Bankdarlehen

 

Was ist ein Bankdarlehen?

Laut Definition ist ein Bankdarlehen ein Kredit, der von einer Bank oder einer Sparkasse an einen Privatkunden oder an einen Geschäftskunden vergeben wird. Die rechtliche Grundlage für das Bankdarlehen ist der schriftliche Darlehensvertrag. In dem Vertrag werden die wesentlichen Bestandteile des Bankkredits festgehalten:

  • Darlehenssumme
  • Zinsen in Prozent und als Betrag
  • Laufzeit
  • Kreditrate
  • Sicherheiten
  • Kündigungsbedingungen

 

Verschiedene Darlehensarten

Kreditinstitute haben verschiedene Darlehen im Angebot, die für die Darlehensnehmer vor allem wegen der unterschiedlichen Rückzahlungen interessant sind:

Fälligkeitsdarlehen: Dieser Kredit wird auch als Festdarlehen bezeichnet. Der Kreditnehmer zahlt während der Laufzeit nur die Zinsen an den Darlehensgeber. Bei Fälligkeit erfolgt die Rückzahlung der Kreditsumme. 

Tilgungsdarlehen: Der Tilgungsanteil ist bei jeder Ratenzahlung gleich hoch. Die Zinsen werden bei jeder Zahlung neu berechnet und sinken wegen der niedrigeren Restkreditsumme immer weiter. Dadurch verringert sich auch jeweils die Kreditrate. 

Annuitätendarlehen: Die Kreditrate besteht aus einem Zinsanteil und einem Tilgungsanteil und bleibt während der gesamten Laufzeit gleich hoch. Der Tilgungsanteil steigt mit jeder Zahlung, während der Zinsanteil sinkt.

 

Die Tilgung eines Bankdarlehen

In der Regel zahlen Darlehensnehmer bei einem Bankdarlehen eine monatliche Rate. Es gibt aber auch Darlehensverträge, die eine vierteljährliche, halbjährliche oder jährliche Ratenzahlung vorsehen. Je nach Darlehensart muss der Schuldner entweder zum Ende der Laufzeit die Kreditsumme an die Bank zahlen oder er hat mit der letzten Ratenzahlung das Darlehen komplett getilgt.

 

Diese Voraussetzungen müssen Darlehensnehmer erfüllen

Bevor eine Bank ein Darlehen an ein Unternehmen vergibt, prüft sie die Bonität des Antragstellers. Bei der Prüfung werden Art und Dauer der Geschäftstätigkeit ebenso berücksichtigt wie der Kontostand und die Auftragslage. Wegen der erhöhten Auflagen der Bankenaufsicht an die Kreditvergabe sind die Anforderungen der Kreditinstitute an gewerbliche Kreditnehmer gestiegen. Daher ist es vor allem für Kleinunternehmer, Start-ups und Existenzgründer schwierig, ein Bankdarlehen für einen bestimmten Zweck zu erhalten.

 

Bankdarlehen zur Finanzierung unterschiedlicher Vorhaben

Unternehmen beantragen ein Bankdarlehen aus verschiedenen Gründen:

  • kurzfristige Überbrückung eines Liquiditätsengpasses
  • Geschäftserweiterung
  • Finanzierung notwendiger Anschaffungen
  • unerwartete Ausgaben durch Unwetterschäden oder andere Schadensfälle

Bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sorgt die schlechte Zahlungsmoral einiger Abnehmer häufig für einen Liquiditätsengpass. Durch die Zahlungsausfälle fehlt das notwendige Kapital für eine Geschäftserweiterung oder für notwendige Investitionen. Da die Aufnahme eines Bankdarlehens mit viel Bürokratie verbunden ist, sollten sich Kleinunternehmer nach Alternativen zu einem Bankkredit erkundigen.

 

Alternativen zu einem Bankdarlehen

Auch Leasinggesellschaften, Versicherungen und Factoringunternehmen sind als Darlehensgeber für Unternehmen tätig. Der Vorteil von Factoring liegt in der schnellen Abwicklung der Finanzierung. Der Factor kauft fortlaufend offene Rechnungen an und zahlt innerhalb kurzer Zeit 80 % bis 90 % des Rechnungsbetrages an das einreichende Unternehmen aus. Beim Full Service Factoring übernimmt das Factoringunternehmen außerdem das sogenannte Delkredererisiko. Das bedeutet, dass der Verkäufer keinen Zahlungsausfall befürchten muss. Dafür zahlt der Kreditor eine Factoringgebühr, die niedriger als die Zinsen für ein Bankdarlehen ausfallen kann.