Forderungsverkauf

 

Was ist ein Forderungsverkauf?

Ein Forderungsverkauf ist der Verkauf von offenen Forderungen an eine Bank oder ein Factoringunternehmen. Die Forderung ist durch eine Warenlieferung oder eine Dienstleistung entstanden. Beim Kauf haben die Vertragsparteien vereinbart, dass der Käufer die bestellte Ware oder Leistung erst einige Zeit nach Erhalt bezahlen muss. In der Regel liegt das Zahlungsziel 30 bis 90 Tage nach Ausstellung der Rechnung. Der Verkäufer muss also sofort liefern, erhält das Geld aber erst zu einem späteren Zeitpunkt. Das belastet die Liquidität und bedeutet ein aufwendiges Forderungsmanagement, um den Zahlungseingang zu überwachen.

Durch den Forderungsverkauf steigert der Verkäufer sofort seine Liquidität. Er reicht die offenen Rechnungen bei einem Factor ein und erhält 80 % des Rechnungsbetrages umgehend überwiesen. Außerdem bietet der Forderungsankauf durch ein Factoringunternehmen weitere Vorteile.

 

Warum lohnt sich ein Forderungsverkauf?

Die Forderungsabtretung bietet Kreditoren verschiedene Vorteile:

  • schnelle Erhöhung der Liquidität
  • niedrige Factoring Kosten
  • kein Ausfallrisiko mehr
  • Entlastung des Forderungsmanagements
  • Verkauf einer titulierten Forderung möglich

Häufig ist der Forderungskauf durch einen Factor günstiger als ein Bankkredit. So steigert ein Unternehmen den Geldfluss und gibt beim echten Factoring das Ausfallrisiko an das Factoringunternehmen ab. Der Factor übernimmt auf Wunsch auch das komplette Debitorenmanagement und kümmert sich um Mahnungen und Inkasso bei Nichtzahlung. Das entlastet die eigene Buchhaltung und ist besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und für Start-ups interessant. Zu den weiteren Factoring Vorteilen gehört die schnelle und unkomplizierte Abwicklung des Forderungsverkaufs.

 

Ablauf eines Forderungskauf mittels Factoring

Bei einer Forderungsabtretung mittels Factoring schließen Sie als Unternehmer einen Vertrag mit einem Factor über den Forderungsankauf ab. Der Vertrag enthält alle Konditionen, wie Zinsen für die Vorfinanzierung der Rechnung, Gebühren für die Bonitätsprüfung der Debitoren und sonstige Factoring Kosten. Nach Abschluss des Vertrages erhalten Sie einen Online-Zugang zu dem Factor.

Nachdem Sie für den Käufer eine Rechnung mit Zahlungsziel ausgestellt haben, laden Sie eine Rechnungskopie online hoch. Das Factoringunternehmen bearbeitet die Rechnung taggleich. Nach Überprüfung erfolgt die Überweisung von 80 % des Rechnungsbetrages innerhalb von 24 – 48 Stunden. Die restliche Summe überweist der Factor bei Erreichen des Zahlungsziels. Sie müssen sich nicht um die Überprüfung des Rechnungseingangs kümmern, sondern können sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren. Neben laufenden Rechnungen können Sie bei einigen Factoringunternehmen auch titulierte Forderungen zum Forderungskauf einreichen.

 

Forderungsverkauf titulierter Forderungen

Bei einer titulierten Forderung gab es bereits einen Rechtsstreit zwischen Gläubiger und Schuldner. Nachdem eine Rechnung nicht bezahlt wurde, hat der Gläubiger zunächst einen Mahnbescheid gegen den Schuldner erwirkt. Zahlt der Schuldner nicht innerhalb der gesetzten Frist, kann der Gläubiger über das zuständige Amtsgericht einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Neben dem Vollstreckungsbescheid stellen auch vollstreckbare Urteile, Beschlüsse oder Prozessvergleiche Vollstreckungstitel dar.

Einige Factoringunternehmen kaufen Forderungen mit Titel an. Die Verjährungsfrist des Titels beträgt 30 Jahre, in denen der Factor die Forderung eintreiben kann. Der Verkäufer erhält jedoch nur eine angemessene Entschädigung und muss die Prozesskosten selbst tragen. Dafür muss er sich in den nächsten 30 Jahren nicht um das Inkasso des Rechnungsbetrages kümmern.