2. schärfere Überprüfung durch die Bankenaufsicht
  3. höhere Offenlegungsstandards für Finanzinstitute

 

Welche Auswirkungen hat Basel III auf Unternehmen?

Auch wenn sich die Vorschriften von Basel III an die Finanzbranche richten, spüren Bankkunden die Folgen. Die Kreditinstitute werden stärker von den Aufsichtsbehörden überwacht und müssen mehr Daten offenlegen. Daher haben die Institute die Anforderungen an die Vergabe von Darlehen verschärft. Eine Firma hat in der Regel einen höheren Kapitalbedarf als ein Privatkunde, sodass die Kreditbeträge im gewerblichen Bereich höher ausfallen. Das bedeutet eine stärke Prüfung nach den Vorgaben von Basel III. Durch die höheren Anforderungen an die Bonität des Kreditnehmers und die geforderten Sicherheiten dauert die Prüfung einer Kreditzusage sehr lange. Außerdem kommt es schneller zu einer Kreditablehnung oder der Kreditnehmer muss einen höheren Zinssatz zahlen. Daher nutzen immer mehr Betriebe Factoring als Alternative zu einem Bankkredit.

 

Mit Factoring gegen Basel III Auswirkungen gegensteuern

Bei Unternehmen aller Branchen besteht regelmäßig Kapitalbedarf, der schnell und günstig gedeckt werden soll. Durch Factoring können die Betriebe den verschärften Kreditvorschriften der Banken gezielt gegensteuern. Das liegt daran, dass der Ankauf offener Forderungen diese Auswirkungen auf eine Firma hat:

  • sofortige Steigerung der Liquidität
  • bessere Eigenkapitalquote des Kreditors
  • Ausbuchung der offenen Forderungen aus der Bilanz, dadurch Verkürzung der Bilanzsumme

Sollte der Kapitalbedarf eines Betriebes durch den Verkauf offener Forderungen nicht vollständig gedeckt werden, helfen die Bilanzverkürzung und die bessere Eigenkapitalquote bei den Bankverhandlungen wegen eines Darlehens. Die Bonität des Antragstellers verbessert sich, wodurch die Anforderungen an die Sicherheiten sinken und der Kreditgeber einen günstigen Zinssatz anbieten kann.