Factoring Lexikon

Bilanzverkürzung und Bilanzverlängerung

3 Min. Lesezeit

Blick auf einen Schreibtisch. Eine rechte Männerhand berechnet eine Bilanverkürzung und eine Bilanzverlängerung.

Zahlreiche Unternehmen unterhalten eine doppelte Buchführung. Entweder sind die Betriebe per Gesetz dazu verpflichtet oder sie entscheiden sich freiwillig dazu. Das Ergebnis der doppelten Buchhaltung ist die Gewinnermittlung durch Erstellung einer Bilanz und einer Gewinn-und-Verlustrechnung (GuV). Die einzelnen Bilanzposten unterteilen sich in Aktiva und Passiva. Die dazugehörigen Beträge werden auf Aktivkonten und Passivkonten verbucht. Bei einer Bilanzverkürzung betrifft ein Geschäftsvorfall die Aktivseite und die Passivseite der Bilanz in gleicher Höhe. Dadurch verringert sich die Gesamtbilanzsumme. Das Gegenteil ist die Bilanzverlängerung, bei der sich die Bilanzsumme durch die gleichlautende Buchung auf beiden Seiten der Bilanz erhöht.

Was ist eine Bilanzverkürzung?

Die Bilanzverkürzung ist auch als Aktiv-Passiv-Minderung bekannt. Durch den Vorgang wird die Bilanzsumme geringer. Das liegt darin, dass sich ein bilanzieller Aktivposten verringert, wodurch der entsprechende Passivposten auf der anderen Seite der Bilanz um denselben Betrag sinkt. Auf der Aktivseite sind Anlagevermögen, Umlaufvermögen und andere Vermögenswerte des Unternehmens aufgeführt. Die Passivseite zeigt die Herkunft des Vermögens, unterteilt in Eigenkapital, Verbindlichkeiten und Rückstellungen.

Entstehung einer Bilanzverkürzung

Eine Verkürzung der Bilanz entsteht durch diese Geschäftsvorfälle:

  • Rückzahlung von Krediten
  • Aus schüttungen an Gesellschafter
  • Zahlung von Dividenden an Aktionäre

Die Auszahlungen werden auf der Aktivseite der Bilanz verbucht und verringern das entsprechende Aktivkonto. Gleichzeitig sinken auf der Passivseite das Eigenkapital oder die Verbindlichkeiten um dieselbe Summe.

Beispiel einer Bilanzverkürzung

Ein Beispiel für eine Bilanzverkürzung ist die Bezahlung einer fälligen Lieferantenrechnung mit Zahlungsziel durch Überweisung des Rechnungsbetrages vom Geschäftskonto. Durch die Überweisung vermindern sich die Zahlungsmittelbestände auf der Aktivseite. Gleichzeitig nimmt der Passivposten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf der anderen Bilanzseite ab. Die Gesamtsumme der Bilanz sinkt um den überwiesenen Betrag. Die Bilanzverkürzung führt gleichzeitig zu einer Stärkung der Eigenkapitalquote.

Eigenkapitalquote stärken mit einer Bilanzverkürzung

Eine Bilanzanalyse zeigt, dass der Abbau von Schulden die Quote verbessert. Das liegt daran, dass bei einer sinkenden Bilanzsumme das Eigenkapital prozentual stärker gewichtet wird. Um eine Verkürzung der Bilanz zu erreichen, kann ein Unternehmen im Rahmen von Factoring offene Forderungen an einen Factor verkaufen. Leasing hingegen eignet sich in der Regel nicht zur Bilanzverkürzung, da die meisten Leasingverträge als bilanzneutral angesehen werden. Eine Ausnahme sind nur kurzfristige Verträge und geleaste Gegenstände von geringem Wert.

Was ist eine Bilanzverlängerung?

Eine Bilanzverlängerung sorgt für eine Erhöhung der Summe auf beiden Seiten der Bilanz. Eine andere Bezeichnung für diesen Vorgang ist Aktiv-Passiv-Mehrung. Durch den verbuchten Geschäftsvorfall nehmen sowohl die Vermögenswerte auf der Aktivseite als auch das Kapital auf der Passivseite zu und das Unternehmen verzeichnet einen Wertzuwachs.

Entstehung einer Bilanzverlängerung

Eine Bilanzverlängerung entsteht durch die Buchung desselben Betrages sowohl als Aktivposten als auch als Passivposten. Dies geschieht dann, wenn ein Unternehmen Geld ausgibt, um Rohstoffe, Maschinen oder andere Geschäftsausstattungen gegen Rechnung mit Zahlungsziel zu kaufen. Auch die Aufnahme eines Bankdarlehens führt zu einer Bilanzverlängerung, da sich die Zahlungsmittelbestände auf der Aktivseite um denselben Betrag erhöhen wie die Verbindlichkeiten auf der Passivseite.

Beispiel einer Bilanzverlängerung

Hier ein Beispiel für eine Verlängerung der Bilanz: Ein Unternehmen benötigt neue Büromöbel im Wert von 5.000,00 Euro. Der Geschäftsführer vereinbart mit dem Lieferanten ein Zahlungsziel von 90 Tagen. Die Buchhaltung nimmt folgende Buchungen vor:

  1. Sollbuchung: 5.000 € zulasten des Aktivkontos Betriebs- und Geschäftsausstattung
  2. Habenbuchung: 5.000 € zugunsten des Passivkontos Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Wie kann Nordwest Factoring die Bilanzverlängerung und Bilanzverkürzung steuern?

Durch die Dienstleistung Full Service Factoring, die Nordwest Factoring für KMU fast aller Branchen anbietet, können Unternehmen ihre Bilanz verkürzen und eine Bilanzverlängerung vermeiden. Der Forderungsverkauf verkürzt die Bilanz und stärkt die Eigenkapitalquote. Gleichzeitig sorgt Factoring für eine ständige Liquidität. Dadurch kann der Kreditor seine eigenen Rechnungen sofort bezahlen, ohne einen Kredit in Anspruch zu nehmen.

 

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Sven Ammen

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