Bonität

 

Der Ruf und das Ansehen von Staaten, Unternehmen und Privatpersonen im Geschäftsverkehr werden auch mit dem Begriff Bonität beschrieben. Der Ausdruck leitet sich von den lateinischen Vokabeln bona für Vermögen und bonitas für Vortrefflichkeit ab. Ein Geschäftspartner mit einer guten Bonität gilt als zahlungsfähig und kreditwürdig. Von der Bonitätsprüfung und dem errechneten Bonitätsscore machen Kreditgeber häufig die Konditionen für ein Darlehen abhängig. Daher ist eine gute Bonität sowohl für Unternehmen als auch für private Kreditnehmer wichtig.

 

Was ist Bonität?

Verschiedene Wirtschaftsauskunfteien berechnen den Bonitätsscore von Verbrauchern und Unternehmen. Die Ergebnisse nutzen Banken, Finanzunternehmen, Lieferanten und Online-Händler, um sich vor Forderungsausfällen zu schützen. Dazu unterscheiden die Experten zwischen diesen beiden Arten von Bonität:

  1. Persönliche Bonität: Einschätzung der Zahlungswilligkeit und der Zuverlässigkeit eines Kreditnehmers.
  2. Wirtschaftliche oder materielle Bonität: Einschätzung der wirtschaftlichen Fähigkeit eines Kreditnehmers, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Aus den ermittelten Daten berechnen die Fachleute, wie hoch das Risiko eines Zahlungsausfalls für jeden Kunden einzuschätzen ist. Das Ergebnis wird auch als gute oder schlechte Bonität bezeichnet.

 

Einstufung der Bonität: Wann ist die Bonität gut oder schlecht?

Um die Kreditwürdigkeit von Privatpersonen und Unternehmen zu ermitteln, erstellt jede Auskunftei einen eigenen Score zur Berechnung der Bonität:

  • Creditreform AG: Bonitätsindex zwischen 100 (ausgezeichnete Bonität) und 600 (ungenügende Bonität)
  • CRIF Bürgel GmbH: Bonitätsscore von 1,0 (geringes Risiko) bis 6,0 (sehr hohes Risiko)
  • SCHUFA: Basisscore zwischen unter 50 % (sehr kritisches Risiko) und mehr als 97,5 % (sehr geringes Risiko)

Je nach Ergebnis weisen die Auskunfteien eine gute, mittlere oder schlechte Bonität aus oder sie sprechen von einem geringen, erhöhten oder sehr hohen Ausfallrisiko.

 

Wer ermittelt und prüft die Bonität?

Um die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden zu ermitteln, nutzen Banken, Lieferanten und Online-Händler verschiedene Quellen. Kreditinstitute können die Konten der Kunden auf regelmäßige Zahlungseingänge überprüfen. Lieferanten holen bei einer Wirtschaftsauskunftei wie Creditreform oder CRIF Bürgel Informationen über ihre gewerblichen Kunden ein. Bei privaten Verbrauchern ist in Deutschland die SCHUFA Holding AG für die Bonitätsprüfung zuständig.

 

Wie wird die Bonität berechnet?

Um die Bonität zu berechnen, nutzen Banken und Auskunfteien mathematische und statistische Berechnungen. Die Formeln und Tabellen werden unter anderem mit diesen Daten gefüllt:

  • Einkommen und Arbeitgeber
  • bisheriges Kreditverhalten
  • Höhe der regelmäßigen Ausgaben für Miete, Versicherungen, andere Kredite und Auto
  • vorhandenes Vermögen
  • bestehende Schulden und Bürgschaften
  • Verfügungsrahmen auf Kreditkarten

Die Ergebnisse der Bonitätsprüfung ergeben entweder einen positiven Bonitätsscore oder sie zeigen Negativmerkmale an. Die Negativmerkmale unterteilen sich in weiche und harte Merkmale:

Harte Negativmerkmale

  • Vermögensauskunft
  • Haftbefehl zur Erzwingung einer Vermögensauskunft
  • Verbraucherinsolvenzverfahren

Weiche Negativmerkmale

  • fällige und angemahnte Forderungen, die der Schuldner nicht bestreitet
  • durch ein Gericht festgestellte Forderungen
  • Missbrauch eines Girokontos oder einer Kreditkarte

 

Wie kann die Bonität verbessert werden?

Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen können dafür sorgen, dass sie eine gute Bonität aufweisen. Private Verbraucher haben das Recht, einmal im Jahr eine kostenlose Selbstauskunft bei der SCHUFA zu beantragen. Hier können die Verbraucher die Daten überprüfen und falsche Einträge melden. Nicht genutzte Konten und Kreditkarten sollten gekündigt werden und bestehende Kredite sollten die Verbraucher vertragsgemäß zurückzahlen. Dann erfolgt nach Ablauf einer Frist die Löschung in der SCHUFA.

Unternehmen sorgen bei Banken und Geschäftspartnern durch eine ausreichende Liquidität und ein zuverlässiges Zahlungsverhalten für eine gute Bonität. Außerdem bietet die Bilanz eine wichtige Grundlage zur Beurteilung der Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens.

 

Was heißt „Bonität vorausgesetzt“?

Bei vielen Kreditangeboten oder Teilzahlungsvereinbarungen lesen die Kreditnehmer den Zusatz „Bonität vorausgesetzt“. Das bedeutet, dass das vorliegende Angebot nur dann gültig wird, wenn der Antragsteller über eine ausreichende Bonität verfügt. Der Kreditgeber macht zunächst ein allgemeines Angebot an alle Interessenten, einen Kredit zu einem bestimmten Zinssatz zu vergeben oder für die Bezahlung ein Zahlungsziel einzuräumen. Erst nach erfolgter Bonitätsprüfung erhalten die Antragsteller ein endgültiges Angebot zu Konditionen, die ihrer Bonität entsprechen. Das kann bei einer schlechten Bonität auch die Ablehnung des Darlehens oder eine Lieferung nur gegen Vorkasse bedeuten.

 

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