Absatzfinanzierung

 

Was ist private und gewerbliche Absatzfinanzierung?

Zahlreiche Unternehmen bieten ihren Kunden an, gekaufte Produkte erst später oder in Raten zu bezahlen. Wenn der Käufer ein Privatkunde ist, handelt es sich um eine private Absatzfinanzierung. Diese Form der Finanzierung ist auch als B2C-Finanzierung bekannt. Die Abkürzung B2C steht für Business-to-Consumer, womit die geschäftliche Beziehung eines Unternehmens zu seinen privaten Kunden gemeint ist.

Im gewerblichen Bereich bieten Finanzinstitute Herstellern oder Händlern verschiedene Finanzprodukte an, um die Liquidität zu steigern oder einen Liquiditätsengpass zu überbrücken. Dabei handelt es sich um eine B2B-Finanzierung. Mit Business-to-Business bezeichnen die Beteiligten die Geschäftsbeziehung zwischen zwei Unternehmen.


 

Private Absatzfinanzierung: Erste Privatkredite durch Versandhäuser

Im privaten Bereich müssen deutsche Kunden schon seit dem 19. Jahrhundert die gekaufte Ware nicht auf einmal bezahlen. In Hamburg wurde 1840 das erste Warenkredithaus gegründet. Noch größere Verbreitung fand die Absatzfinanzierung für Privatkunden jedoch mit der Gründung der heutigen Norisbank durch das Versandhaus Quelle. Für sämtliche Produkte aus dem Quelle-Katalog bot das Versandhaus einen Ratenkredit an. Der Privatkredit bezog sich außerdem auf alle in den Quelle-Shops angebotenen Waren.

Heute nutzen Verbraucher vor allem Ratenzahlungen beim Kauf von Elektrogeräten, Autos oder Unterhaltungselektronik. Automobilhersteller, Versandhäuser und Elektromärkte arbeiten mit einer Bank zusammen oder haben sogar ein eigenes Kreditinstitut gegründet. Der Händler oder Hersteller kümmert sich selbst darum, dass der Kunde den Kauf in Raten bezahlen kann. Daher handelt es sich bei dieser Finanzierungsart um eine direkte Absatzfinanzierung.

 

Möglichkeiten zur gewerblichen Absatzfinanzierung

Gewerblichen Kunden stehen verschiedene Finanzierungsformen zur Absatzfinanzierung zur Verfügung:

Im Gewerbebereich stellen Lieferantenkredite eine direkte Absatzfinanzierung dar. Indirekte Absatzfinanzierung liegt vor, wenn ein Finanzinstitut dafür sorgt, dass ein Gewerbetreibender über ausreichend Liquidität verfügt. Daher zählen Factoring, Leasing, Mietkauf und Forfaitierung zu den indirekten Finanzierungsarten. Jede dieser Methoden bietet Vorteile und Nachteile für ein Unternehmen.

 

Lohnt sich Absatzfinanzierung für mein Unternehmen?

Bei direkter Absatzfinanzierung bieten Sie Ihren Kunden an, die gekaufte Ware zu einem späteren Zeitpunkt zu bezahlen. Damit bietet Ihnen diese Finanzierungsform den Nachteil, dass der Kunde bis zum Erreichen des Zahlungsziels zahlungsunfähig werden könnte und Sie einen Zahlungsausfall hinnehmen müssen. Daher raten Finanzexperten, die Absatzfinanzierung mit einem Verkauf der offenen Forderungen zu verbinden.

Der Forderungsverkauf, auch als Factoring bezeichnet, ist eine indirekte Form der Absatzfinanzierung. Sie schließen den Factoringvertrag mit einem Factoringinstitut ab. Damit entfallen langwierige Bankverhandlungen und der Vertrag kann individuell zwischen Ihnen und dem Factor ausgehandelt werden. Sie verkaufen offene Rechnungen Ihrer Kunden an das Factoringunternehmen und erhalten 80 % des Rechnungsbetrages innerhalb von 1–2 Werktagen. Beim echten Factoring übernimmt der Factor außerdem das Risiko eines Zahlungsausfalls. So können Sie mit sicheren Zahlungseingängen und einer stabilen Liquidität rechnen.